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The Lost Mission


"Möglichkeiten & Gelegenheiten"

von Katja Mallok, Volker Simshäuser

Kapitel Vier


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Die Situation auf der Brücke hatte sich mittlerweile dramatisch verschärft, aber nicht nur dort. Trotz der verschärften Quarantäne, die Commander Simsk als derzeitiger Kommandant des Schiffes, verhängt hatte, waren nahezu dreiviertel der Besatzung an der bisher nicht näher zu identifizierenden Krankheit, die einer Grippe in ihren Symptomen ähnelte, erkrankt und somit ausgefallen. Im Kasino und den Sport- und Gemeinschaftsräumen hatte die medizinische Crew Notlazarette aufgeschlagen und war darum bemüht, zu verhindern, dass sich die Krankheit weiter ausbreitete, was sich aber als zunehmend nutzlos erwies. Auch das medizinische Personal war zudem von den Ausfällen betroffen und des weiteren überfordert in der Behandlung einer so großen Zahl an Patienten unterschiedlicher Spezies, die gänzlich verschieden auf die Krankheit zu reagieren schienen. Besonders schlimm hatte es die menschlichen Besatzungsmitglieder, sowie Angehörige der betazoidischen und bolianischen Völker getroffen, die zum Teil mit schweren Komplikationen zu kämpfen hatten. Dennoch gab es auch dort bisher einzelne Personen wie zum Beispiel Dr. Forbes oder die Counselor, die sich widerstandsfähig gegenüber der Krankheit zeigten.
Völlig unbetroffen wirkte an Bord allerdings nur eine Person: Ob`ch. Der Temerite, der sich seit geraumer Zeit auf der Krankenstation bei seinem Varex Shaaryia aufhielt und damit ja in größter Ansteckungsgefahr, zeigte keinerlei Anzeichen krank zu sein, zumindest nicht nach außen. Commander Simsk fand dies ebenso faszinierend wie die Tatsache, dass der Captain - vielleicht aufgrund seiner Angehörigkeit zu zwei Spezies - am stärksten von der Krankheit betroffen war, obwohl dem Vulkanier durchaus Zweifel gekommen waren, ob der Captain nicht an etwas anderem als der Rest der Crew litt. Doch alle diese für den Wissenschaftler Simsk so reizvollen Fragen mussten hinter dem Problem anstehen, wie er mit den wenigen verbliebenen Crewmitgliedern und Offizieren das Schiff führen sollte. Von anderen Einheiten hatte der Vulkanier keine Besatzungsmitglieder abziehen können. Sie mussten entweder auf einer der Krankenstationen oder bei der Sicherheit und der Bewachung der Inhaftierten helfen. Selbst Admiral Malik schien von der Epidemie betroffen zu sein, was in den Augen Simsks bestätigte, dass sich der vermeintliche Virus sehr schnell den Umweltbedingungen an Bord anzupassen schien und sich vermutlich über die Zu- und Abluftschächte ausgebreitet hatte.
Nun befand sich der Vulkanier fast allein in der Kommandozentrale des Schiffes, nur Jörn Eriksson war noch an seiner Station und überwachte Kommunikation und die taktischen Systeme, während sich Simsk um nahezu alle anderen Schiffseinheiten kümmern musste. Die Conn hatte er mit dem Autopiloten einigermaßen im Griff, dennoch erachtete der Zweite Offizier es als größte Gefahr für das Schiff nun feindlich gesonnenen Raumschiffen zu begegnen. Hoffnung war dem Vulkanier wie andere Gefühle auch natürlich fremd, aber Simsk versuchte für sich die Wahrscheinlichkeit eines Angriffes und dessen Folgen als möglichst gering zu bewerten. Er blickte zu Lieutenant Eriksson, der seit einigen Minuten nun auch Probleme zu haben schien, sich angemessen auf seine Arbeit zu konzentrieren. Immer wieder räusperte er sich und wischte sich den Schweiß von der Stirn. Simsk zollte dem jungen Menschen hohen Respekt, und zwar nicht erst seit dieser Krise. Auch bei der Rettung der Counselor und Mr. Ob`chs von dem Wüstenplaneten hatten Erikssons technische Kenntnisse entscheidenden Anteil gehabt. Der Kommunikationsspezialist war aber auch im taktischen Bereich und bei Fragen, die den Maschinenraum betrafen, für seine jungen Jahren außerordentlich begabt wie Simsk festgestellt hatte. Nur die besonders jungen Menschen so eigene Begeisterungsfähigkeit war dem Vulkanier fremd und bisweilen höchst suspekt, aber kaum ein Mensch war in dieser Hinsicht ja perfekt.
Ein geräuschvolles Niesen ertönte und Simsk blickte zu dem jungen Mann. Es war immer offensichtlicher, dass nach der Steuerfrau Andrea Karbach und dem Wissenschaftsoffizier Godok nun auch Eriksson so geschwächt war, dass er seinen Aufgaben nicht mehr nachkommen konnte. Daher wandte sich der Vulkanier an ihn: "Mr. Eriksson, Sie sollten sich auf einer der Krankenstationen melden. Sie sind nicht mehr diensttauglich!" Und da Simsk merkte, dass der junge Mann sich nicht so einfach von seinem Posten entfernen wollte, fügte er an: "Ihr Verhalten während dieser Ausnahmesituation war bisher sehr vorbildlich. Sie haben Ihr möglichstes getan. Ich werde das in meinem Bericht für den Captain lobend erwähnen. Nun ist aber Ihre körperliche Unversehrtheit von Vorrang. Begeben Sie sich bitte in medizinische Behandlung. Ich werde es hier auch für einen längeren Zeitraum ohne Unterstützung bewerkstelligen können."

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