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Nachdem der Admiral die Brücke verlassen hatte, trat Shaaryia jedoch zu Loomis. "Commander, Sie haben die Brücke, und was die Befehle Maliks angeht... vor der Ausführung halten Sie bitte Rücksprache mit mir!"
"Aber, Sir..."
"Sie haben mich verstanden, oder?!"
Loomis nahm Haltung an. "Ja, Sir!"
"Gut, Commander, ich bin in meinem Privatquartier." Damit war er der Entscheidung aber nicht entronnen, er hatte sie nur aufgeschoben. Shaaryia verließ nun auch die Brücke.
Mit einem Besuch des Captains hatte Enola Wheema für diesen Augenblick nicht gerechnet. Sie wollte es bei dem Gespräch in der Starlight Lounge belassen, welches ihr eindringlich genug für die erste Zeit schien. Sie machte sich ein wenig Vorwürfe, da ihre Wortwahl doch teilweise sehr kraß gewesen sein mußte, bedachte man, daß sie mit einem Vorgesetzten gesprochen hatte. Doch es herrschte schließlich eine ganz besondere Situation an Bord dieses Schiffes.
Captain Shaaryia war sich seit den Vorfällen auf der Brücke bewußt, daß Admiral Malik mit fester Entschlossenheit ein Ziel verfolgte, das sie mit allen Mitteln durchzusetzen gedachte – ungeachtet eventueller Folgen für die Mannschaft. Doch ihm war auch klar, daß er sich als Captain diesen Befehlen nicht einfach, zumal wenn sie unlogisch und unverantwortlich wirkten, beugen könnte. Aber zugleich gab es da eine Rangordnung, die er befolgen mußte. Wenn es zu einem offenen Konflikt kommen würde, müßte er wissen, wie die Crew, ja seine Crew, zu ihm stehen würde. Würde die Mehrheit der Mannschaft trotz aller Bedenken den Anweisungen Admiral Maliks folgen oder ihm das größere Vertrauen entgegenbringen? Eine Fragestellung, die eigentlich nur eine rhetorische war, denn er konnte weder die Erfahrung noch den militärischen oder diplomatischen Hintergrund vorweisen, wie es die Vulkanierin konnte. Kein Marine, Kampfflieger oder Sicherheitsoffizier würde sich von ihm in den Kampf schicken lassen. ...Oder doch?... Auf jede mögliche Antwort folgte in Shaaryias Gedanken eine neue Frage. Eine endgültige Lösung konnte er alleine nicht finden. Falls ihm überhaupt jemand dabei helfen konnte, dann nur die Counselor. "Darf ich dieses Mal eintreten?" Shaaryia versuchte seine Unsicherheit elegant zu überspielen.
"Natürlich. Ich habe gerade die Werke von Argis von Centauri gelesen. Sie ähneln denen von Kilam. Sie haben mich neugierig gemacht. Wissen Sie, man sollte viel mehr Wert auch auf solche Studien der Kultur und der Geisteswissenschaften auf der Akademie legen. Heutzutage geht es nur noch um Taktik, Technik und Kriegshandwerk. Sollte es Frieden geben, müßte man das wirklich ändern! Falls ich wirklich jemals einen Lehrauftrag an der Akademie erhalten sollte, werde ich mich dafür einsetzen!"
Enola stand von ihrer Couch auf und legt die Padds, die sie zuvor gelesen haben mußte, ordentlich auf den Tisch, ehe sie Haltung annahm und weitersprach. "Aber Sie sind ja bestimmt nicht gekommen, um mit mir über Literatur oder Lehrinhalte der Akademie zu sprechen. Was kann ich für Sie tun, Sir?"
Shaaryia mußte kurz überlegen. Er war unschlüssig, wie er seine Frage, sein Problem, der Counselor klarmachen konnte. "Counselor, was würden Sie tun, wenn Sie das Kommando über ein Schiff hätten und an Bord ein hoher Würdenträger mit einer beeindruckenden Lebensgeschichte wäre, der Ihnen Entscheidungen aufoktroyiert, von denen Sie alles andere als überzeugt sind?"
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