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The Lost Mission


"Die Ehre des Kopfjägers"

von Katja Mallok, Volker Simshäuser

Kapitel Vier


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Etwas später auf dem Planeten Tholus
Außerhalb des kleinen Raumes innerhalb der Höhle, in dem sich Enola mit dem Vorta befand, waren Schüsse zu hören und aufgeregtes Geschrei. Offensichtlich bemühten sich die Angehörigen des gegnerischen Stammes, ihre telepathische Sperre zu sichern, indem sie Kelrk und seine Jäger angriffen. Die zwei Wächter, die Enola und den kleinen Mann beobachteten, blieben aber ruhig auf ihren Posten. Enola setzte sich auf den Boden und drehte den Kopf so, daß sie in das Gesicht des Vorta blicken konnte. Dieser rührte sich jedoch nicht.
"Haben Sie die Sprache verloren? Sonst sind die Angehörigen Ihres Volkes doch immer sehr gesprächig...", versuchte die Counselor den kleinen Vorta zum Sprechen zu bringen. Doch sie erhielt keine Antwort. Sie stand wieder auf und ihr Blick schweifte durch die Höhle und schließlich an die Decke. Was sie dort sah, vielmehr spürte, ließ sie langsam auf die Knie sinken. Als ob man auf ihren Kopf mit einem Hammer schlagen würde, als ob man ihre Augen mit grellstem Sonnenlicht bestrahlen würde, so empfand sie den Blick nach oben. Unter einem schmerzvollen Stöhnen setzte sie sich neben den Vorta, der jetzt zu sprechen begann.
"Sehen Sie. Es ist besser, nicht nach oben zu schauen. Die telepathischen Kräfte sind sehr stark und Sie spüren sie erst richtig, wenn sie in die Sperre blicken. Ich mache das schon seit Tagen mit."
Enola blinzelte immer noch etwas benommen in das Gesicht des Vorta.
"Ich bin Bathaki, Administrator der 4. Inkarnation des Tholus-Sektors. Und sie gehören zu der Alpha-Allianz..." Seine Augen weiteten sich interessiert, als er die Uniform Enolas studierte. "Wenn Sie hier sind, können Sie nur von der Friendship sein." Er lachte für einen Moment laut auf. "Das ganze Dominion jagt dieses Schiff, und ich sitze in diesem Loch fest und einer der Offiziere sitzt mir gegenüber. Es ist unfaßbar!" Wieder ertönte das vorta-typische Lachen. Erst als einer der Wächter, ein echsenähnliches Wesen, erstaunt zu ihm blickte, verstummte er. "Was ein Jammer! Wenn ich Sie an Weyoun oder Eveenaa übergeben könnte, dann wäre ich bald Administrator in einer Welt, weit weg von diesem Abschaum." Die letzten beiden Worte betonte er lauter.
Enola war den Worten des Vorta nicht sehr aufmerksam gefolgt. Immer noch mußte sie den unbeschreiblichen Druck der Sperre über ihrem Kopf verarbeiten, wobei sie sich bereits fragte, wie es diese so primitiv wirkenden Völker geschafft hatten, solch eine wirkungsvolle Barriere zu errichten. Nur mühsam formulierte sie eine kurze Antwort an den Vorta. "Ich bin Counselor Enola Wheema von der A.S.S. Friendship. Was, bei den Göttern von Rix, ist das hier?!"
"Hat man Sie nicht darüber in Kenntnis gesetzt, was Sie hier sollen?"
"Doch, aber ich dachte, da Sie doch schon länger hier sind..."
Der Vorta winkte mißmutig ab. "Was heißt das schon?" Er schnaubte. Nur mäßig interessiert wollte er wissen: "Sind Sie ein Mensch?"
"Nein, Betazoidin. Und Sie sagten, Sie seien die 4. Inkarnation? Was bedeutet das eigentlich für Ihre Individualität? Ist es nicht merkwürdig, daß man nicht einzigartig ist und über sein "Ich" bestimmen kann?" Enola fragte sich insgeheim, wieso sie diesem Vorta jetzt solche Fragen stellte, wo es doch eigentlich im Moment weiß Gott wichtigeres zu erledigen und zu erfahren galt. Dem Gesichtsausdruck des Vortas nach zu urteilen, war er der selben Meinung, dennoch antwortete er, zumindest gewissermaßen, auf ihre Frage.
"Ich diene den Gründern. Das ist alles, was zählt."
Täuschte sie sich oder war in der Stimme des Vortas eine gewisse ironische Spitze zu hören gewesen? Bezog sich das auf ihre Frage oder auf seine Antwort? Enola beschloß jedenfalls, hellhörig zu bleiben.

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