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The Lost Mission


"Das Fremde"

von Katja Mallok, Volker Simshäuser

Kapitel Vier


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Am selben Tag

Commander Martin Loomis stand mit verschränkten Händen hinter dem Rücken im Ready Room des Captains. Er hatte Hagro Shaaryia gerade davon in Kenntnis gesetzt, daß der ehemalige Chefingenieur, Greg Hampton, auch ermordet in seiner Gefängniszelle vorgefunden worden war. Ganz offenbar hatte der Mörder wieder zugeschlagen, alle neuen Sicherheitsmaßnahmen Turveks hatten nicht gefruchtet. Man war so weit wie nach den ersten Morden.
"Wieso hat sich der Lieutenant nicht selbst hoch bemüht, um mir das zu erklären?!" Die Stimme des Captains klang bitter und sehr angespannt.
"Nun, Sir, er untersucht noch die Spuren am Tatort, danach will er einen umfassenden Bericht abliefern." Martin überlegte, wie er dazu kam, den Cardassianer hier zu rechtfertigen, eigentlich hatte der Captain nicht ganz unrecht. Turvek hätte persönlich Bericht erstatten müssen, allerdings wirkte der frühere Waffenleitoffizier schon seit Beginn dieser mörderischen Ereignisse etwas angegriffen und mit den Nerven durcheinander. Und jetzt mußte er noch einen weiteren Mord hinnehmen müssen. Nichtsdestotrotz fing sich auch Loomis nun wieder an zu ärgern. Seine Bedenken gegenüber Turveks Fähigkeiten in diesem Falle, die er dem Captain gegenüber ja auch schon vorgebracht hatte, schienen gerechtfertigt zu sein.
"Rufen Sie die Ausführenden Offiziere in einer knappen halben Stunde zusammen, damit Sie unterrichtet werden können. Sorgen sie dafür, daß Mr. Turvek dann aber dabei ist, Nummer Eins!"
"Natürlich Sir! Was gedenken Sie denn nun weiter zu unternehmen? Ich meine, wir müssen ja zumindest versuchen, noch einen weiteren Getöteten zu verhindern. Oder was meinen Sie Sir?" Loomis hatte sich langsam in den Stuhl gegenüber Shaaryias gesetzt und wartete nun auf eine Antwort.
"Ich werde die Sicherheitskräfte noch mal verstärken lassen. Notfalls auch mit Personal, das nicht unbedingt dazu gehört. Und dann habe ich da noch etwas im Sinn! Aber dazu mehr, wenn alle Führungsoffiziere hier sind. Ich werde im Konferenzraum auf Sie und die anderen warten. Wegtreten!" Shaaryia nahm Luft. Er brauchte jetzt Ruhe und ein Glas Wein. Außerdem konnte und wollte er jetzt nicht mit Loomis über seine weiteren Vorstellungen – die im übrigen Ob’ch betrafen, denn der Captain dachte jetzt, die Hilfe, die ihm der Temerite angeboten hatte, anzunehmen – sprechen. Der Commander würde beim Briefing bestimmt noch genug dazu Stellung nehmen...
Loomis antworte mit einem knappen "Aye, aye, Sir!", dann trat er weg.
Shaaryia sank in seinem Sessel ein Stück tiefer und seufzte auf. Auch ein Glas Tholian-Wein würde ihm im Moment wohl nicht richtig helfen können.

Enola Wheema hatte die Ellbogen auf dem Schreibtisch aufgestützt und den Kopf in die Hände gelegt. Sie war blaß, Schweiß stand auf ihrer Stirn, und ihre Stimme zitterte ein wenig. Trotzdem gab sie nicht auf. Sie wollte Captain Shaaryia nicht im Stich lassen – er brauchte Ergebnisse, und sie war diejenige, die sie ihm am ehesten liefern konnte. Sie bemühte sich mittlerweile zum vierten Mal innerhalb von zwei Tagen, Admiral Malik zu verhören – immer noch ohne jeden sichtbaren Erfolg. Die Vulkanierin war verschlossen wie eine Auster. Sie war durchaus freundlich zu der Schiffscounselor, soweit ihre Veranlagung das zuließ, aber sie blockte jede Frage nach Motiven und Hintergründen für ihr Verhalten und für die Mission der Friendship ab. Eigentlich hätte Enola sich das Gespräch wirklich sparen können.
Sie überlegte gerade, ob sie sich nicht doch lieber mit Botschafterin Ambee herumgestritten hätte. Wenigstens hätte das sehr wahrscheinlich zu konkreten Konsequenzen geführt, und sei es auch "nur", daß sie sich gegenseitig an die Gurgel gegangen wären. Außerdem dachte sie darüber nach, ob sie nicht besser den Arrestbereich Maliks verlassen sollte, egal, was diese dann von ihr denken mochte.

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