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The Lost Mission


"Das Fremde"

von Katja Mallok, Volker Simshäuser

Kapitel Sechs


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Am nächsten Morgen

Hagro Shaaryia hatte in der Nacht wenig geschlafen. Das war ein weiterer Grund für seine schlechte Laune, als er jetzt, nach einem hastig hinuntergeschlungenen Frühstück, Lieutenant Eriksson, Major H’thar, und die beiden Sicherheitsoffiziere Towrol und Joe Wilbure zu sich in den Bereitschaftsraum rufen ließ.
"Sie haben Loomis immer noch nicht gefunden?" Das war eher eine Feststellung als eine Frage.
Joe Wilbure nickte kurz und setzte zu einer Erklärung an, aber der Captain schnitt ihm mit einer ungeduldigen Handbewegung das Wort ab. "Sie brauchen nichts zu sagen, Lieutenant Wilbure. Versuchen Sie es einfach weiter. Es bleibt uns ja sowieso nichts anderes übrig." Der letzte Satz klang bitter.
Er wendete sich an die Klingonin. "Major, können Sie denn die Suche wenigstens etwas eingrenzen?"
"Wir haben das ganze Schiff gescannt und nichts gefunden. Noch nicht einmal den Kommunikator des Commanders."
Eriksson fügte hinzu: "In den Bereichen, die unsere Sensoren durchdringen können, ist er jedenfalls nicht."
"Es sei denn, er ist ein Wechselbalg und hat sich als wer weiß was getarnt.", wandte Wilbure ein. "Dann dürfte es relativ zwecklos sein, diese Bereiche sozusagen abzuhaken."
"Es ist wirklich die Frage, warum sich Loomis bisher noch nicht gemeldet hat.", überlegte Shaaryia laut. "Schließlich wird er schon seit gestern abend vermißt."
"Es hat den Anschein, daß er nicht gefunden werden möchte."
"Towrol, ich glaube, Sie urteilen ein bißchen voreilig!", widersprach H’thar. "Es könnte genauso gut sein, daß er ohnmächtig ist, oder von jemandem daran gehindert wird, mit uns in Kontakt zu treten."
"...oder daß er tot ist.", vollendete Wilbure den Satz.
Shaaryia sah die drei Sicherheitskräfte langsam nacheinander an. "Ich muß sagen, mir gefällt keine der Möglichkeiten, die Sie gerade genannt haben. Aber eine muß wohl oder übel zutreffen, jedenfalls fällt mir keine Alternative dazu ein. Dann bleibt jetzt die Frage: Was sollen wir tun, um uns Klarheit darüber zu verschaffen, welche Möglichkeit denn jetzt wirklich zutrifft?"
"Sperren wir alle Crewmitglieder weg, die im Moment nicht dringend benötigt werden, und suchen wir noch mal alles ab.", schlug Towrol vor. Es war zunächst nicht ganz klar, ob er seinen Vorschlag wirklich ernst gemeint hatte.
"Damit die Panik noch weiter steigt? Ich jedenfalls hätte etwas dagegen, in meinem Quartier festzusitzen und nicht herauszukönnen, immer mit dem Gedanken im Hinterkopf, daß ja schon einige Leute in ihren Unterkünften ermordet wurden." Wilbure lachte zynisch.
Eriksson nickte eifrig mit dem Kopf: "Also, ich wollte das ganz bestimmt nicht!"
Shaaryia lächelte den jungen Lieutenant leicht belustigt an. Dann blickte er zu dem Klingonen und schüttelte den Kopf. "Nein, Mr. Towrol, das können wir nicht machen – obwohl der Vorschlag an sich sehr vernünftig ist."
Towrol widersprach: "Man darf seiner Angst nicht nachgeben, sondern sollte ihr ins Auge sehen. Die Leute sollten sich sagen, daß sie uns bei der Suche nach dem Mörder helfen, wenn sie ruhig in ihren Quartieren bleiben. Sie müssen bereit sein, dieses Risiko auf sich zu nehmen."
Shaaryia dachte bei sich, daß Towrols Rechtfertigung für seinen Vorschlag typisch klingonisch war, aber er mußte ihm recht geben. Es war wirklich besser, wenn wenigstens ein Teil der Crew unter Kontrolle gehalten werden konnte und man definitiv wußte, wo sich jeder aufhielt. So konnte verhindert werden, daß jemand die Suche aufhalten, behindern oder sogar gefährden würde, indem er zur falschen Zeit am falschen Ort auftauchte.

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