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Mit einem wuchtigen Ruck reichte Dr. Green Alex Mitchell den Nottransmitter durch den Höhleneingang, die ihn sogleich auf einen kleineren Felsvorsprung stellte.
"Da haben wir aber Glück gehabt, daß unsere Gerätschaften so unversehrt geblieben sind. Ich muß sagen, Sie haben uns wirklich gut auf den Boden gebracht." Der Doktor fuhr sich mit der linken Hand über eine Beule an seinem Kopf und fügte noch scherzhaft hinzu: "Ein wenig unsanft vielleicht. Aber Beulen vergehen, ohne Transmitter würden wir schließlich ziemlich dumm dastehen."
Alex lachte kurz auf. Sie mußte vor sich selbst den Hut ziehen. Sie hatte das kleine Schiff des Fremden nach dem überraschenden erneuten Angriff sicher auf dem Boden dieses trostlosen Planeten gelandet. Und das, obwohl ihr die Technologie dieses Schiffes weitgehend rätselhaft geblieben war. Allerdings hatte Alex einen gewissen Umgang mit dem Steuern von fremden Schiffen, vielleicht konnte man es sogar als eine Art Hobby von ihr bezeichnen, obwohl sie in ihrem Leben nicht viel Zeit für Freizeitbeschäftigungen gehabt hatte. Ihr einziges "Hobby" war eigentlich ihre Schwester. ‚Wie reagiert Claire wohl, wenn sie erfährt, daß ich verschollen bin?‘ – ‚Verschollen – das sind wir wirklich‘, dachte sich Alex, als sie ihren Blick über die Absturzstelle und die nähere Umgebung schweifen ließ. Sie schaute nach dem Doktor, der die Gegend mit dem Tricorder scannte und dann ernüchtert zu ihr sah.
"Eßbares gibt es hier, glaube ich, nicht allzuviel. Überhaupt ist dieser ganze Ort hier das Ödeste, das ich seit langem gesehen habe. Naja, wir werden hier ja nicht allzu lange Urlaub machen, oder was meinen Sie, Chief?"
Alex, die in ihrer Hand einige Steine und Sand hin und her wog, erwiderte jedoch, keineswegs so optimistisch wie der Doktor: "Es könnte länger dauern, als wir es uns wünschen, und vor allem könnten wir von jemandem gefunden werden, von dem ich mich lieber nicht finden lassen würde."
"Wie meinen Sie das denn? Möchten Sie etwa nicht wieder zurück auf das Schiff?" Green konnte dem Gedankengang der Ingenieurin nicht ganz folgen.
So beeilte sich Alex, ihren Worten mehr Klarheit zu verschaffen: "Nun ja: Das Dominion könnte unser Signal genauso auffangen wie die Friendship , und ehrlich gesagt ziehe ich unser chaotisches Schiff einem Dominion-Internierungslager immer noch vor, Sie nicht? Bisher hat man uns nicht gefunden und ich sehe das mal noch positiv, denn die Takohwas haben uns schließlich auch noch nicht gefunden!"
Der Doktor schluckte. Von dieser Seite hatte er die Angelegenheit noch nicht betrachtet. Er spürte, wie es ihm flau im Magen wurde, und er ließ sich mit einem Ruck auf den harten, staubigen Boden fallen. "Sie meinen also, wir sollen besser gar kein Notsignal absenden?"
Alex, die gerade die Energiezufuhr des Transmitters abschaltete, nickte kurz und meinte: "Richtig." Sie begann, eines der Notfallsets auszupacken, um nach den Rationen zu sehen, mit denen sie die nächste Zeit wohl oder übel auskommen mußten. Dann fuhr sie in bestimmendem Ton fort: "Das reicht etwa für drei Tage. Bis dahin müssen wir eine andere Nahrungsquelle gefunden haben oder aber – uns auf Diät setzen. Und was die Friendship betrifft: Sie weiß, daß wir auf diesem Planeten hier festsitzen müssen. Wenn sich die Gelegenheit ergibt, werden sie uns holen kommen..." Und etwas leiser schloß sie: "...das hoffe ich doch!" So sicher war sie sich da nämlich auch nicht.
Dr. Green hatte indessen sein Uniformoberteil ausgezogen und sich mit etwas Wasser aus der Notration das Gesicht abgetupft. Es schien ihm, daß er mittlerweile zu alt für solche Abenteuer sei. Langsam versuchte er, einen klaren Gedanken zu fassen. Er bemühte sich, sich an eine vergleichbare Situation, die er erlebt hatte, zu erinnern. Aber nichts dergleichen fiel ihm ein. Er saß einfach zu ersten Mal auf einem unbekannten Planeten fest. Und er war froh, daß mit Chief Mitchell wenigstens jemand dabei war, der anscheinend wußte, wie man sich in solchen Situationen behelfen konnte. Dann jedoch kamen ihm Erinnerungen an seine Zeit auf der Enterprise in den Sinn. Er erhob sich und setzte sich neben Mitchell, die gerade dabei war, die Rationen einzuteilen.
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