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Fan Fiction


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The Lost Mission


"Das Fremde"

von Katja Mallok, Volker Simshäuser

Kapitel Fünf


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Frühe Nacht, eine Stunde später

Mit einem Sicherheitscode verschaffte sich Ob’ch berechtigten Zugang zu den versiegelten Teilen des Schiffes. Die Kraftfelder in diesem Sektor waren außer Betrieb gesetzt, ebenso wie die Türen, die sich nur durch Kraftaufwand aufstemmen ließen. Bei ihrer ersten Konfrontation mit dem Dominion war ein Großteil der Friendship zerstört worden und ohne komplett neue Wartung nicht mehr in Betrieb zu nehmen. Ob’ch betrat das frühere Quartier eines Offiziers. Die Wände waren schwarz von der Asche und überall um seine Füße lagen zerstörte Wrackteile. In der Decke war ein riesiges Loch gesprengt. Ob’ch kletterte hindurch und schritt dann einen schmalen Gang entlang, der ihn bis tief in die Eingeweide des Schiffes führte. Brandgeruch lag in der Luft und der Weg, den der Temerite bestritt, wurde zunehmend dunkler. Er machte sich nun doch Sorgen um Claire Mitchell und verfluchte sich insgeheim, ein unerfahrenes Mädchen mit solch einer gefährlichen Aufgabe betraut zu haben. Sie war dieser Sache bestimmt nicht gewachsen und es könnte alles scheitern, wenn sie in Gefahr geraten würde. Das war mittlerweile nicht mehr auszuschließen, denn er hatte sie nicht mehr in ihrem "Beobachtungsquartier" vorgefunden, wo er sie jetzt ablösen wollte, damit sei an der Party des Heilers Green teilnehmen können würde. Auch über den Kommunikator war sie nicht mehr zu erreichen, was an den Interferenzen der Versiegelungen mochte, soweit der Jäger das mit seinem technische Wissen beurteilen vermochte. Ob’ch leuchtete sich mit einer Stabtaschenlampe den Weg, bis er vor einer inaktiven Sektion der Sensorkontrollen anhielt. Die Tür stand dort durch einen technischen Fehler auf und ließ sich nicht mehr schließen. "Wahrscheinlich bei der Explosion entstanden...", murmelte Ob’ch. Er redete oft zu sich selbst, wenn er alleine war. Angehörige seines Stammes verbrachten fast ihr gesamtes Leben alleine und ohne Gefährten, daher war es für sie natürlich, selbst für Unterhaltung zu sorgen. Außerdem halfen Selbstgespräche ihm seine Gedanken zu ordnen. "In diesem Loch könnte sich ein Mörder allerdings auch sehr gut verstecken!", flüsterte er weiter. "Er müßte nur wissen, wie er sich Zugang in diesen Teil des Schiffes verschaffen kann. Ich werde Shaaryia raten, diese Sektoren überwachen zu lassen, oder neu aufzubauen." Ob’ch kämpfte sich durch ein Geflecht von verschütteten Gängen weiter und räumte immer schwerere Trümmerstücke aus dem Weg. Dabei fiel der Lichtkegel seiner Lampe auf die Überreste einer Leiche, die unter einem zerstörten Monitor begraben waren. Zweifellos war der Mann bei einem der ersten Angriffe des Dominion ums Leben gekommen. Ob’ch ignorierte den Toten zunächst und bückte sich unter einer Stahlstange hinweg, die quer aus der Wand ragte. Dann aber machte er kehrt und betrachtete den Toten noch einmal. Es war ein blauhäutiger Mann, allerdings ohne die Antennen, die Nectorus kennzeichneten. Vielleicht wurde dieser hier noch vermißt, dann könnte Ob’ch Klarheit verschaffen. Plötzlich fuhr der Homide hoch. In der Ferne glaubte er plötzlich Stimmen wahrzunehmen. Ob’ch hatte Jahre damit verbracht, seine Sinne zu trainieren, erst recht nach dem Verlust eines Auges. Er schaltete seine Lampe aus. Jeder Lichtschein hätte ihn verraten können. Sein Jagdinstinkt wurde geweckt. Seine Nase reckte sich in die Höhe, auf der Witterung nach frischer Beute...er schritt langsam vorwärts.
Sein Auge hatte sich jetzt auch an die unnatürlich anmutende und ihn – der ansonsten auch in finsterer Umgebung gut sehen konnte – zunächst irritierende Dunkelheit, die unter Deck herrschte, gewöhnt. Langsam schlich er voran, darauf bedacht nicht mit dem Fuß gegen ein am Boden liegendes Trümmerteil zu stoßen. Mit jedem Meter, den Ob’ch weiter voranschritt, klangen die Stimmen immer deutlicher zu ihm heran. Es gab nun keine Zweifel mehr, daß sich der Temerite nicht alleine in diesem toten Sektor aufhielt. Ob’ch war dem Ziel seiner Suche vielleicht nahe.

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