|
»Computer, Übersichtsplan Energiesysteme.«
Auf der Konsole vor McAllisters zeichnete der Computer eine dreidimensionale Ansicht der Energieleitungen innerhalb der Challenger.
»Vergrößerung Sektion 3 Alpha!« Das Bild zoomte heran, zeigte genauer den Anschluß der Phasersysteme an das energetische Netz. McAllister lehnte sich zurück und verschränkte die Arme vor der Brust, während er das Bild genauer betrachtete.
»Interessant...«, murmelte er, »die Phaser werden direkt mit Warp-Energie gespeist....« Er wollte sich gerade wieder nach vorne beugen, um die Darstellungsrichtung zu ändern, als der Türsummer erklang. McAllister sah überrascht auf und blickte zur Tür. »Herein!«
Die schmale Tür glitt auf, und dahinter kam Christine zum Vorschein. »Ich hoffe, ich störe nicht... ?«
»Keineswegs. Kommen Sie herein.« McAllister stand auf und zog einen zweiten Stuhl heran. »Setzen Sie sich doch, Miss O’Donnell.« Dann fiel ihm seine erste Begegnung mit der jungen Frau wieder ein. »Entschuldigung, ich meinte natürlich Captain O’Donnell«, korrigierte er sich schnell.
»Genau darüber wollte ich mit Ihnen sprechen«, erwiderte Christine, als sie sich setzte.
Gespannt ließ sich McAllister wieder auf seinem Stuhl nieder und musterte Christine. Irgendwie sah sie verändert aus, fand er. Gut, sie hatte ihre Haare zu einem Pferdeschwanz gebunden, wohl, damit sie nicht störten, während Christine durch die Jeffriesröhren gekrochen war, und in ihrem Gesicht waren noch leichte Schmutzflecken, die sie sich wohl während der Reparatur eingehandelt hatte. Aber eigentlich stand ihr das sogar, fand McAllister.
Trotzdem war das nicht der Grund für ihr unvertrautes Erscheinungsbild. McAllister überlegte fieberhaft und dann kam er darauf: Christines große braune Augen, die beständig durch den Raum blickten. Das verlieh ihr eine Aura von Nervosität. Nein, Nervosität war nicht das richtige Wort dafür... eher Unsicherheit.
McAllister mußte unwillkürlich schmunzeln. Christine O’Donnell, die unerschütterliche, selbstsichere Frachterpilotin, die er kennengelernt hatte, war ebenfalls unsicher. Das gefiel ihm, vor allem, weil Christine so noch viel süßer wirkte als er sie ohnehin schon fand.
Christine ließ ihren Blick unsicher durch McAllisters spärliches Quartier gleiten, während sie darüber nachdachte, wie sie am besten beginnen konnte. Ihre Augen wanderten nun schon zum zweiten Mal über die beiden engen Schlafkojen, die in der Wand eingelassen waren, über den schlichten Tisch weiter zur Computerkonsole, dem Replikator und der Tür der Hygienezelle. Eigentlich kein sonderlich interessanter Anblick – Christines Quartier war exakt genauso eingerichtet, wenn auch mit dem Unterschied, das ihre Schalldusche, wohl im Gegensatz zu der von McAllister, defekt war – aber es war eine Möglichkeit, sich wenigstens etwas beschäftigt zu halten, und gleichzeitig zu verhindern, daß McAllister zuviel von ihrem Gemütszustand aus ihren Augen laß – das hoffte sie zumindest.
Los jetzt, dachte sie, und zwang sich, ihren Blick wieder auf McAllister zu richten. Hey, der Kerl grinst ja! schoß es ihr durch den Kopf, begleitet von einem neuen Schub an Unsicherheit, einem Gefühl, das sie nur äußerst selten ergriff und das ihr alles andere als angenehm war. Verdammt Christine, sagte sie innerlich zu sich selber, jetzt hör endlich auf und gib dir einen Ruck. Fang an zu reden, ehe du hier noch Wurzeln schlägst! Sie holte tief Luft, verdrängte die Unsicherheit so weit es ging. »Ich möchte mich bei Ihnen entschuldigen.«
Gott, sie haßte es, wenn sie das tun mußte...
McAllisters erwartungsvolles Gesicht wich der Verblüffung. »Äh... und wofür?«
»Für mein Verhalten auf der Vorgan - und auch auf der Brücke. Ich habe mich als der Captain aufgespielt, auf meinem Titel bestanden und so.«
|