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The Lost Mission


"Die Entscheidung, Teil 1"

von Katja Mallok, Volker Simshäuser

Kapitel Drei


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Erster Missionstag

Eine in schwaches Tageslicht getauchte Person erhob sich mühsam und streckte sich.
"Computer, Licht! Und die Zeit bitte..."
Die junge Frau fühlte sich matt und durch und durch kraftlos. Es war am Abend zuvor sehr spät geworden. Mit ihren Kolleginnen und Kollegen vom Psychologischen Dienst der Allied Forces hatte sie lange und ausgiebig gefeiert. Schließlich hatte sie das Privileg erhalten, als Schiffscounselor an Bord des Flaggschiffs der Friedensflotte, der A.S.S. Friendship, zu gehen. Viele hatten sie beneidet, aber ihr auch zugestanden, daß sie sich durch ihre hervorragende Arbeit im Stab von Admiral Bodega diese Ehre verdient hatte. Allerdings mußte sie dieses Wohlwollen mit einer Unzahl von alkoholischen Getränken unterstützen, und so waren Romulanisches Ale und andere Biere, saurianischer Brandy, Tholian-Wein und bolianische Schnäpse in rauhen Mengen geflossen. Sie wußte nicht mehr genau, wie und wann sie nach Hause gekommen war. Lediglich die Tatsache, daß sie in ihrer Galauniform im Bett lag, erinnerte sie daran, daß es spät gewesen sein mußte... oder anders gesehen sehr früh.
"Computer, wieviel Zeit bis zum Missionsstart...?"
Die Antwort des Computers fiel anders aus, als sie sich erhofft hatte. Eigentlich hätte sie schon an Bord sein müssen, allerdings würde ihre Verspätung vermutlich in der Euphorie des baldigen Kriegsendes nicht sehr auffallen. Das hoffte sie zumindest!
‚Nie wieder Ale und Brandy gleichzeitig! Ist mir schlecht...‘ Diese Gedanken rasten durch ihren Kopf, in dem es hämmerte, als würden Klingonen ein Paarungsritual darin aufführen. Für Betazoiden wie sie war Alkohol noch nie gut gewesen, und sie mußte wohl oder übel im Geiste ihrem Chef, Commander Uboi, auch ein Betazoide, Recht geben, der als Anti-Alkoholiker verschrien war.
"Alter bringt Erfahrung mit sich..."
Mit diesen Worten raffte sich die Frau auf und wechselte ihre Uniform. Schlichtes Blau mit den Insignien der Alten Föderation, dem Allianzsymbol und den Rangabzeichen eines Lt. Commanders.
"Enola Wheema, bereit, Geschichte zu machen!"
Sie lachte und betrat, noch etwas wackelig, den Flur und schritt Richtung Turbolift, ganz langsam, bemüht, ihrem Kopf keine allzu schnellen Bewegungen zuzumuten.

*    *    *

Commander Loomis hatte mit einem gewissen Entsetzen zur Kenntnis genommen, daß weder sein Captain noch der Counselor, der Chefingenieur oder der Schiffsarzt bisher an Bord gekommen waren. Immerhin hatte sich auch Admiral Maliks Ankunft auf unbestimmte Zeit verzögert. So konnte er nun mit etwas ruhigerem Gewissen den Leitenden Admiral der Technischen Abteilung der Flotte, Matthew Bester, erwarten. Loomis nahm sich vor, zumindest gegenüber diesem Würdenträger etwas überlegter zu handeln, als er es bei Admiral Malik in der Offiziersmesse auf McKinley getan hatte. Jedoch war bekannt, daß Bester einen Faible für ausufernde Gespräche hatte, die Loomis im Moment nicht gebrauchen konnte.
"Sie wissen, daß Admiral Bester etwas ausufernd Konversation führt!?" Sicherheitsoffizier Joe Wilbure blickte Loomis fragend an.
"Das haben Sie schön formuliert, Wilbure. Das so jemand überhaupt Admiral werden kann...." Loomis schüttelte den Kopf und blickte seinen Offizier an, der erwiderte:
"Nun, im Krieg ist man nicht immer wählerisch. Zudem ist er ja kein schlechter Ingenieur. Er hat die Tarnvorrichtungstechnologie sehr gut erweitert und verbessert. Und nachdem Mr. LaForge ja das Zeitliche gesegnet hat, war er gerade zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Ich habe unter ihm in den Werften auf dem Mars gedient, bevor ich zur Sicherheit der Erde gekommen bin. Er ist sehr nett, aber ungemein impulsiv!"
Just in diesem Moment stürzte der Admiral in seiner schlampig angezogenen Galauniform voller Elan durch den Verbindungstunnel, umarmte Loomis und dann Wilbure und begann zu reden:
"Aaah ja, Mr. Loomis! Wie ich sie beneide: So jung ... und diese Mission! Was ist mit ihrer Kriegsverletzung? Apropos Krankenstation: Wir haben ja das Medizinische Notfallprogramm um so vieles verbessert... Aber Wilbure, Sie ja auch... was macht Ihre Frau... ist sie auch an Bord... nein? Sie war ja schwanger... Ist der Captain schon da... Ich wäre ja mitgeflogen... Ich muß jetzt erstmal ins Kasino... Es ist ja so heiß für den Monat..."

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