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The Lost Mission


"Die Entscheidung, Teil 2"

von Katja Mallok, Volker Simshäuser

Kapitel Fünf


 « :: Kommentare :: » 

"Jaaah, das war blöd von mir; aber ich hatte so eine Riesenwut auf dich, ich glaube, wenn ich eine Klingonin gewesen wäre, ich hätte dich mit einem Dolch... "
"Schsch. Kein Wort mehr darüber. Wir wollen uns wieder vertragen, ja?! Wir Mitchells müssen doch zusammenhalten, oder, so wie immer bisher" Mit diesen Worten nahm Alex Claire bei den Schultern und hielt sie ein Stück von sich weg, um ihr ins Gesicht blicken zu können. Sie faßte sie unters Kinn und grinste sie aufmunternd an.
Claire nickte nachdrücklich. "Okay, einverstanden, Schwesterherz... – Aber du mußt mir versprechen, daß du mich nie wieder schlägst!"
"Einverstanden. Und was das andere angeht: Wir sind ja noch nicht allzu lange auf diesem Schiff, da ist es ja klar, daß du dich noch ein bißchen einsam fühlst Aber du hast doch schon bestimmt einige nette Leute kennengelernt, zum Beispiel Commander Borex oder diesen Boleyn. Mache dich doch mit deinen Kollegen bekannt. Schau dir das Schiff an. In der Starlight Lounge ist bestimmt immer ‘was los. Oder besuche das Holodeck, oder das Arboretum... Es gibt doch so viele Möglichkeiten auf einem so großen Schiff wie der Friendship!" Alex legte eine Pause ein, um zu beobachten, wie ihre Schwester auf diese Vorschläge reagierte. Offensichtlich positiv, denn sie sah nun schon wieder wesentlich optimistischer aus. Alex fuhr deshalb nun mit feierlicher Stimme fort: "Und eins verspreche ich dir, Claire: Ich werde alles tun, um dich und uns alle wieder sicher und gesund nach Hause zubringen, alles! Das kannst du mir glauben!"
Als sie sah, daß Claire sich jetzt wieder völlig beruhigt hatte, fügte sie, nun wieder in ihrer normalen, etwas burschikosen Art hinzu: "Und jetzt: Gute Nacht und schlaf‘ schön, Claire! Ich muß jetzt jedenfalls sofort ins Bett, sonst falle ich um und bin vor einer Woche nicht mehr wachzukriegen, selbst wenn es in der Zwischenzeit drei Meutereien geben sollte oder du plötzlich auf die Idee kommen solltest, talarianischen Alba Ra oder eine klingonische Oper hören zu wollen!" Mit diesen Worten wankte sie mit letzter Kraft zu ihrem eigenen Bett, ließ sich darauf fallen und schmiß sich die Decke über. Sie hörte gerade noch ein leises
"Gute Nacht, Alex!" von Claire, bevor sie schon eingeschlafen war.

  Hagro Shaaryia fühlte ein merkwürdig hohles Gefühl in der Magengegend. Es dauerte eine ganze Weile, bis ihm aufging, daß es Hunger war. Er konnte sich auch wirklich nicht erinnern, wann er das letzte Mal eine richtige Mahlzeit zu sich genommen hatte. Da er keine Lust hatte, alleine in seinem Quartier zu essen, begab er sich auf den Weg zur Starlight Lounge. Unterwegs begegnete er einigen Crewmitgliedern, die ihn grüßten oder ihm freundlich zunickten. Es war ein gutes Gefühl, seit langer Zeit wieder einmal nur Zustimmung zu erfahren von denen, die er kommandierte, und Shaaryia sonnte sich ein wenig darin. Aber schnell – allzu schnell, wie er sich bedauernd sagte – holte ihn wieder die Realität ein. Er mußte einräumen, daß schließlich diejenigen auf der Friendship, die ihm nicht so wohlgesonnen waren, oder die ihn sogar als Verräter betrachteten, sich in Arrest oder jedenfalls in sicherem Gewahrsam befanden und ihm nicht hier in auf dem Schiff über den Weg laufen konnten, nachdem Turvek seine "Befragungen" durchgeführt hatte. Aus diesem Grund betrat Shaaryia das Kasino letztendlich mit sehr gemischten Gefühlen, eine Empfindung, die ihm – vor allem seit Beginn der Mission – sehr vertraut war.
Er steuerte auf einen alleinstehenden Tisch in einer ruhigen und entlegenen Ecke des Restaurants zu und setzte sich. Trotz seines bemüht unauffälligen Sitzplatzes war er nicht der Aufmerksamkeit des vielbeschäftigten Lt. Nectorus entgangen, dem er durch dieses Manöver versucht hatte zu entkommen. Mit einem frustrierten Seufzen sah er dem Casinobetreiber entgegen, der mit entschlossener Miene auf ihn zusteuerte.

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