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Zu dieser Zeit auf der Erde
Es waren bereits sechs Stunden vergangen, in denen hinter verschlossenen Türen der gemeinsame Ausschuß von Allianzrat, Flottenkommando und den einzelnen Zivilregierungen beriet. Vor dem großen Konferenzgebäude am Monument Place in San Francisco hatten hunderte von Berichterstattern und Journalisten ihr Lager aufgeschlagen, in dem sich mittlerweile aber auch viele Schaulustige, Anhänger der verschiedenen politischen Lager und Welten sowie auch Flottenangehörige niederer Rangstufen versammelt hatten. Mühsam bahnte sich nun gerade Jedril Mohn, eine Trill, einen Weg durch das Gewirr, um ihren Stand und ihren Kollegen, den Bajoraner Zera Novys, zu erreichen. Novys saß über ein tragbares Terminal gebeugt und studierte die Biographie des Flottenadmirals Lafayette.
"Daß er und Saito wirklich ihren Hut nehmen müssen, daß hätte niemand gedacht, nicht mal ein Yirdianer hätte diese Information gehabt...", murmelte der Bajoraner mittleren Alters vor sich hin. Er berichtete für eine Exilorganisation von Bajoranern auf der Erde von dieser Konferenz, die an Wichtigkeit und Dauer sehr der großen Sitzung vor Entsendung der Friedensflotte gleichkam.
Die Lage hatte sich innerhalb der letzten Tage dramatisch zugespitzt: Die Romulaner hatten ganz unverhohlen mit einem teilweisen Austritt aus der Allianz gedroht, sollte nicht einer ihrer Senatoren die Zusage erhalten, den Allianzpräsidenten Saito in naher Zukunft abzulösen, dann hatte sich auf der Erde eine Initiative zur "Bildung einer Neuen Förderation" konstituiert, die mit Anfragen und Vorschlägen den Allianzrat nahezu lahm gelegt hatte. Ihr wichtigstes Anliegen, so formulierte es ihr prominentester Sprecher, der Botschafter von Alpha Centauri Sevrine Homey, war es, die Macht des Militärs und der Flotte zu verringern. Ihrer Meinung nach hatte sich das Flottenkommando zuweit von den demokratischen Grundgepflogenheiten der früheren Föderation entfernt und zuviel Wert darauf gelegt, daß sich die beiden Allianzpartner, Romulaner und Klingonen, mit ihren jeweiligen Vorstellungen über die militärische Struktur durchzusetzten vermochten. Schließlich und endlich hatte das Dominion sich wieder gemeldet und Beweise für die Zerstörung der A.S.S. Friendship geliefert, die auch den letzten Funken Hoffnung auf ein wenigstens teilweise glückliches Ende der gescheiterten Friedensmission zerstört hatten. Die Allianz war nun sehr rasch auf den neuen Vorschlag des Dominion eingegangen, vorläufig den Status Quo beizubehalten und ersteinmal auf beiden Seiten Ruhe einkehren zu lassen, bevor man einen neuen Verhandlungsversuch starten würde. Darüber hatte es im Rat heftigste Auseinandersetzungen gegeben, die letztlich zu dem Rücktritt von Präsident Saito und seines engeren Stabes geführt hatten. Die Zukunft der Allianz, der Erde, des ganzen Alpha-Quadranten lag nun in der Schwebe.
"Ich wette, Senator Teltek wird neuer Präsident. Er war Praetor und lange Jahre Botschafter auf der Erde, alles spricht für ihn!" Jedril, eine knapp dreißigjährige Frau mit langen schwarzen Haaren und den für Trill charakteristischen Flecken am Hals, fuhr sich durch ihr Haar, und band sie zu einem Zopf zusammen.
"Ah ja, und wer, liebste Wahrsagerin, wird neuer Admiral-in-Chief der Flotte? Auch darauf eine passende Antwort!" Novys lachte spöttisch auf, seine Kollegin hatte ein Faible für Mutmaßungen und Gerüchte, das zugegebenermaßen nicht schlecht für ihr Metier war, allerdings manchmal doch etwas zu weit über das Ziel hinausschoß.
"Sie werden Frankeena nehmen. Sie ist Romulanerin und Chefin der Taktischen Abteilung! Teltek wird sie vorschlagen."
"Und die Föderationsleute sagen: Natürlich, gerne, wir haben mit Vorliebe gleich zwei Romulaner an der Spitze der Macht: Glaubst Du das wirklich?"
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