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Persönliches Logbuch des Captains, Standardzeit 160322: 1205, Erster Tageseintrag:
Seit unserer letzten Begegnung mit dem Dominion sind vier Tage vergangen. Anscheinend haben wir unsere Verfolger erst einmal abgeschüttelt. Ich hoffe das zumindest! Auch die Lage an Bord ist ruhiger geworden. Admiral Malik und all diejenigen, die sie unterstützt haben, sind auf Bitten der Vulkanierin hin in Gewahrsam gegangen. Alle Versuche meinerseits, herauszufinden, was den Admiral zu diesem weiteren mysteriösen Schritt bewegt hat, sind bisher erfolglos geblieben. Wir nutzen die Zeit nun, um das Schiff weitestgehend wiederherzustellen. Dennoch schmerzen mich die Verluste, die wir seit unserem Aufbruch erleiden mußten, auch durch mich mitverursacht. Zudem sind Teile des Schiffes nicht mehr reparabel und uns fehlen Frauen und Männer in vielen Abteilungen des Schiffes. Einzig die Führungscrew kann als einigermaßen intakt beschrieben werden. Einen Kontakt mit den sogenannten "Hataris", von denen die Gründerin, die auf unserem Schiff gestorben ist, gesprochen hat, konnten wir bisher nicht erzielen. Dies ist eines meiner Ziele: Wenn es hier Feinde des Dominion gibt, müssen wir herausfinden, ob sie uns unterstützen können. Was Admiral Malik betrifft, habe ich zunächst Mr. Simsk beauftragt, über sie möglichst viel in Erfahrung zu bringen.
Captain Shaaryia beendete den Logbucheintrag und seufzte laut. Es gab Fragen über Fragen und kaum Antworten. Malik- Hatari- Dominion- alles drehte sich nun um diese drei Worte. Wie lange würden sie ihre Verfolger abgehängt haben, was plante womöglich Malik in ihrer Gefangenschaft, wer oder was steckte hinter dem Namen "Hatari"? Und wie lange würde die Crew ihm auf dieser Odyssee treu bleiben? Der Captain nahm einen Schluck seines Tholian-Weins, dabei kam ihm in den Sinn, daß er sparsam mit diesem edlen Getränk haushalten mußte, denn sein Vorrat erschöpfte sich langsam, aber stetig und replizierter Alkoholersatz, das Synthehol, war keine befriedigende Alternative für ihn. Er brauchte sein Quantum Wein am Tag, gerade jetzt, wo er so vieles zu entscheiden hatte. Etwas, was ja nun nicht gerade zu Hagro Shaaryias Lieblingsbeschäftigungen gehörte. Als hätte er geahnt, daß sich wieder etwas anbahnen würde, schreckte er hoch, denn Commander Loomis meldete sich von der Brücke.
"Captain, bitte kommen Sie zur Brücke! Wir haben etwas auf den Langstreckensensoren und es gehört offensichtlich zum Dominion."
"Ich komme schon!" Shaaryia erhob sich ruckartig, um sich in Richtung Brücke zu begeben. Er blickte durch seinen Bereitschaftsraum und schöpfte Kraft. Falls das Dominion sich zurückmelden würde, dann müßte es mit der Friendship kämpfen, denn diesmal würde es keine Befehle zur Waffendeaktivierung geben!
Auf den Hauptschirm hatte Lt. Eriksson das Bild einer kleinen Schlacht gelegt, die sich für die Friendship noch in der Ferne abspielte. Offenbar hatten die Dominion-Schiffe, drei an der Zahl, noch keine Notiz von dem Allianz-Schiff genommen. Shaaryia nahm in seinem Sessel Platz und blickte Loomis fragend an. Der Erste Offizier schaute, den Mund dabei verziehend, zurück. Er wußte auch nicht, in welchen Konflikt man hier geraten war, aber für ihn war klar, daß man diese Dominion-Schiffe zerstören müßte. Sie könnten eine Botschaft abschicken, sie könnten Hilfe holen wollen, wenn nicht sogar mit überlegener Technik angreifen, wer wußte schon, was das Dominion noch in der Hinterhand für Überraschungen bereithielt.
"Captain, es sind Schiffe der Takohwas mit geringer Bewaffnung. Das sagt zumindest der Computer!, meldete Jörn Eriksson, nachdem er die Anzeigen seines Terminals ausgewertet hatte.
"Für dieses Schiff reicht es aber noch genügend....", bemerkte der Captain süffisant, ehe er sich wieder Loomis zuwandte, der zur Waffenleitstation geeilt war. "Mr. Loomis, machen Sie scharf, was wir anzubieten haben. Torpedos, halbe Salve! Wir werden dem Schiffchen helfen. Drei gegen einen ist schließlich unfair!" Mit diesen Worten löste sich die Anspannung, die auf der Brücke entstanden war, als man die Dominion-Schiffe zum ersten Mal geortet hatte. Jetzt aber schien es klar, daß für die Friendship keine ernste Gefahr zu befürchten war. Dennoch wäre es Shaaryia lieber gewesen, er hätte sich mit Tarnung und einem völlig intakten Schiff zu seinem ersten Angriff mit diesem neuen Flaggschiff machen können. Ein bißchen mulmig war es ihm nämlich immer noch, was wäre schließlich, wenn ein ganzes Jem’Hadar Geschwader hinter dem kleinen Planeten, der sich hinter den sich bekämpfenden Schiffen abzeichnete, warten würde. "Mehr als die drei können Sie nicht entdecken, Eriksson?", versicherte er sich deshalb noch mal.
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