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The Lost Mission


"Turbulenzen"

von Katja Mallok, Volker Simshäuser

Kapitel Eins


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Noch in der selben Nacht

Thomas Green saß in seinem Büro hinter seinem Schreibtisch und langweilte sich. Er hatte im Moment auch wirklich gar nichts zu tun. Dies war bisher seit dem Beginn dieser Mission so selten der Fall gewesen, daß es ihm ziemlich außergewöhnlich vorkam und er nun gar keine Ahnung hatte, wie er die freie Zeit denn sinnvoll nutzen sollte. Er grübelte immer noch über die Halloween-Party nach, die er vor kurzem organisiert hatte. Gemischte Gefühle überkamen ihn immer, wenn er daran zurückdachte. Auf der einen Seite war das Fest von der Crew begeistert aufgenommen worden, wie ihm auch viele immer wieder versicherten, die sich prächtig amüsiert hatten. Dies erfüllte ihn auch mit einem gewissen Stolz. Auf der anderen Seite jedoch blieb ein bitterer Nachgeschmack, wenn er an die Morde dachte, die zur selben Zeit geschehen waren. Green schluckte, als er an die Sanitäterin Bylee dachte, die von einem immer noch unbekannten Täter ermordet worden war, und an die anderen beiden Mitglieder seiner medizinischen Abteilung, die das gleiche Schicksal ereilt hatte. Gerne häte er mit seiner holographischen Version seiner langjährigen Bekannten Guinan gesprochen, doch bei dem ständigen Energieversorgungsproblem waren Besuche auf dem Holodeck sinnvollerweise stark eingeschränkt worden.
Er hatte das MHN-Programm eingeschaltet, damit es sich um die wenigen Patienten kümmern konnte, die sich im Moment im Behandlungsraum befanden. Obwohl er immer noch ein bißchen mißtrauisch dem Holo-Doktor gegenüber war – nicht nur was dessen fachliches Können, sondern auch und vor allem, was dessen für einen Arzt notwendiges Einfühlungsvermögen betraf –, so war er doch ganz froh, Routineaufgaben an ihn abtreten zu können. Zudem war ihm durchaus aufgefallen, daß es – oder er – sich dabei nicht einmal dumm anstellte. Trotzdem war er selbst lieber in der Krankenstation geblieben, um alles ein wenig im Auge zu behalten.
Er hatte es jedoch vorgezogen, sich in sein Büro zu begeben, anstatt sich im Behandlungsraum aufzuhalten, denn er hatte momentan keine Lust, sich mit dem MHN-Programm herumzustreiten, und das würde ganz bestimmt geschehen, wenn er längere Zeit in dessen Blickfeld bliebe.
Während er gedankenverloren ein Lied aus seiner Kindheit vor sich hin summte, strich er mit den Fingern vorsichtig über das Moos, das ihm Alex Mitchell als Erinnerung an ihren gemeinsamen Absturz vor einigen Wochen geschenkt hatte. Er war froh, daß ihn die bolianische Krankenschwester Desim heute morgen darauf aufmerksam gemacht hatte, daß das Moos langsam verdorrte und daher konserviert werden mußte. Sie hatte ihm ein paar Tips gegeben, wie sich das am besten bewerkstelligen ließe. Und da er, im Gegensatz zu ihr, über keinen grünen Daumen verfügte – er pflegte Pflanzen nämlich lediglich zu untersuchen, zu analysieren und zu katalogisieren –, hatte sie ihm bei der Realisierung dieses Vorhabens geholfen.
Während er dieses kleine "Souvenir" betrachtete, kam ihm eine Idee. ‚Ich könnte doch mal Alex anpiepen und mich ein bißchen mit ihr unterhalten...‘, dachte er bei sich. Auf den Gedanken, daß die Chefingenieurin gerade nicht gestört werden wollte oder sogar am Schlafen sein könnte – immerhin war es mitten in der Nacht –, kam Green gar nicht. Und selbst wenn er daran gedacht hätte, hätte er sich wahrscheinlich gesagt, daß Alex sowieso ihre gesamte Zeit im Maschinenraum verbrachte und bei der vielen Arbeit, die das Schiff ihr "lieferte", ohnehin zu nichts anderem kam. Gesagt, getan: Der Chefarzt klopfte auf seinen Kommunikator. "Green an Lieutenant Mitchell."
Es dauerte geraume Zeit, bis sich eine etwas ungeduldige Stimme meldete. "Ja, Dr. Green, was gibt’s?"

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