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The Lost Mission


"Die Entscheidung, Teil 2"

von Katja Mallok, Volker Simshäuser

Kapitel Eins


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   Shaaryia versuchte ruhig zu bleiben, aber durch seinen Kopf rasten die verschiedensten Gedanken. Er hatte eigentlich seit seinem Auflehnen und der "Gefangennahme" oder besser Kapitulation Maliks nichts Ernstes mehr zu entscheiden gehabt. Statt dessen hatte er versucht, sich zu sammeln und die Ereignisse der letzten Stunden, die an ihm wie in einem Film, den er nur von außen betrachtet hatte, vorbeirasten, zu verinnerlichen. Nun aber mußte er schnellstmöglich dafür sorgen, daß sein Schiff, und das war es nach der Ausschaltung Maliks jetzt mehr oder weniger unzweifelhaft, auch seines blieb. Das Dominion würde wie auch immer nun nach dieser verheerenden Katastrophe der Allianz reagieren und ihn und seine Crew bestimmt nicht ohne weiteres nach Hause fliegen lassen. Aber hatte er überhaupt als Meuterer, als Rebell, als Subordinator noch ein solches?
"Sir, geht es Ihnen wieder schlecht, sollen wir den Doktor rufen?" Enola Wheema blickte in das von den wirren Gedanken des Captains zerrissen wirkende Gesicht und den schweißnassen Bart des Halbromulaners, der wie aus einem schlimmen Alptraum aufwachend, umfuhr und Simsk ansah. "Okay, Simsk, dann zeigen Sie mal, was Sie können. Loomis, Alarmstufe Rot. Commander Simsk erhält jede Unterstützung, die er benötigt. Sie übernehmen die Brücke, bei der kleinsten Veränderung rufen Sie mich!"
"Jawohl, Sir." Damit machten Loomis, Simsk und sein Mitarbeiter auf dem Absatz kehrt und beeilten sich, wieder auf ihre Positionen zu gelangen.
Shaaryia setzte sich wieder. "So, Counselor, damit wäre dann ja wohl auch Ihre Frage von vorhin geklärt." Er schien beinahe erleichtert, vielleicht, weil er jetzt durch ihre Verfolger irgendwelchen Entscheidungen enthoben schien. "Wir werden versuchen, das Schiff soweit in Gang zu setzen, daß wir den Jem’Hadar ‘was entgegenhalten können. In spätestens zwei Stunden, werden wir wissen, was unsere Computerexperten wert sind." Er warf Enola einen bedeutungsvollen Blick zu. "So, oder so...!"

  Vor Maliks privaten Gemächern hatte sich ein Wachtrupp der Anhänger Shaaryias postiert. Der Captain hatte Lt. Eriksson mit der Leitung dieses Teams beauftragt.
Der junge Terraner schwedischer Abstammung mit der, zumindest für einen Menschen riesenhaften Statur und den so unmilitärisch wirkenden Locken, war nach der Counselor und Turvek, dem cardassianischen Waffenexperten des Schiffes, derjenige, der dem Captain das größte Vertrauen entgegengebracht hatte. Schließlich kannte Eriksson seinen Captain schon sehr viel länger als Loomis oder die anderen Führungsoffiziere. Auf der West India hatte er als Ensign frisch von der Akademie beinahe schon jede Aufgabe auf der Brücke oder im Maschinenraum übernommen und sich als fähiger Offizier erwiesen. Er war dem Captain sehr dankbar dafür gewesen, daß dieser ihm, obwohl in der Praxis noch nicht erfahren, soviel Vertrauen entgegengebracht hatte. Seine Freude über die Ernennung zum Lieutenant, der erste Schritt in den Fußstapfen seines Vaters, des hoch dekorierten Admirals und Leiters der Station Deep Space Seven, war noch größer geworden, als der junge Mann erfahren hatte, daß er auch weiterhin unter Captain Shaaryia würde dienen können. Kurz vor seiner Ernennung war Eriksson auf DS7 gewesen und hatte seine Eltern und seine Schwester auf der Station besucht. Sein Vater hatte ihn wie immer beeindrucken können, denn er befehligte zu dieser Zeit die 6. Flotte und war mit den ausführenden romulanischen Offizieren dieser Einheit für die wichtige Sternenwerft von Deiylon 5 verantwortlich, wo die meisten der Kampfshuttles gebaut wurden. Eriksson war von der Ehrerbietung und dem Respekt, den man seiner Familie dort entgegenbrachte, sehr überwältigt gewesen. Sein Wunsch und sein Ehrgeiz seinem Vater nachzufolgen, war seit diesem Besuch ins Unermeßliche gestiegen, und es schien so, als ob sein Schicksal es gut mit ihm gemeint hatte. Sein Vater war darüber informiert worden, daß jedermann und jede Frau an Bord der Friedensflotte bei einem Gelingen der Mission, ehrenhalber befördert worden wäre. Der Dienst auf der Friendship, diesem überwältigenden Schiff, machte sich gut in seiner Dienstakte und noch dazu, war die Möglichkeit, sich zu bewähren unter Captain Shaaryia sehr viel größer als bei jedem anderen Captain gewesen.

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