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Mirror Universe


"Rebellen"

von Mario Scholz

7. Kapitel


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»Auf dem Planeten wurde Alarm ausgelöst, Sir«, meldete der taktische Offizier. Edwards sah zu, wie der Captain in der unvertrauten schwarzen Uniform nachdenklich über die Brücke schritt. Als er die Conn erreichte, blieb er stehen und drehte sich um. »Eröffnen Sie das Feuer wie geplant!« Er ging zurück Richtung Kommandosessel.
»Programm anhalten!« befahl Edwards. Um ihn herum fror die Szene ein.
Edwards ging hinüber zur Conn und sah nach, an welchen Positionen die Schiffe der Angriffsflotte sich befanden. Er war froh, das es Commander Farrell gelungen war, die Hauptenergie der Challenger wieder online zu bringen. So konnte Edwards sich in Ruhe die visuellen Aufzeichnungen der Missionslogbücher ansehen, die von der Barbarossa geborgen worden waren. Während er das tat, umkreiste die Challenger getarnt einen abgelegenen Planeten in den Badlands. Hier waren sie einigermaßen sicher, denn die Badlands waren ein großes Gebiet von aktiven Plasmastürmen am Rande des Föderationsraumes, nahe der cardassianischen Grenze. Es war nicht kartografiert, und man konnte Monate oder sogar Jahre damit verbringen, dort ein einzelnes Schiff zu suchen, das nicht gefunden werden wollte. Ein idealer Ort, um sich zu verstecken, während die Crew der Challenger mit vereinten Kräften an der Reparatur der Bordsysteme arbeitete.
Edwards war es etwas peinlich, daß er hier auf dem Holodeck war, während alle anderen durch irgendwelche Jeffriesröhren krochen. Am liebsten hätte er geholfen, aber seine technischen Kenntnisse, die noch nie zum Ingenieur gereicht hatten, waren im Verlaufe seiner Dienstjahre, in denen er sie nie hatte benutzen müssen, weiter eingerostet, und so hatte Farrell ihm nach kurzer Zeit vorgeschlagen, die Reparatur des ODN-Zugangs auf Deck Vier doch lieber Fähnrich Brandell zu überlassen. Um sich irgendwie nützlich zu machen, hatte Edwards dann die Missionslogbücher auf das Holodeck laden lassen.
Edwards beendete die Abfrage nach den anderen Schiffen und ging hinüber zur taktischen Konsole, um zu sehen, worauf die Disruptoren des Schiffes im Moment des Abfeuerns gerichtet waren. Was er sah, gefiel ihm gar nicht. Der taktische Offizier hatte nicht etwa auf die Starfleet-Einrichtung gezielt, wie man es erwartet hätte, sondern auf den großen Verwaltungstrakt der Kolonie. Dort hatten sich bestimmt an die zweihundert Kolonisten aufgehalten, denn im allgemeinen waren diese Gebäude gleichzeitig als Schutzräume ausgewiesen. Daß sie allerdings konzentriertem Disruptorfeuer von mehreren Schiffen aus dem Orbit standhielten, bezweifelte Edwards. Das mußte auch der Captain der Barbarossa gewußt haben, und er hatte den Befehl trotzdem ausgeführt. So brutal gingen nicht einmal die Klingonen vor.
Edwards trat einen Schritt zur Seite. »Programm fortsetzen!«
Um ihn herum kam wieder Leben auf die Brücke. Er hörte das durchdringende Jaulen, als die Disruptoren des Schiffes konzentrierte Energiekugeln Richtung Oberfläche schleuderten.

Nechayev schritt nervös durch den langen Flur, der zur Ratskammer der Föderation führte. Irgend etwas war schief gelaufen mit ihren Plänen. Ein kleiner Kalkulationsfehler in den erwarteten Reaktionen, eine undichte Stelle, ein unbedachtes Wort, diese Rebellen – die, wie Nechayev inzwischen wußte, erneut entkommen waren – oder einfach nur ein zufälliges Gerücht, dem jemand zuviel Bedeutung beimaß – Nechayev wußte es nicht.
Fest stand jedoch, daß der Föderationsrat eine Dringlichkeitssitzung an diesem Wochenende einberufen hatte und Nechayev unter Berufung auf Paragraph Siebzehn der Föderationsverfassung trotz des Kriegsrechts herbei zitiert hatte. Daher nahm Nechavey an, daß die Herren Räte nicht nur wissen wollten, ob sie bereits neue Informationen über den Angriff auf Nyos III habe. Seit sie der Anruf vor zwei Stunden in ihrer Villa erreicht hatte, grübelte sie bereits, was dann der Anlaß sein konnte. Und je länger sie darüber nachdachte, desto mehr Gründe fielen ihr ein, und einer war unangenehmer als der andere....

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