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The Lost Mission


"Die Entscheidung, Teil 2"

von Katja Mallok, Volker Simshäuser

Kapitel Zwei


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In der Krankenstation war es mittlerweile etwas ruhiger geworden; die meisten Verletzten waren inzwischen versorgt und es kamen vorerst kaum neue hinzu. Dr. Green hatte gerade Mr. Boleyn fertig behandelt, der daraufhin die Krankenstation verließ.
Der Doktor schaute sich um und klatschte in die Hände. "Meine Damen und Herren, Pause! Ich lade Sie alle auf einen Raktajino in mein Büro ein!"
Einige seiner Untergebenen kamen zu ihm und baten ihn, es ihnen nachzusehen, wenn sie lieber sofort ihr Quartier aufsuchen und sich frisch machen bzw. sich dort ausruhen wollten. Die anderen, unter ihnen Dr. Forbes, Lt. Benakka und Ensign Willem, folgten gerne seiner Einladung.
Als sich alle im Büro versammelt hatten, forderte Dr. Green im Replikator die gewünschten Getränke an, hauptsächlich Raktajino und einige andere belebende Getränke. Er selbst bestellte einen ganz normalen terranischen Kaffee mit Milch und Zucker. Er dachte bei sich: ‚Für die Menschen des 20. Jahrhunderts war dieses Getränk ein gutes Stärkungs- und Wachhaltemittel, warum sollte es heute nicht genauso gut funktionieren?!‘
Plötzlich merkte er, wie er angestarrt wurde. Er drehte sich mitsamt dem Tablett abrupt um, daß einige der Tassen und Becher bedenklich wackelten und blickte in die Augen des MHN-Programms.
"Ich hätte es ja sehr nett gefunden, wenn Sie mich auch nach meinem Wunsch gefragt hätten!", sagte es vorwurfsvoll.
"Aber Sie trinken doch überhaupt nicht", war Greens verdutzte Antwort.
"Trotzdem wäre es ein Gebot der Höflichkeit gewesen, auch mich in ihre Runde mit einzubeziehen! Bekomme ich denn noch nicht einmal einen Sitz angeboten?!"
Dr. Green sah sich um. "Wie Sie sehen, sind alle Plätze bereits besetzt. Aber bitte, lieber Doktor, nehmen Sie sich doch einen Stuhl aus dem Behandlungsraum."
Der Holo-Doc marschierte kopfschüttelnd und vorwurfsvoll "Ts-ts!" machend ins Nebenzimmer und kam mit einem Hocker wieder zurück, auf den er sich mit einem demonstrativ verdrießlichen Gesichtsausdruck niederließ. Er verschränkte die Arme vor der Brust und blickte Green an, welcher nur leichthin meinte: "Na also, sind Sie nun zufrieden?"
In der gemütlichen kleinen Runde, in der sie jetzt zusammensaßen, entspannen sich schon bald Gespräche über dieses und jenes. Thema Nummer Eins war aber natürlich die Meuterei: Die Leute erzählten, wie es ihnen ergangen war und was sie in den letzten Tagen alles erlebt hatten; und offensichtlich gingen die Meinungen über die Rechtmäßigkeit der Handlung Shaaryias und über das undurchsichtige Verhalten Admiral Maliks hier in der Krankenstation genauso weit auseinander wie im Rest des Schiffes auch.
Der junge Ensign Willem fragte seinen Vorgesetzten: "Was halten Sie denn von der ganzen Sache? Als Commander wissen Sie doch bestimmt über alles Bescheid, was sich oben auf der Brücke zwischen dem Admiral und Captain Shaaryia abgespielt hat Wir hier unten erfahren ja so gut wie nichts. Und was so alles an Gerüchten herumschwirrt... Darauf kann man sich ganz bestimmt nicht verlassen. Was ich da so alles gehört habe! Ich habe sogar schon gehört, daß Admiral Malik tot sei, oder daß Captain Shaaryia angeblich übergeschnappt sein soll, oder...!"
"Mein junger Freund", ließ sich das MHN-Programm in einem belehrenden Tonfall vernehmen, "wenn Sie etwas von Dr. Green erfahren möchten, müssen Sie ihn schon zu Wort kommen lassen!"
Erleichtert, daß der Redeschwall des aufgeregten Ensigns, der da auf ihn niedergestürzt war, ein Ende hatte, blickte Dr. Green das MHN-Programm an. Vielleicht war dieses Holoprogramm doch zu mehr nützlich, als Daten vom medizinischen Tricorder abzulesen!

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