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"Ich halte den Captain für nicht befähigt, wenn wir in eine Kampfsituation..." Durch das Eintreten Erikssons aufgeschreckt, brach Noblis den Satz ab. "Nun, das wird sich dann ja noch zeigen!" Noblis grinste breit zu dem Brückenoffizier vor ihm, der ihn nun mißtrauisch beäugte.
Es war Enola klar, daß sich diese beiden Männer nicht mögen würden: Ein frisch zum Brückenoffizier beförderter Lieutenant und ein Flottenflieger, bodenständig und weit entfernt von jeder wissenschaftlichen Ausbildung. Als ob sie es hätte vorausahnen können, und auf ihre Weise hatte sie es ja bereits vorausgefühlt, neigte sich Jörn Eriksson zu Noblis und blickte ihn leicht von oben herab an.
Noblis schien erst jetzt die Größe des jungen Mannes zu registrieren, die auf ihn doch ein wenig bedrohlich wirkte. "Haben Sie ein Problem mit mir?" Noblis guckte lässig aber dennoch entschlossen zu dem Lieutenant empor.
"Ja, das habe ich. Ich habe bereits unter Captain Shaaryia gedient, und soll ich Ihnen was sagen, Flieger...", das letzte Wort klang verächtlich, "...er ist kompetent genug, um über Sie zu befehlen!"
Enola spürte, daß etwas in der Luft lag, und wie sie Noblis einschätzte und kannte, war es nur eine Frage der Zeit, bis er sich auf seine Fäuste zur Untermauerung seiner Argumentation besinnen würde.
"Wenn Du meinst, daß Dich Deine Tätigkeit auf der Brücke zu was besserem macht, dann solltest Du das sagen, damit wir das vielleicht ausdiskutieren können."
Eriksson verschränkte die Arme und nickte langsam. "O.k., im Namen meines Captains denke ich, sollten wir das wohl tun!"
Die Counselor überlegte rasch. Ihr war klar, daß Eriksson, so jung wie er war, auch dumm genug wäre, sich auf eine Schlägerei einzulassen. Das würde ihn allerdings, schneller als er auf die Brücke gekommen war, wieder hinunter von selbiger bringen. Und Noblis, nun, der würde sich solche Gedanken erst in einer Arrestzelle machen. Enola stellte sich, die Arme in die Seiten gestützt, zwischen die beiden Streithähne und hob mit fester Stimme an: "Mr. Noblis, ohne einen Brückenoffizier, der Ihnen die Koordinaten geben würde, hätten Sie es vermutlich sehr schwer, überhaupt ein Jem’Hadar Schiff zu finden."
Noblis stöhnte auf und blickte zur Decke, Eriksson strahlte wie ein Sieger den Flieger an.
Doch Enola fuhr fort: "Und Sie, Lieutenant, sollten sich etwas dankbarer zeigen, daß es Leute wie Mr. Noblis gibt, die unsere Brücke verteidigen, damit die Jem’Hadar nicht alles kurz und klein hauen und schießen können."
Noblis feixte Eriksson an, der nun, sich der Richtigkeit der Worte Enolas bewußt, grummelnd umdrehte und den Lift, den die Counselor zuvor gestoppt hatte, wieder in Gang setzte. Auf Deck 22 ließ ihn Enola kurz darauf wieder anhalten, um die beiden Kontrahenten nun alleine zu lassen.
"Wollten Sie nicht erst auf Deck 16 ‘raus?" Noblis sah der Betazoidin erstaunt und etwas enttäuscht nach.
"Danke, die Atmosphäre hier hat mich meine Meinung ändern lassen! Einen schönen Tag noch!"
Die beiden Männer salutierten dienstbeflissen, wie es ihnen Enola vormachte, dann schloß sich die Tür des Liftes und er fuhr weiter.
Die Counselor stöhnte auf, ihr war klar geworden, daß sie nun unbedingt erneut mit dem Captain sprechen mußte, denn es lag etwas in der Luft, was in ihrer Ausbildung stets als das unangenehmste erklärt worden war, was auf einem Schiff, neben der Selbstzerstörung, passieren konnte: Ein Aufstand – an das eigentliche Wort verbat sie sich zu denken. Daher schmunzelte sie lieber über die Gedanken ihrer, so mußte sie es wohl sagen, beiden Verehrer. Denn eines war klar gewesen: Primär ging es nicht nur um den Captain, sondern auch um Imponiergehabe, eines der Lieblingsthemen von Admiral Bodega in ihrer Ausbildungszeit. Der Commander schmunzelte ein weiteres Mal und ging dann wieder zum Turbolift und war erleichtert, als sie nur zwei weibliche Crewmitglieder erblickte. Es gab jetzt Wichtigeres für sie zu tun als zwei große Jungs zur Räson zu bringen.
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