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The Lost Mission


"Möglichkeiten & Gelegenheiten"

von Katja Mallok, Volker Simshäuser

Kapitel Zwei


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Shaaryias Augen öffneten sich und es wurde so schlagartig hell, wie ihn zuvor die Dunkelheit umfangen hatte. Er durchforstete sein Gedächtnis: wo war er zuletzt gewesen? Mit wem hatte er gesprochen? Als erstes fiel ihm der Name Malik ein und eine Erinnerung daran, dass ihm jemand gesagt hatte, sie sei tot. Konnte das stimmen? In seinem Kopf tauchten wieder Bilder auf, wie er als Captain das Kommando über die A.S.S. Friendship bekommen hatte und dann am Wurmloch in eine Meuterei gegen Admiral Malik geraten war, nein, das war nicht richtig, er hatte eine Meuterei durchgeführt, er war der Fletcher Christian der Friendship gewesen, jetzt konnte er sich wieder sehr gut daran erinnern. Die Bilder in seinem Kopf, eben noch so schwammig und unklar wie ein kurzes Dejà Vu wurden wieder deutlicher. Das hier und jetzt, der große Raum, in dem er sich befand, konnte nicht real sein, irgend etwas musste geschehen sein. Vielleicht hatte jemand oder etwas über ihn Macht bekommen...
Ja - genau, das musste es sein. Er erinnerte sich an einen großgewachsenen Mann mit langen Haaren, einen Gärtner, der mit ihm gesprochen und den er nie zuvor gesehen hatte. Das musste es sein. Er war gefangen von diesem Wesen und bekam hier etwas vorgespielt. Für einen kurzen Moment empfand er ein Gefühl des Triumphes, er fühlte sich überlegen und sicher. Sollte dieser merkwürdige Gärtner noch einmal auftauchen, wüsste er sich zur Wehr setzen, egal ob er es hier mit einer Holoprojektion, einem psychischen Übergriff oder sonst etwas künstlichem zu tun hatte.
Doch dann wanderte Shaaryias Blick durch den Raum und er fühlte sich auf einmal vertraut und geborgen in diesem Zimmer. Die Bilder der Meuterei, der Brücke des Schiffes wurden wieder verschwommener, statt dessen kam ihm alles, was er sah, auf eine schon fast beängstigende Art und Weise bekannt vor:
Das Bücherregal mit einer Reihe altmodisch gebundener Bücher, das Portraitbild, das ihn neben der großen Dichterin Kilam von Betazed zeigte, das tholianische Emox und die Ferengi-Totenmaske....und dann die vielen Fotos auf seinem Nachttisch, die ihn mit einer Frau zeigten...nein, nicht mit einer, sondern mit der Frau seines Lebens, der bajoranischen Journalistin Benizaa Larys. Ein Bild zeigte sie neben ihm nach der traditionellen bajoranischen Hochzeitszeremonie. Ein anderes hingegen, auf dem sie merklich gealtert war, bildete ihn und sie, neben zwei anderen ältlichen Personen, die er gut zu kennen glaubte, ab: Enola Wheema und Martin Loomis. Shaaryia erhob sich langsam aus dem Bett, in dem er erneut aufgewacht war - ja, hier hatte er schon einmal gelegen, bevor er sich mit dem Gärtner unterhalten hatte - und streckte sich, dabei stechende Schmerzen verspürend. Er bemerkte nun wieder, dass sein Körper alt und gebrechlich wirkte, er sich aber geistig viel jünger fühlte. Stimmte hier vielleicht doch etwas nicht? Gedanken schwirrten durch sein Gehirn, als ob dort ein Wirbelsturm herrschte. Friendship, Malik, Larys...es fiel ihm schwer, ein System in diesen Irrgarten in seinem Kopf zu bringen.
Bevor aber diese grüblerischen Gedanken die Oberhand gewinnen konnten, griff er nach einem der Bilder neben sich auf dem Tischchen. Er nahm das Bild, was ihn bei seiner Hochzeit zeigte und blickte es einen langen Moment unverwandt an. Die Wärme, die sich in den Augen von Larys spiegelte, durchfuhr ihn und er ließ sich wieder in das Bett sinken. Sein Leben kam ihm auf einmal auf fast beklemmende Weise sehr angenehm vor. Für einen kurzen Moment musste er wieder an die Friendship denken, wischte diese Gedanken aber beiseite. Das musste lange, lange her sein. Vergangenheit. Aus und vorbei.
Er schloss wieder die Augen. Wohlige Wärme breitete sich aus und er hatte das Gefühl auf ewig angenehm eingebettet einschlummern zu können. Für einen kurzen Moment dachte er bei sich: 'Wenn das der Tod ist, der an meine Tür klopft, lasse ich ihn gerne herein, alt genug und müde vor allem bin ich`, dann lachte er heiser über seine kindischen Gedanken und blinzelte kurz auf, als ihn ein Schock durchfuhr.

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