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The Lost Mission


"Das Fremde"

von Katja Mallok, Volker Simshäuser

Kapitel Eins


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Er stand auf und kreuzte, als Zeichen einer anerkennenden Haltung, die Hände vor der Brust. Der vulkanische Offizier erwiderte seine Geste mit einem dezenten, aber würdevollen Nicken.
"Du hast Ohren wie Shaaryia, aber Du gehörst nicht zu seiner Art, oder?" Ob’ch fixierte mit seinem Auge die Ohren Simsks.
"Nein, Captain Shaaryia entstammt romulanischen und menschlichen Eltern. Ich dagegen gehöre der vulkanischen Kultur an." Simsk verschränkte die Hände hinter dem Rücken. "Sie sind ein Temerite, ist das eine Bezeichnung für eine Spezies oder eine Kultur, wenn Sie mir diese Frage gestatten?"
"All die aussehen wie ich, nennt man so, ja, das ist der Name meiner Kultur. Aber wir sind kein Volk. Es gibt auch andere, die zu meiner Kultur gehören aber aussehen wie Leute an Bord deines Schiffes hier."
Commander Simsk nickte kenntnisnehmend. Er überlegte, wie er sein Gespräch mit Ob’ch weiter gestalten sollte. Offenbar schätze der Temerite es, wenn man klar und ohne Umschweife sagte, was man zu sagen hatte. Simsk beschloß sich dieser Art der Gesprächsführung anzupassen. "Warum haben Sie uns noch nicht verlassen? Niemand hat von Ihnen verlangt, daß Sie hier an Bord in einer völlig fremden Umgebung bleiben?"
"Sie wollen mich loswerden. Sie sehen mich als Bedrohung an, wie es der Erste nach Shaaryia tut." Ob’chs Auge weitete sich, beinahe sah es bedrohlich aus. Auch die beiden Sicherheitsbeamten hatten wohl dieses Gefühl, denn sie traten einen merklichen Schritt nach vorne, um notfalls Commander Simsk zu helfen, sollten Probleme entstehen.
Doch der Wissenschaftler hob abwehrend die Hand in ihre Richtung und sprach weiter. "Das ist ein Irrtum, Mr. Ob’ch. Ich möchte nur wissen, wie lange wir an Ihrer Gesellschaft hier an Bord teilhaben werden. Sollte es länger sein, würde ich es für vorteilhaft halten, wenn Sie uns an Ihrem Wissen über diesen Sektor teilhaben lassen würden."
Der Kopfjäger wog den Kopf leicht nach links. Er hatte sich in seiner gerade erfolgten Einschätzung des Vulkaniers anscheinend getäuscht. Der spitzohrige Mann sprach vielmehr dem Temeriten aus dem Geist. Denn Ob’ch hatte bereits in den letzten Tagen daran gedacht, Shaaryia ganz offen um eine Aufgabe zu bitten, denn ein nichtstuendes Dasein entsprach seinesgleichen nicht. Allerdings hatte er befürchtet, daß der Erste, Loomis, den Captain davon überzeugen würde, daß es viel zu leichtsinnig wäre, einem Mann wie Ob’ch zu vertrauen. Und ganz unrecht hatte er damit ja nicht. Alles an diesem Schiff, jede Person, jeder Ort war dem Temeriten im Grunde gleich, nur nicht Shaaryia. Zwar war der spitzohrige Mann mit dem Bart keine besonders charismatische Figur im Vergleich zu manch einem Jem’Hadar Ersten oder einer Hatari-Fürstin, denen Ob’ch im Laufe seines Lebens begegnet war. Aber er stand in einer Schuld zu dem Captain und er würde diese erfüllen. Bis es soweit war, galt sein ganzes Dasein diesem Mann und damit auch auf eine nicht näher zu bestimmende und Ob’ch auch eigentlich widerstrebende Weise, allen, die dieser Mann befehligte. Aber wie sollte er das den Offizieren um Shaaryia klar machen? Die Übersetzungstechnik funktionierte ja noch nicht einmal zu voller Zufriedenheit auf beiden Seiten.

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