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The Lost Mission


"Die Entscheidung, Teil 2"

von Katja Mallok, Volker Simshäuser

Kapitel Eins


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Doch dann plötzlich diese wenigen Stunden und ihre so unbegreiflichen Ereignisse. Eriksson hatte einmal von dem Kobayashi Maru-Test gehört, den in früheren Zeiten jeder Offiziersanwärter zu bewältigen hatte. Ein Frachter dieses japanischen Namens sollte dabei vor dem Angriff eines Feindes gerettet werden. Aber die Mission war von vornherein zum Scheitern programmiert worden, lediglich die Reaktion der Kandidaten auf das bevorstehende Ende und ihren sicheren Tod sollte getestet werden. Der junge Mann war von dem Test fasziniert, seit sein Vater und seine Schwester, die über zwanzig Jahre älter als er war, ihm davon erzählt hatten. Seit der Verschärfung des Krieges und der Gründung der Allianz war der Test nicht mehr Pflicht an der Akademie. Für Romulaner und Klingonen war er erstens nicht geeignet, da sie ganz andere Ansichten von Ehre, Pflichtgefühl und Tod hatten, und zweitens blieb bei der kriegsbedingten kurzen Ausbildung nicht mehr die Zeit für solche zusätzlichen Spielereien. Und doch hätte Eriksson diesen Test gerne unternommen. Vielleicht hätte er ihm jetzt in dieser ausweglos wirkenden Situation geholfen.
Das grimmig klingende Räuspern eines der Klingonen seines Trupps holte den Lieutenant wieder in die Realität des grauen und nur schwach beleuchteten Ganges zurück. Towrol, ein Senior-Offizier des regulären Sicherheitspersonals des Schiffes, blickte ihn entschlossen an.
"Eriksson, was ist los? Sie wirken, als ob Sie gleich in Tiefschlaf fallen würden? Ich kann Sie gerne eine Zeit lang ablösen, dann können Sie dahinten neben Hethrjo ein Nickerchen machen." Er wies auf den Tellariten, der im Tiefschlaf in einer Ecke des Ganges zusammengekauert lag.
"Er kann doch nicht einfach einschlafen! Warum haben Sie ihn nicht geweckt? Wenn Malik etwas unternommen hätte, dann wären..."
"...wir zwei ja noch da gewesen. Lassen Sie ihm den Schlaf. Tellariten sind von Natur aus mißmutig, und wenn sie nicht genügend Schlaf kriegen, wird es noch schlimmer. Wenn das Dominion erst mal weiß, wo wir sind, brauchen wir unsere Kraft, um ihnen entgegen treten zu können."
Eriksson war wieder hellwach. An diese Möglichkeit hatte er nicht gedacht. Er betrachtete Towrol, den er erst seit wenigen Stunden kannte und blickte auf die Übungen, die der Klingone mit seinem Bat’leth machte. Das Dominion würde sicherlich nicht tatenlos zusehen, wie die Friendship durch sein Territorium segelte. Man würde zumindest auf eine Gefangennahme aussein, um Informationen über die Allianz einholen zu können. Eriksson merkte, wie ihm das Atmen schwerer fiel, denn bisher hatte er noch keinen Kampfeinsatz gehabt, keinen direkten zumindest. Vielleicht würde er bald Jem’Hadar-Kriegern Auge in Auge gegenüberstehen, was keine Erfahrung war, die er herbeisehnte. Das, was sein Vater und seine Schwester Brit, ihm über Jem’Hadars erzählt hatten, war genug, um zu wissen, daß Klingonen oder Cardassianer dagegen die personifizierte Friedfertigkeit waren.
Das Zischen des Türschotts unterbrach abermals seine Gedanken. Aus dem Raum hörte man Maliks Stimme, die schmerzerfüllt klang. Eriksson blickte erstaunt Towrol an, der sein Phasergewehr aufnahm und mit der Waffe bestimmt in Richtung des Raumes zeigte.

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