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The Lost Mission


"Möglichkeiten & Gelegenheiten"

von Katja Mallok, Volker Simshäuser

Kapitel Drei


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Commander Loomis lag, wie die letzten Stunden bereits auch, in seinem Sessel auf der Brücke. Immer wieder rappelte er sich auf, um nicht gänzlich wie ein Stück schmelzendes Eis aus dem Sessel zu gleiten. Er hatte sein Uniformoberteil aufgeknüpft, weil er sich so erhoffte, mehr Luft zu bekommen. Die Temperatur auf der Brücke war in seinen Augen viel zu warm. Und das schien nicht nur von ihm so empfunden zu werden. Auch die Offizierin an der Conn, Lieutenant Karbach, war seinem Beispiel gefolgt und hatte sich die Uniformjacke aufgeknüpft und hing, einen Arm auf das Terminal aufgestützt, mehr an ihrer Station als sie saß. Loomis ließ kurz einen Blick über die Brücke schweifen, die merkwürdig unterbesetzt schien. Vor Erstaunen über diesen Umstand richtete er sich auf und sah, wie Commander Simsk auf ihn aufmerksam wurde.
"Commander, ich mache mir ernsthafte Sorgen um Ihren Gesundheitszustand!" Der Vulkanier schaute noch ernster als es für ihn ansonsten schon üblich war.
"Ach, Simsk, es geht schon, bin nur etwas überarbeitet...", er schluckte ein-, zweimal, dann hustete er kurz.
"Mit Verlaub, Sir, es sieht ernster aus. Sie waren eben für einen kurzen Augenblick weggetreten."
"Und Sie haben mich nicht geweckt?", entfuhr es Martin. Er war entrüstet, dass sein Stellvertreter ihn in einer solchen Situation gesehen und ihn nicht wieder zu sich hatte kommen lassen.
"Ich war gerade im Begriff, Sir, dies zu tun, als Sie sich von selbst wieder erhoben haben. Außerdem waren Sie leider nicht der einzige Offizier auf der Brücke, der meiner Aufmerksamkeit bedurfte." Der Zweite Offizier machte eine Pause. "Ich musste Lieutenant Vicheyn, Commander Borex, sowie drei weitere Crewmen von ihren Pflichten entbinden."
"Ach, daher sieht es hier so leer aus...", antwortete Loomis und stand ruckartig auf, musste sich aber sofort mit der linken Hand auf der Schulter von Commander Simsk abstützen, der dies mit einem irritiert wirkenden Hochziehen einer Augenbraue zur Kenntnis nahm, aber zuließ. "Wie ist die derzeitige Lage, Simsk?"
"Die Krankenstationen melden nun insgesamt 192 Ausfälle mit steigender Tendenz, verursacht durch die jeweils identischen Symptome Husten, Niesanfälle, extreme Müdigkeit und Gliederschmerzen. Dr. Green und sein Team versicherten mir aber, dass sie mit Hochdruck an der Lösung des Problems arbeiten."
"Wie geht es dem Captain?", fragte Loomis nun.
"Bedauerlicherweise hat sich der Zustand des Captains erheblich verschlechtert. Sein Neuralnetz wird durch wiederholt auftretende Schockzustände sehr in Mitleidenschaft gezogen. Der Doktor hat daraufhin Counselor Wheema zu Rate gezogen und mir seine bisherigen Daten zur Verfügung gestellt, damit ich möglicherweise mit wissenschaftlichen Kenntnissen ihm unterstützend zur Verfügung stehen kann." Bei diesen Worten löste der Vulkanier den Griff Martins auf seiner Schulter und winkte einen Sanitäter heran, der nun Loomis stützte. "Mr. Munroe, Sie bringen den Ersten Offizier nun bitte zu Dr. Green. Er bedarf medizinischer Hilfe." Diese Anweisung seitens Simsk klang nicht so, als ob er bereit war, sie zurückzunehmen, dennoch protestierte Loomis, allerdings, wie er selbst zugab, mehr der Form halber.
"Sie können mich doch nicht einfach...", ein heftiger Niesanfall unterbrach ihn und Simsk nickte dem Krankenpfleger kurz zu, bevor dieser den Ersten Offizier langsam zum Turbolift geleitete. "Halten Sie die Stellung, Simsk!", ließ sich Loomis noch vernehmen, bevor er die Brücke verließ. Jetzt waren Simsk, Lieutenant Karbach, Jörn Eriksson und der Benzite Godok die einzigen, die auf der Brücke, die Stellung hielten, wie es der Commander ausgedrückt hatte.
Simsk hob eine Augenbraue und begab sich dann wieder zu seiner Station, von wo er eine Sichtverbindung an seinem Terminal zum Maschinenraum zu Chief Mitchell erstellte. "Chief! Ich erbitte einen Statusbericht!"
Nach einem kurzen Moment erschien das Gesicht von Alex Mitchell, deren Haar wie immer zerzaust wirkte und die nicht mehr ihre Uniform trug. "Sorry, Commander, hier unten wird es zunehmend heißer, anscheinend die Umweltkontrollen, wir kümmern uns drum!", gab Alex eine kurze Erklärung, weil sie glaubte im Gesicht des Vulkaniers Verwunderung über ihr nicht ganz vorschriftsmäßiges Outfit erkennen zu können. Aber im Maschinenraum tickten die Uhren eben anders.

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