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Bei der Auswahl des Kommandanten war er so auch nicht gerade frei von Hintergedanken gewesen. Leider stand kein Klingone zur Verfügung, unter dem Loomis am liebsten gedient hätte. So blieben letztlich nur ein Vulkanier, ein Mensch und ein Offizier halb Mensch, halb Romulaner übrig, über die er nun gleich vor dem Kampfkommando des Allianzrates referieren sollte.
Im Sitzungssaal des Rates herrschte große Aufregung. Zwischen den Handelsvertretern der Ferengi und einigen Botschaftern war es zu heftigem Streit gekommen. Die Ferengi waren in letzter Zeit sehr unvorsichtig gewesen, oft hatten Transporte zur Erde, Romulus, Kronos oder zum Mars nicht ihr Ziel erreicht, weil die Ferengi, allen Warnungen zum Trotz, andere Routen genommen hatten und so in die offenen Arme der Jem’Hadar oder der Cardassianer geflogen waren. Ein andorianischer Gesandter hatte soeben dem Großen Nagus der Ferengi vorgeworfen, daß vielleicht einige Ferengi in die eigenen Taschen wirtschaften würden und bestimmt mit den Cardassianern und Vorta eigene Abkommen getroffen hätten. Die Ferengi hätten ja bereits bei der Besetzung Bajors durch die Cardassianer gezeigt, wie sehr sie des Profites wegen mit "Ausbeutern" kooperieren würden, wie ein Diplomat der Bajoraner bekräftigt hatte. Darüber wiederum hatten sich Vertreter der sogenannten FreiCardassianer erbost, deren Vertreter, Legat Hobus, nun am Haupttisch bei Präsident Saito stand.
Saito war seit drei Jahren im Amt. Nach langer Zeit war mit ihm wieder ein Mensch ins Amt des Präsidenten des Föderations- und auch des Allianzrates gekommen. Zusammen mit dem Praetor von Romulus und dem klingonischen Kanzler, die neben ihm am Tisch saßen und desinteressiert und scheinbar teilnahmslos ins Auditorium blickten, führte er die Allianz im Krieg mit dem Dominion. Mit gerunzelter Stirn und seinem von Falten tief eingefallenen Gesicht blickte er müde in die Runde der heftig debattierenden Botschafter, Admiräle und Gesandten. Um ihn herum standen nun gerade sein Stabschef Admiral LaFayette, Vice Admiral Frankeena von Romulus und der andorianische Rear Admiral Doranus, der es als einer der wenigen geschafft hatte, die katastrophale Niederlage bei Ferasus Prime zu überleben und so, zusammen mit der neben ihm sitzenden Admiral Malik, der jetzigen Leiterin der Medizinisch-Wissenschaftlichen Abteilung der Allied Forces, zu einem der größten Kriegshelden geworden war.
Odo, in seiner Eigenschaft als Sonderbotschafter, und Worf saßen etwas entfernt von der Runde und unterhielten sich, als Admiral Trosk, ein Tellarite in der neongrünen Gala-Uniform der Sicherheit, zu ihnen trat. "Sie sehen, was für eine schwierige Aufgabe es ist, ein solches Gemisch an Völkern mit solch dominanten Machtansprüchen zusammenzuhalten."
Odo bejahte mit einem grimmigen Stöhnen die Bemerkung des Tellariten, und Worf hob an: "Sie haben recht, aber ich würde mir nicht mehr von den Ferengi erbetteln, was wir brauchen, sondern mir es, wie das Dominion, holen!"
"Ich bin ganz Ihrer Meinung, aber leider ist unsere Position nicht unbedingt die der Mehrheit, wir sind die letzten Hardliner in dieser Runde..." Trosk grunzte etwas Tellaritisches und schritt wieder zu seinem Platz.
"Man sollte nicht vergessen, daß uns unsere Art zu verhandeln deutlich vom Dominion unterscheidet. Und darauf sollten wir stolz sein!"
"Bei allem nötigen Respekt, Constable, Verzeihung, Botschafter, wir sollten ebenso nicht vergessen, daß wir bereits seit sechzehn Jahren Krieg mit dem Dominion führen. Wir können uns diese Art der Nachgiebigkeit nicht mehr leisten!" Worf blickte Odo entschlossen an, und der Formwandler nickte mit distanzierter Kenntnisnahme, ehe er sich seinen Unterlagen zuwendete.
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