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Dunkelheit. Eine ihm nun schon vertraute Dunkelheit umfing ihn. Erst nach einem Blinzeln erkannte er, dass es so dunkel gar nicht war:
Er befand sich unter freiem Himmel, und nur wenige künstliche oder natürliche Lichter erhellten einen klaren Abendhimmel. Er vernahm das leise Rauschen des Meeres, sah in der Ferne das silberne Glitzern des Mondes, das sich auf der ruhigen See spiegelte. Shaaryia schloss die Augen, atmetete in tiefen Zügen die tiefe Abendluft und blickte vom Meer hinüber zu den hängenden Gärten, die die Terrasse, auf der er saß, umgaben. Dort sah er einen... Nein, seinen Gärtner... arbeiten, die wohlvertraute große Gestalt, die langen Haare unter dem Strohhut verborgen. Shaaryia hob die Hand, und der Gärtner winkte jovial zurück. Der Halbromulaner ließ sich wieder in seinen bequemen Sessel sinken und zog die Decke wieder über seinen Beinen zurecht. In diesem Augenblick fühlte er sich vollkommen im Reinen mit sich selbst. Alles war richtig. Alles fügte sich zu einer harmonischen Gegenwart zusammen. Dann vernahm er Geräusche, die näher kamen. Er erkannte den vulkanischen Mann, der ihm als sein Diener vorgestellt worden war, sowie einen jungen Bolianer und eine menschliche Frau. Sie wirkten eifrig, nervös und ehrfurchtsvoll - in jeder Hinsicht so, dass er sie auf keinen Fall näher kennen lernen wollte. Jetzt, in diesem, so perfekten Moment, wollte er mit sich alleine sein. Er wollte ganz in der Klarheit des Sternenhimmels aufgehen. Sollte es nun an der Zeit sein zu sterben - er wäre bereit und willig. Seine Gedanken kreisten um Larys, verschwanden wieder, und er schloss die Augen mit dem Wunsch, sie nie wieder öffnen zu müssen.
"Vielleicht ist die doch nicht der geeignete Moment, den Admiral mit einem Gespräch zu belasten," vernahm Shaaryia die leise Stimme des Vulkaniers.
"Das verstehen wir natürlich," meinte der andere Mann sofort, doch man konnte Bedauern aus seiner Stimme vernehmen.
"Und wenn Sie ihn ganz vorsichtig...", begann die Frau, "es wäre sooo wundervoll, wenn die Leser der Common News einen Einblick in das ganz private Leben unseres größten Helden bekommen könnten."
Der Vulkanier machte eine abwehrende Handbewegung, doch Hagro Shaaryia lächelte und ließ sich vernehmen: "Schon gut, Solvek, lassen Sie unsere Gäste Platz nehmen." Wo sie nun einmal hier waren, erschien er ihm die einfachste Lösung, ihrem Gesuch stattzugeben: So konnte er, falls er genug hatte, sie jederzeit wieder loswerden. Mit Bedauern und einem leisen Seufzen nahm er von seinem perfekten Augenblick Abschied.
Michelle Forbes betrat mit ernster Miene das Büro des Chefarztes.
Dieser hatte Kopf auf den auf dem Tisch aufgestützten Armen gelegt, und rührte sich nicht.
Zögernd fragte sie: "Dr. Green?", doch ihr Vorgesetzter hatte wohl doch nicht das Bewusstsein verloren und hob nun schwerfällig den Kopf. "Ich habe die Versuchsreihe beendet. Ich konnte den Erfolgsquotienten immerhin auf etwa 18,43% erhöhen. Das ist immerhin ein kleiner Fortschritt, meinen Sie nicht auch?"
Dr. Green erhob sich langsam und strich sich mühsam die Haare aus dem Gesicht. Seufzend erwiderte er: "Kleine Fortschritte helfen uns leider nicht viel, Dr. Forbes. Uns läuft wirklich ernsthaft die Zeit davon."
"Was haben Sie denn da?" Sie wies auf einen Stapel Padds, die von Greens Oberkörper bislang verdeckt gewesen waren.
"Ich habe versucht herauszufinden, durch was die Mutation der Grippe ausgelöst wurde. Wie Sie sehen, bin ich aber auch nicht mehr ganz auf der Höhe, deshalb komme ich nur mühsam voran. Ich möchte alle Krankenakten durchsehen, um anhand des Zeitpunktes der Krankmeldung feststellen zu können, ob sich ein Muster feststellen lässt."
"Ich sollte Ihnen helfen, denn das klingt ja wie die sprichwörtliche Suche nach der Nadel im Heuhaufen, Sir!" Die Ärztin zog einen Stuhl zu sich und setzte sich.
"Ja, das trifft es gut. Aber es ist die einzige Chance, die ich noch sehe. Wir müssen herausfinden, durch was die Mutation ausgelöst worden ist. Wenn wir das wissen, können wir sicherlich den Erfolgsquotienten des Gegenmittels erhöhen." Green blickte zur Tür, in der Benakka stand, zwei Becher mit einem Vitaminkonzentrat in Händen haltend.
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