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The Lost Mission


"Die Entscheidung, Teil 2"

von Katja Mallok, Volker Simshäuser

Kapitel Sieben


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Also nahm er sich wieder seine Gedichte vor. Aber um sich von seinen trübsinnigen und grüblerischen Gedanken abzulenken, ließ er die neu erworbenen Gedichte von Kilam von Betazed beiseite und sah sich noch einmal das von Lousaan von Risa an. Und da ihn der Computer wieder auf die irdische Lyrik gebracht hatte, las er anschließend das Gedicht "Mählich durchbrechende Sonne" von Arno Holz, einem irdischen Dichter des 20. Jahrhunderts, dessen friedfertige Stimmung ihn schon oft hatte beruhigen können. Dann griff er jedoch wieder zu den Gedichten von Kilam von Betazed, die ihr auf eine unheimliche Art tief im Innersten berührten:

Turn

I'm sorry
for the talks, thoughts - swords
that cut and pierce
an can rip apart
things about to start

I'm sorry
for my unsure trodding
sometimes I simply can't stop plodding
don't shy away - stay
while I might stray

sometimes I want to know
sometimes I want to go
sometime I want to kiss
sometimes I want to hate this

take it as it comes
take it slow
take it wild
take it as you want
take it as you can

you'll get it right
it's never a fair stride

 Plötzlich ertönte der Türöffner. Shaaryia rief ungehalten: "Herein!" ‚Wer das wohl sein mochte? Vielleicht einige Sicherheitsoffiziere, die ihn nun doch vorsichtshalber in der Sicherheitsstation unter Arrest stellen wollten - obwohl er wirklich nicht wüßte, wohin er fliehen sollte...‘
Er nahm die Beine vom Tisch und setzte sich wieder aufrecht hin. Seine Kleidung richtete er allerdings nicht: Das würde ihm bestimmt keiner ankreiden! Und wenn, würde es wohl auch nicht viel schlimmer kommen können!
Herein trat Enola Wheema. Sie kam zögernd in sein Quartier, als ob sie sich nicht ganz sicher, ob sie überhaupt erwünscht, sei, und ob der Captain sie nicht vielleicht höflich, aber bestimmt hinauswerfen würde. Die Betazoidin konnte zwar die Stimmung des Captains erfassen, trotzdem konnte sie seine Reaktion nicht vorhersehen, besonders, weil seine Gedanken sehr zwiespältiger Natur waren. Einerseits hatte er resigniert - er rechnete sich keine allzu großen Chancen mehr aus. Andererseits regte sich in ihm so etwa wie Trotz: Er gab auch den denjenigen die Schuld für das ihm angelastete Verbrechen, die ihn überhaupt erst von seinem geruhsamen Posten als Frachterkapitän abberufen und zu dieser heiklen Mission und damit an die vorderste Front abkommandiert hatten.
Sie fragte unsicher: "Captain, darf ich hereinkommen?" Er nickte nur und wies mit einer Geste neben sich auf die Couch. Enola setzte sich zu ihm. Ihr Blick fiel auf den Tisch - das Glas, die halbleere Karaffe, die vielen Gedichtpadds. "Darf ich?", fragte sie und wies auf das Padd mit "Mählich durchbrechende Sonne".
"Bitte."
Enola nahm das Padd und las das Gedicht. Sie kannte es bisher noch nicht, aber es gefiel ihr ausgesprochen gut: Es strahlte eine sehr friedliche und beruhigende Stimmung aus. Vielleicht, so dachte sie, ließ es sich sogar zu therapeutischen Zwecken verwenden. Sie spürte auch, daß Shaaryia es sich auch aus genau diesem Grunde angesehen hatte.
Die beiden saßen eine Weile stumm nebeneinander. Shaaryia wußte nicht, ob Enola nur der Meinung war, er brauche Gesellschaft, oder ob sie ihm seelischen Beistand leisten wollte. Er hoffte wirklich, daß man ihr ihre Solidarität nicht irgendwie zur Last legen würde, das hatte sie nämlich nicht verdient. Er mochte sie, und sie hatte ihm in den letzten Tagen immer sehr geholfen, wenn er entmutigt war oder an sich selbst gezweifelt hatte. Was konnte sie dafür, daß er einmal mehr auf der Verliererstraße war?

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