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The Lost Mission


"Turbulenzen"

von Katja Mallok, Volker Simshäuser

Kapitel Drei


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Im Laufe des weiteren Nachmittags
 "Was machen Sie denn jetzt hier?" Thomas Green, der auf der Wissenschaftsempore stand, starrte den Kalonanen Boris Benakka erstaunt an, der soeben die Brücke betreten hatte. "Sollten Sie jetzt nicht besser bei Ihrer Arbeit sein?"
Der Sicherheitsoffizier der Krankenstation schaute seinen Vorgesetzten etwas überrascht an. "Aber das bin ich doch!", sagte er einfach.
"Was soll denn das heißen?", wollte Shaaryia wissen, der sich beim Eintritt Benakkas erhoben hatte, bemüht, beim ständigen Schwanken des Schiffes nicht das Gleichgewicht zu verlieren. "Ich hatte doch ausdrücklich alle Crewmitglieder angewiesen, an ihrer jeweiligen Arbeit zu bleiben. Und soweit ich weiß, ist die Ihre in der Krankenstation zu finden..." Er versuchte, sich seine Erleichterung darüber, daß es nur der Kalonane gewesen war, der aus dem Turbolift kam, und nicht Brody mit gezogener Waffe, nicht anmerken zu lassen. Er war im Moment noch zu erschrocken und zu überrumpelt, um zu überlegen, was jetzt zu tun sei. Statt dessen sah er abwesend Ob’ch zu, der seelenruhig das riesige Messer wieder in den Gürtel steckte, das er blitzschnell gezogen hatte, als sich die Türen des Turbolifts geöffnet hatten.
Commander Simsk blieb Shaaryias Verwirrtheit nicht verborgen und wies daher schon einmal selbst die Wissenschaftler auf der Empore an, zu versuchen, die Kontrolle über ihre Stationen zu behalten, die nacheinander vom Maschinenraum aus abgeschaltet wurden. Dann begab er sich zur unteren Ebene, um Shaaryia nötigenfalls unter die Arme zu greifen, wenn dieser noch lange so unschlüssig bleiben und sich um solch eher zweitrangige Dinge wie das unvermutete Eintreffen Lieutenant Benakkas kümmern sollte.
Benakka erklärte: "Ich will meinen vorgesetzten Offizier beschützen, das ist alles!" Dabei warf er einen vielsagenden Blick auf Ob’ch, bevor er fortfuhr: "Das gehört ebenfalls zu meinen Aufgaben, und es schien mir auch im Moment angebrachter."
Shaaryia schluckte bei Benakkas Blick auf den Homiden jeden weiteren Protest hinunter, schließlich tat der Temerite bei ihm ja genau das Gleiche, ohne daß er es erfolgreich unterbinden konnte. Es wäre jetzt zu kompliziert, dem Kalonanen einen plausiblen Unterschied erklären zu wollen. Also setzte er sich wieder in seinen Sessel und überließ es dem Chefarzt, mit seinem aufmüpfigen Lieutenant zu diskutieren. Nun sah er Simsk, der mit undurchdringlicher Miene auf ihn zukam, an, als hätte der Vulkanier eine Idee, wie man jetzt ganz schnell eine Zeitreise unternehmen könne, um diese Gegenmeuterei zu verhindern.
Doch Simsk sagte nur nüchtern: "Wir sollten als erstes versuchen, so viel Kontrolle über den Computer zu behalten wie möglich." Auf das auffordernde und gleichzeitig ergebene Nicken Shaaryias hin veranlaßte der Vulkanier dies. "Dann sollten wir dafür sorgen, daß zunächst einmal die Bedingung Brodys erfüllt wird, die Crew nicht zu informieren. Das bringt uns in eine bessere Verhandlungsposition. Anschließend sollten wir mit den anderen Führungsoffizieren gemeinsam beraten, welche Maßnahmen als nächstes in Betracht kommen."
Jeder Vorschlag wurde mit einem automatischen Nicken des Captains angenommen. Offenbar war Shaaryia immer noch nicht voll handlungsfähig, registrierte Simsk nüchtern. Auch Loomis hatte bisher noch nichts gesagt, sondern immer nur synchron mit Shaaryia genickt. Auch das bemerkte der Vulkanier sehr wohl, hielt es aber angesichts der Situation nicht für geraten, es zu erwähnen, um nicht vom eigentlichen Problem abzulenken.
"Wieso meinen Sie, daß Sie hier jetzt eher von Nutzen sind?", konnte sich Green nicht verkneifen, Benakka neugierig zu fragen, während er sich von dem Treiben um den Sessel des Captains, bei dem er sowieso nicht helfen zu können glaubte, losriß. "In der Krankenstation gibt es doch auch genügend Patienten, auf die Sie aufpassen können!" Man sah ihm an, daß ihm diese Alternative wesentlich besser gefallen würde. "Oder glauben Sie, daß ich schon so gebrechlich bin, daß ich einen Aufpasser brauche?!" Er machte ein beleidigtes Gesicht.

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