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Circa eine halbe Stunde nach dem Erhalt des Notrufs
Das Shuttle trieb verlassen im All. Von weitem näherte sich die Friendship dem Stück Treibgut, daß auf den Monitoren des großen Schlachtschiffes schon lange in Sichtweite gekommen war. Weder Ob’ch noch Enola, die das Shuttle für ihre Mission benutzten, hatten sich bisher zurückgemeldet. Schließlich hatte ein schwaches Notsignal die Friendship in Alarmbereitschaft versetzt. Auf den Funkspruch der Brücke war keine Antwort erfolgt und letztlich war noch ein anderes Schiff für kurze Zeit in Sichtweite gekommen.
Nun sollte sich Commander Loomis auf Shaaryias Befehl an Bord des Shuttles begeben. Loomis fühlte sich nicht gerade wohl bei dieser Aufgabe. Er hatte dem Temeriten von Anfang an kein Vertrauen entgegengebracht. Mit seinem möglichen plötzlichen Verschwinden fand Loomis sich in seinem Mißtrauen bestätigt. Das sich allerdings auch Enola nicht meldete, stimmte ihn bedenklich. Hoffentlich war ihr nichts passiert. Der Commander konnte sich gut vorstellen, daß sie den Notruf allein abgesandt hatte. Auch wenn er es sich nicht anmerken ließ, überkam ihn doch ein Gefühl der Beklemmung, als er mit drei Sicherheitsoffizierin in dem Shuttle nach dem Rechten sehen sollte. Sein Körper wurde in winzige Einzelteile zerlegt und bei seiner Ankunft im Shuttle wieder zusammengesetzt – ein flaues Gefühl breitete sich in seinem Magen aus.
Seine Augen blinzelten und mußten sich erst an das flackernde Licht der Konsolen gewöhnen, die in einem synchronen Rhythmus aufblinkten. Aus besonderer Vorsicht tastete Loomis nach dem Phaser an seiner Seite und ließ ihn in seine Hand gleiten. Das, was er allerdings nun sah, würde er damit nicht beeindrucken können. Mitten auf engstem Raum befanden sich drei Gestalten mit ihm und den Sicherheitsleuten, die alle in dunkle Rüstungen gehüllt waren und sich wilde Laute an den Kopf warfen. Ähnlich wie Ob’ch waren die Männer überall mit Waffen versehen.
Loomis schluckte. Solche Leute hatte er nie zuvor gesehen. Freundlich sahen sie jedenfalls nicht aus und sie schienen gerade eine helle Freude daran zu haben, das Raumschiff auszuschlachten. Eine Reihe der Steueramaturen war jedenfalls schon komplett nicht mehr wiederzuerkennen und eine der Gestalten, die Loomis für einen kurzen Moment für Ob’ch hielt, fummelte gerade neugierig an einem Phasergewehr herum, daß er an Bord gefunden hatte. Beinahe hatte der Erste Offizier den Fehler begangen das Echsenwesen anzusprechen, als es ihm das Gesicht zuwandte. Im Gegensatz zu Ob’ch besaß es jedoch zwei Augen. Auch der Klang seiner Stimme klang unzivilisierter und rauher als der von Ob’ch.
"Kelrk, wir haben unerwarteten Besuch? Was sollen wir mit ihm machen?"
"Phaser, Mr. Rhodes!", befahl Martin instinktiv, als er bemerkte, daß man sie entdeckt hatte. Loomis deutete "Kelrk" zuerst als den Laut einer fremden Sprache, bemerkte dann aber, daß es sich wohl um einen Namen handeln mußte, denn die Größte der drei Gestalten drehte sich nun zu Loomis und seinen Begleitern um. Das Gespräch schien ihm so lästig zu sein, wie eine nervende Fliege zu verscheuchen. Immerhin gab es für Loomis jetzt keinen Zweifel mehr, daß es sich bei den Wesen vor ihm um Temeriten handelte.
Der Mann, der mit Kelrk angesprochen wurde, starrte ihn unter buschigen Augenbrauen heraus an und verzog das bärtige Gesicht zu einem übertrieben breiten Grinsen. "Wen haben wir denn da?"
Loomis kam sich ziemlich unbeholfen vor und zudem auch noch lächerlich, wenn er auf seinen winzigen Phaser und die drei Männer neben ihm blickte, die ebenfalls etwas eingeschüchtert wirkten. Verglichen mit dem Waffenarsenal der Temeriten schienen Loomis, Rhodes und die anderen eher wie bajoranische Mönche beim traditionellen Friedenslichterfest zu wirken. Er hegte nur noch einen Gedanken: So schnell wie möglich von hier wegzukommen.
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