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Auf der Brücke herrschte eine Stille, daß man eine Stecknadel hätte fallen hören können. Vor Captain Shaaryia hatte sich Krag aufgebaut, der ihm seinen Phaser vor den Bauch hielt, wohl um ihm damit zu zeigen, daß jeder weitere Versuch, Widerstand zu leisten, aussichtslos wäre.
Der Captain betrachtete die Brücke und seine Mannschaft. Die meisten Offiziere versuchten betont, ihre Arbeit weiterhin auszuführen, andere wie Loomis und Simsk standen unschlüssig an ihren Stationen und beobachteten das Geschehen. Auch Jörn Eriksson hatte seinen Kopf gesenkt und biß sich auf die Lippen. Man sah die Anspannung und die Angst in seinem Gesicht. Offenbar überlegte er, wie er sich nun verhalten sollte, ob er seinem langjährigen Captain irgendwie zur Seite stehen können würde. Doch Shaaryia wußte, daß dieser junge, noch weitestgehend unerfahrene Offizier ihm nicht weiterzuhelfen vermochte. Etwas anders sah dies bei Lieutenant Turvek aus. Der Cardassianer war von den klingonischen Gardisten von seiner Station gedrängt worden und stand nun neben dem linken Sessel des Kommandostands. Seinen Phaser schien ihm bereits weggenommen worden zu sein, denn in der Verankerung am Gürtel des Cardassianers suchte Shaaryia ihn vergeblich.
Admiral Malik war in Turveks Richtung vorgetreten und blickte den Cardassianer nun finster an: "Da Sie meine Befehle schon einmal abgelehnt haben, nehme ich an, werden Sie das auch ein zweites Mal tun!" Die Vulkanierin blickte auf die leere Gürteltasche des Mannes, bevor sie fortfuhr: "Sie werden den Captain dann begleiten?" Die Antwort suggerierte sie dem Waffenleitoffizier bereits mit dieser Frage.
"Ja, auf dieser Brücke habe ich nichts mehr verloren!" Turveks Blick verriet die Verachtung, die er für den Admiral empfinden mußte, aber auch für diese völlig ehrlosen Klingonen, die offenbar jeden Befehl des Admirals auszuführen gedachten.
Plötzlich durchbrach Commander Simsk die unheilvolle Stimmung auf der Brücke: "Wir werden gerufen, das Führungsschiff des Dominion wünscht Kontakt."
Der Commander vermied es, den Admiral oder auch Shaaryia direkt anzusprechen. Dennoch nickten beide fast gleichzeitig als Antwort auf Simsks Mitteilung, ehe sie einen direkten Befehl formulieren wollten.
Shaaryia starrte Malik mit weiten Augen an. Für einen Moment schien es ihm, als ob er die Gedanken Maliks durchschauen könnte. Einen Moment lang war der Blick der Vulkanierin nicht so sicher, wie er zuvor gewirkt hatte. Sollte sie es sich doch noch einmal anders überlegt haben, war sie sich ihrer Befehle doch nicht mehr so sicher?
Sie senkte den Blick und sah so aus, als ob sie Kraft schöpfen wollte. Dann jedoch kehrte die Entschlossenheit, die sich Captain Shaaryia so sehr für sich und sein Verhalten wünschte, zurück, als Simsk ein zweites Mal anhob: "Sirs, wir sollten jetzt handeln. Jede weitere Verzögerung könnte mißverständlich aufgefaßt werden!"
Malik wandte sich zu Simsk und hob eine Hand, um zu zeigen, daß er die Frequenzen nun öffnen sollte. Zugleich drückte sie Krags Waffe bestimmt zur Seite. Der Vorta sollte nichts von dem Disput und der Situation auf der Brücke mitbekommen. Sie konnte nicht sicher sein, wie der Vorta und damit das Dominion auf diesen Zwiespalt auf dem Flaggschiff ihrer Verhandlungspartner reagieren würde. Der Klingone verstand die Geste und verbarg seinen Phaser hinter dem Rücken, behielt aber die rechte Hand in der Nähe Shaaryias, um ihn nicht aus den Augen und den Händen zu lassen.
Alle blickten nun auf den Hauptschirm, gespannt, erwartungsvoll und zugleich verunsichert und verängstigt. Was würde das Dominion ihnen nun bringen? Nur Lieutenant Benakka, der die medizinische Wache auf der Brücke versah, war sich gewiß, daß er jetzt zu seinem vorgesetzten Offizier gehen sollte. Er schien ihm der einzig zuverlässige Garant zu sein, auf der Brücke für Ruhe zu sorgen. Denn auch wenn Benakka kein Experte in der Hierarchie der Allianz und der Sternenflotte war, war er nicht überzeugt davon, daß Admiral Malik ohne weiteres den Captain absetzen konnte. Seines Wissens war dies doch dem Ersten Offizier in ausdrücklichen Gefahrensituationen, dem Counselor und dem Chefarzt vorbehalten, wenn der Kommandant gesundheitlich nicht mehr in der Lage sein sollte, das Schiff zu führen. Aber war nicht Admiral Malik die Person, die hier eigentlich die sonderbaren Befehle gab? Dr. Green mußte auf die Brücke...
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