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The Lost Mission


"Die Entscheidung, Teil 2"

von Katja Mallok, Volker Simshäuser

Kapitel Fünf


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Fünf Tage später

  Als Alex Mitchell ihr Quartier mit schlurfenden Schritten betrat - sie hatte es seit den letzten Tagen nicht mehr betreten, sondern die meiste Zeit der vergangenen Nächte im Maschinenraum verbracht - riß sie erst einmal vor Staunen ihre müden Augen auf: Claire hatte aufgeräumt! Alle Kleidungsstücke, die auf dem Boden verstreut herumgelegen hatten – weg! Die umgefallenen Stühle – wieder an ihrem Platz! Und der Krimskrams, den ihre Schwester immer irgendwo auftrieb – anscheinend hatte sie auch diesen in den Schränken und Schubladen ihres gemeinsamen Appartements untergebracht! Alex dachte leicht amüsiert bei sich: ‚Das ist ja wirklich das Allerneuste – Claire räumt freiwillig auf, ohne daß ich sie ein Dutzendmal darum bitten und es am Schluß doch selbst machen muß! Ich glaube, diese Neuigkeit ist so weltbewegend, daß ich sie am besten dieser bajoranischen Journalistin mitteile. Das muß unbedingt in der Öffentlichkeit bekannt gemacht werden.‘ Sie ging ins Schlafzimmer weiter. Und dort sah sie dann endlich auch ihre Schwester. Sie lag im Bett, und nur ihr bunter Haarschopf lugte noch unter der Bettdecke hervor. Anscheinend schlief sie schon. Leise, um sie nicht aufzuwecken, zog Alex ihren Schlafpyjama an, verrichtete ihre Abendtoilette und schlüpfte ebenfalls in ihr Bett. Sie machte das Licht aus und kuschelte sich tief in ihre Kissen. "Endlich!", seufzte sie, unendlich müde. "Jetzt würde mich noch nicht einmal ein klingonischer Todesschrei wieder munter machen"
Sie war gerade dabei, ins Reich der Träume hinüberzugleiten, als ihr auffiel, daß mit Claire irgend etwas nicht stimmte: Sie atmete viel zu unregelmäßig, als daß sie wirklich schlafen konnte, und Alex meinte auch, ein leises Schluchzen gehört zu haben. Betroffen richtete sie sich auf und befahl dem Computer, das Licht wieder etwas heller zu machen. Dann begab sie sich zur anderen Seite des Raumes und setzte sich auf Claires Bett.
Claire! Was ist denn? Fühlst du dich nicht gut? Ist irgend etwas mit diesem... äh, Boleyn...?", fragte sie besorgt. Claire kroch unter ihrer Bettdecke hervor. Sie hatte ein total verheultes Gesicht. Alex öffnete eine Schublade ihres Nachttisches und reichte ihr ein Taschentuch. "Hier, nimm‘ erst mal das und wisch‘ dir die Tränen ab!
Claire nahm das Taschentuch mit zittriger Hand entgegen. Sie fuhr sich damit ein paarmal mit fahrigen Gesten über das Gesicht. Dann putzte sie sich äußerst geräuschvoll die Nase.
"So, brav. Und jetzt erzählst du mir in aller Ruhe, was dich bedrückt!"
Mit stockender und weinerlicher Stimme fing Claire an, immer wieder von vereinzelten Schluchzern unterbrochen: "Also es ist, weil... Weil... " Während sie versuchte, einen zusammenhängenden Satz zu sagen, verkrumpelte sie das Taschentuch in beiden Händen. "... Oh, Alex, ich habe gedacht, du hast mich nicht mehr lieb und ich will, ich will wieder nach Hause... Und bei uns sagen alle, daß wir nicht zurückfliegen können wegen diesen blöden Jem’Hadars und... ich bin ganz alleine... " Sie konnte nicht weitersprechen. Sie warf sich ihrer älteren Schwester mit einem lauten "Ach, Alex!" in die Arme. Diese, etwas perplex über das seelische Tief ihrer Schwester – sie selbst fühlte im Moment außer ihrem dringenden Schlafbedürfnis eigentlich nur Erleichterung, weil es anscheinend im Moment auf dem Schiff etwas ruhiger lief –, ließ sie erst einmal gewähren. Sie begnügte sich damit, tröstende Worte zu murmeln und ihr über das Haar zu streichen.
"Aber Claire, natürlich habe ich dich noch lieb! Du bist doch meine Schwester, und ich habe doch nur noch dich! Wie kannst du nur so etwas von mir denken?!"
"Aber, aber du hast mich geschlagen. Und du hast mich angeschrien!"
"Ich weiß, Claire, und es tut mir leid. Ich hätte das nicht tun dürfen, aber mir ist einfach die Hand ausgerutscht. Weißt du, ich stehe im Moment ziemlich unter Streß, und dann habe ich das an dir ausgelassen. Aber, Claire, ich habe doch schon versucht, mich dafür zu entschuldigen, weißt du nicht mehr? Als du mit Commander Borex ins Quartier kamst. Da bist du einfach fort gelaufen!"

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