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The Lost Mission


"Möglichkeiten & Gelegenheiten"

von Katja Mallok, Volker Simshäuser

Kapitel Eins


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Es herrschte Dunkelheit... Finsternis... und das einzige wahrnehmbare Geräusch war ein immer lauter werdendes Rauschen - auf- und abwogend, nicht statisch wie das einer abgebrochenen Übertragung... Es setzte sich fest und spülte über die Innenseite seines Schädels, als hätte es den Umweg über die Ohren nicht nötig, sondern entstünde im Innern seines Kopfes, brandete mit aller Wucht gegen seine Augen und drückte die Lider explosionsartig auseinander.
Shaaryia erschrak ob der plötzlichen Helligkeit: Obwohl es augenscheinlich Nacht oder doch zumindest Abend sein musste, überspannte ihn doch ein tief schwarz-blauer Himmel, aus dem ihm Myriaden von Sternen entgegen glitzerten. Shaaryia blickte zur Seite. Durch die kleinen Säulen eines wohl steinernen Geländers sah er die Wogen eines weiten Ozeans, auf dem die Sternenlichter blitzend reflektiert wurden. Es nahm noch einige weitere Sekunden in Anspruch bis Shaaryia in der Lage war, die optischen Informationen mit den akustischen in seinem Kopf zu verknüpfen und ihm klar war, dass er das Meeresrauschen vernahm. Er stütze sich mit einiger Mühe auf den Ellenbogen, denn erstaunlicherweise lag er auf dem Boden einer großen Terrasse, die hoch über der See schwebte. Shaaryia schüttelte langsam den Kopf.
"Sir?"
Er wandte sich der Stimme zu und sah einen Vulkanier in den Türen einer unbeleuchteten Glasfront hinter sich stehen. Er trug ein Tablett, dessen Inhalt Shaaryia allerdings nicht ausmachen konnte und war auch schon während dieses Gedankengangs des Halbromulaners zu ihm geeilt, um ihm aufzuhelfen.
"Sind Sie gestürzt?" Der Vulkanier schob, nachdem er das Tablett auf dem Boden abgestellt hatte, vorsichtig die Hände unter Shaaryias Arme und zog ihn mit festem Griff in die Höhe.
"Nein... ich... denke nicht." Shaaryia war über die Heiserkeit seiner Stimme erschrocken. Jetzt, da er stand, bemerkte er, wie matt und müde er sich fühlte. Der Vulkanier, der seinen Griff noch nicht gelöst hatte, führte Shaaryia zu einem Liegestuhl in der Nähe der Brüstung.
"Setzen Sie sich, Sir. Ich rufe Ihren Arzt." Der Vulkanier stellte sicher, dass Shaaryia sich hinlegte und noch bevor der Halbromulaner widersprechen konnte, verließ er die Terrasse.
Shaaryia atmete tief ein und genoss die frische Meeresluft. Sein Blick wandte sich vom Ozean ab und fixierte das Gelände zu seiner linken, welches ihm wie ein großer Garten vorkam. In einiger Entfernung dort erblickte er einen großen Mann sportlicher Statur mit langen, zusammengebundenen Haaren, der in einem Blumenbeet etwas zu arbeiten schien und sich nicht für ihn zu interessieren gedachte.
Shaaryia sah nun an seinem Körper herab und stellte fest, dass er ein langes weißes Gewand trug, mit dem der leichte Wind sanft spielte. Er hob einen Arm und hielt eine Hand gegen den Himmel. Irgendetwas stimmte nicht. Shaaryia betrachtete sein Hand genauer... sie war alt... adrig und von Falten übersät. Er schrak hoch, den Blick auf seine Hand gebannt. Panik stieg in ihm auf. Auch die andere? Auch die andere Hand war alt und faltig. Shaaryia sprang beinahe auf, verwirrt blickte er um sich. 'Ich kenne das nicht... Wo bin ich... Wie... Wer bin ich?' Er stürzte zur Brüstung und spähte in die Dunkelheit hinab. Am Fuße der Klippe, auf der er stand, brachen sich die Wellen des Meeres in weißen Gischtkronen. Er glaubte, das Prasseln jedes einzelnen Tropfen gegen die Steilwand zu hören, aber über das Tosen hinweg vernahm er leise Schritte in seinem Rücken. Hektisch fuhr er herum, die Arme in einer Abwehrhaltung erhoben.
Der Vulkanier war in Begleitung eines weiteren Mannes wieder auf die Terrasse getreten. Er flüsterte diesem etwas zu, wovon er wohl meinte, dass Shaaryia es nicht hören konnte. Aber der Halbromulaner musste sich nicht einmal anstrengen, um den Worten zu folgen. "Er scheint wieder verwirrt..."
Der andere Mann nickte kaum merklich und ging auf Shaaryia zu, bedrohlich wie es diesem schien. "Bleiben Sie stehen!" Shaaryia streckte einen Arm aus, um den anderen aufzuhalten, sollte er noch näher kommen.

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