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The Lost Mission


"Möglichkeiten & Gelegenheiten"

von Katja Mallok, Volker Simshäuser

Kapitel Fünf


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Grau. Shaaryia sah überall die Farbe Grau um sich, seine Kleider, das Licht, die kahlen Räumlichkeiten, die ihn umgaben, eine merkwürdige Markierung am Boden. Er hörte beschwingte Musik - Jazz, erkannte sein Unterbewusstsein - in einem Raum voller kostümierter Personen. Er sah einen autoritär aussehenden Tellariten inmitten einiger Cardassianer. Von dem kurzen Stab, den er in der Hand hielt, schien eine unheimliche Bedrohung auszugehen. Shaaryia spürte eine Liege unter seinem Rücken und sah nach oben in das Gesicht Enola Wheemas. Er musste geblinzelt haben, denn plötzlich schien sie um etliche Jahre gealtert zu sein. Grau in ihren Haaren. Er roch den frischen Wind des Meeres. Er hörte, wie ihn jemand als Massenmörder beschimpfte. Er sah aus einem Fenster auf eine in der Morgendämmerung grau wirkende Stadt und wunderte sich, dass er keinen Kampflärm hörte. Seine Sinne vermittelten ihm einen immer schneller werdenden Wirbel von Informationen, eine Flut von lebhaften und doch wieder unklaren, irrealen, grauen Eindrücken. Doch dieser letzte schien den Wirbel endlich zu stoppen.
Er ließ seinen Blick ein wenig nach links schweifen und sah... Sterne... Dunkelheit und Sterne. Und ein Planet, der beinahe sein gesamtes Gesichtsfeld ausfüllte:
Die Erde. Blau und grün, mit weißen Wolken, die langsam, ganz langsam vorüber glitten. Warum nur hatte er für eine Sekunde die Erwartung gehabt, den Schein von Phaserfeuer auf einem Gebäude erblicken zu müssen, von dem er unerklärlicherweise völlig sicher war, dass es sich auf einem völlig anderen Planeten befand?
Der Halbromulaner betrachtete sich einen Moment selbst im Spiegelbild, und wieder überkam ihn ein unerklärliches Gefühl: Er wunderte sich darüber, dass sein Gesicht kaum von Falten gezeichnet war. Und im Anschluss daran stellte sich die Frage, warum er sich selbst mit einem runzeligen Gesicht erwarten sollte.
Hagro Shaaryia strich sich über den Bart und fuhr langsam die wenigen Linien auf Stirn und Wangen nach, die Sorgen und Ängste dort hinterlassen hatten.
Er wandte sich vom Fenster ab und blickte sich in dem Quartier um, das man ihm für diese Reise zugewiesen hatte. Ja, jetzt endlich erinnerte er sich deutlich. Er hatte genug davon gehabt, wie ein gefangenes Tier in Raum auf- und abzuwandern, darum hatte er sich ans Fenster gestellt. Für einen kurzen Moment erfuhr er unsinnigerweise so etwas wie Euphorie, dass er sich tatsächlich konkret an etwas erinnern konnte, was ihm in den letzten zwei, drei Stunden widerfahren war. Dieses Hochgefühl verflog jedoch ebenso rasch wieder, wie es gekommen war. Erneut zeichnete er seine Stirnfalten nach. Sorgen... Mit gutem Grund waren diese Male entstanden. Als er an den Grund dachte, der ihn zu seiner unruhigen Wanderung veranlasste, schien es ihm, als könne er förmlich spüren, wie sich die Runzeln tiefer in seine Haut gruben. Ein Blick auf den Chronometer ließ ihn erschrocken auffahren. Die Zeit der Entscheidung rückte immer näher. Wieder tauchte ein Bild aus dem Grau des Wirbels auf. Einige teils verletzte Romulaner wurden von anderen Personen mit auf sie gerichteten Waffen in einen Raum gedrängt und, ihnen nachfolgend, trat eine weitere Person durch die Tür. Eine Person, die er kannte.
"Bing!"
Das Geräusch des Türmelders ließ Shaaryias Herz für einen Moment erstarren. Der Halbromulaner wirbelte herum, mit weit geöffneten Augen. Bevor er sich selbst jedoch stoppen konnte, hatte er demjenigen, der vor der Tür stand Einlass gewährt - wer auch immer dies sein mochte.
Eine Person trat durch die Tür. Eine Person, die er kannte.
Aber es war nicht... Wieder verzog sich die Stirn Shaaryias, als er vergeblich versuchte, diesen Eindruck weiter zu 'betrachten`, zu konkretisieren, es als eine Erinnerung, einen Traum, eine Halluzination einordnen zu können.
"Guten Tag, Admiral Trosk", begrüßte er dann mit um Festigkeit bemühter Stimme seinen Besuch.
Dieser erwiderte den Gruß nur mit einem knappen Nicken und blickte ihn anschließend lange und eindringlich an, musternd, abschätzend. Als wolle er sich vergewissern, dass seine Augen ihn nicht trogen, fragte er dann mit strenger, ja fast zweifelnder Miene: "Sind Sie wirklich sicher, dass Sie Ihrer Aufgabe und all ihrer Konsequenzen gewachsen sind, Captain?"

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