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Dritter Missionstag
Persönliches Logbuch des Captains, Standardzeit 160303: 1016, Erster Eintrag:
Ich bin zum wiederholten Male meine Missionsanweisungen durchgegangen und erneut drängt sich mir die Frage auf, warum man ausgerechnet mich zum Captain dieses Schiffes gemacht hat. Ich habe nun meinen Ersten Offizier, Mr. Loomis, in meinen Bereitschaftsraum gebeten. Ich hoffe, von ihm über die Entscheidungskriterien zu meiner Berufung informiert zu werden und eigentlich hoffe ich, daß er vielleicht doch mehr weiß, als es den Anschein hat.
"Kommen Sie herein, Commander!"
Loomis trat in den karg ausgestatteten Raum und legte einige Padds ab. "Mit den ersten Funktionschecks können wir zufrieden sein; es ist das beste Schiff, das ich jemals gesehen habe. Antrieb, Bordcomputer und Waffensysteme arbeiten optimal und sehr effizient..."
Shaaryia unterbrach Loomis abrupt und lächelte ihn an: "Commander, das Schiff werde ich später inspizieren. Eigentlich wollte ich Sie hierzu etwas fragen!"
Loomis blickte auf ein Padd, das seine Bewertung Shaaryias enthielt. Einige Stellen waren hervorgehoben. Er fühlte, wie sein Gesicht wieder mal hochrot wurde und räusperte sich, um dann zu bemerken: "Sir, ich kannte Sie nicht persönlich, ich mußte meine Bewertung anhand von Aktennotizen fällen. Es tut mir leid, wenn Sie..."
"Papperlapapp! Sie hielten und halten mich nicht für den richtigen Mann, stimmt’s!?" Der Captain strahlte triumphierend, als ob er Loomis entlarvt habe.
"Nun, Sir, so will ich das nicht sagen..."
"Soll ich Ihnen was sagen, Loomis, genau das gleiche, was Sie hier geschrieben haben, habe ich mir selbst dutzende Male durch den Kopf gehen lassen. Ich verstehe Ihre Bedenken und irgendwie habe ich das Gefühl, daß es eine plausible Erklärung dafür gibt, daß gerade wir zwei dieses Schiff führen sollen! Ich will Ihnen ja nicht zu nahe treten, aber Sie sind ja nun auch nicht gerade ein Mann von vorderster Front!"
"Gewiß nicht! Ich hatte da etwas Pech. Eine Verbrennung, die meine Sehkraft auf dem rechten Auge geringfügig beeinträchtigt hat, und schon war ich von der Front verbannt. Sie können mir glauben, wie schwer mir das gefallen ist, nicht zu kämpfen. Wie gerne hätte ich den Domis mal gezeigt..."
"Ähem, Commander!" Shaaryia beäugte den sich in seine kleine "Rede" steigernden Loomis skeptisch. "Commander!!! Bitte! Ihren Kriegsfanatismus können Sie ein anderes Mal zum Ausdruck bringen. Wenn wir Glück haben... Sie dann also eher Pech..., wird der Krieg bald beendet sein! Und das ist doch eine schöne Aussicht, oder?"
Loomis nahm wieder Haltung an. Er hatte gerade noch rechtzeitig bemerkt, daß er wieder dabei war, sich um Kopf und Kragen zu reden. Er hätte wirklich einen Klingonen als Captain dieses Schiffes vorschlagen sollen...! "Ja, natürlich, Sir!"
"Stehen Sie bequem, bevor Sie ‘nen Krampf kriegen!" Der Captain war aufgestanden und musterte den blonden, kräftig gebauten Mann interessiert. "So so, Sie waren also beim Personalbüro und dann noch auf Kronos bei unseren klingonischen Alliierten. Das war bestimmt kein langweiliger Dienst! Ich meine, Blutwein, Par’Mach und klingonische Opern, alles Dinge, die einem jungen Mann in der Blüte seiner Jahre wohl gefallen müssen, oder etwa nicht?" Der Halbromulaner setzte sich wieder, um den Kopf in die Hände zu stützen und zu schmunzeln.
Loomis drehte den Kopf leicht verwirrt zur Seite, die Bemerkungen des Captains waren schon etwas sonderbar. "Sir, ich bin mir nicht sicher, ob das jetzt eine dienstliche oder private Frage ist?"
"Das bleibt Ihnen überlassen! Es bestätigt nur meine Auffassung, daß das Oberkommando irgend etwas im Schilde zu führen scheint. Wie sonst soll ich mir erklären, daß man nicht nur gerade mich zum Captain, sondern auch noch Sie zum Ersten Offizier gemacht hat. Jetzt mal im Ernst, was qualifiziert uns, dieses Schiff zu führen? Sie sind ein Experte in Sachen Klingonen...", Bei dieser Bemerkung lief Loomis nun endgültig knallrot an, denn er mußte an seine zahlreichen Flirts mit vielen Damen auf Kronos denken, aber auch an seine Affäre mit der Waffenexpertin Heh‘kilka, die ihn beinahe sein Reputation auf der klingonischen Heimatwelt gekostet hätte, aber das war eine andere Geschichte... "...und ich bin ein Experte für Handelsverbindungen mit Ferengis, Tholianern und all dem anderen Krämerszeug da draußen! Geht Ihnen denn kein Licht auf?" Loomis erwiderte hilflos Shaaryias fragenden Blick.
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