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Kennedy


"Planet in Gefahr"

von Andreas Drechsler

Kapitel 4


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Logbuch der Cousteau, Sternzeit 21136.8: Commander Spencer: [19.02.2344 01:39:04]
Das Schiff, welches jetzt einen sicheren Parkorbit um Cygnus III eingenommen hat, ist ein altes Wissenschaftsschiff der Klingonen. Es ist ungefähr 75 Jahre alt, die letzte Logbucheintragung wurde vor ca. 50 Jahren gemacht. Es sind noch viele Missionsberichte im Hauptcomputer, die der Auswertung bedürfen, unter anderem Dateien mit technischen Daten über eine Tarnvorrichtung.
Spencer überlegte kurz, ob er seinem Eintrag noch etwas hinzufügen sollte. Er entschied sich jedoch dafür, lieber in sein Quartier zu gehen und eine Mütze voll Schlaf zu nehmen. "Sie übernehmen, Miss Hwang", murmelte er noch, bevor er die Brücke verließ. Auf dem Weg zu seiner Kabine grübelte er darüber, wo der Ausdruck, ‚eine Mütze voll Schlaf zu nehmen‘ eigentlich herkomme. Mit diesen Gedanken schritt er zu seinem Bett, legte sich hin und schlief nach kurzer Zeit ein.

"Sir, der Universalübersetzer versagt bei diesem Wort!"
"Könnten Sie bitte mal eben kommen, Sir? Ich verstehe diesen Satz nicht!"
"Ich habe noch ein Verzeichnis gefunden, das Missionsberichte zu enthalten scheint!"
"Nein, das sind die technischen Daten. Die Sensorenlogbücher sind... Sir, wo waren die Sensorenlogbücher noch mal?"
Im Computerraum saßen Techniker aus der Kommunikationsabteilung und Mitglieder anderer Sektionen, die sich freiwillig zur Auswertung der Dateien des Wissenschaftsschiffes gemeldet hatten. Die Auswertungsaktion lief bereits seit dem frühen Morgen. Es herrschte ein riesiges Durcheinander, jeder diskutierte mit jedem. Der Leiter dieser ganzen Aktion, Thola, war überhäuft von Anfragen. Er strich mit seinem Ärmel einmal über die Stirn und atmete tief aus.
"Alle mal hergehört! Immer Einer nach dem Anderen! Ich kann mich schließlich nicht teilen!"
"Wieso nicht? Sonst sind Sie doch immer für praktische Arbeitsteilung!" Das war DeFalco.
Tholas Mundwinkel zuckten kurz, er ging aber nicht weiter auf DeFalcos Bemerkung ein. "Ich habe ja nichts gegen gesunden Arbeitseifer, aber das hier... Jeder beendet noch den Vorgang, den er gerade vor sich hat und hört dann für heute auf", schlug Thola vor.
"Also, wo waren jetzt die Sensorenlogbücher?"
"Wohin soll ich jetzt speichern?"
"Was heißt jIyajbe'?"
Nachdem Thola weitere 10 Minuten intensiv damit beschäftigt war, jedem seine Fragen zu beantworten, hatten sich die Reihen der Auswertenden so weit gelichtet, dass er sich sogar für kurze Zeit auf einem Stuhl niederlassen konnte. Er überflog kurz die bereits ausgewerteten Berichte und ließ sie zählen, um Spencer Bericht erstatten zu können. Dann verließ er zusammen mit DeFalco den Raum.
"Sagen Sie mal, Sir. Wann beantragen Sie endlich Kilometergeld?", fragte DeFalco.
"Wenn das so weitergeht, bald." Tholas Stimmung war nicht die beste.
Sie betraten den Turbolift.
"Deck 2!" Thola wollte, wie gesagt, Spencer noch Bericht erstatten.
"Deck 9!" DeFalco hatte Dienst im Maschinenraum.
Der Lift hielt und Thola stieg aus. Er ging zum Quartier des Captains und ließ den Türsummer ertönen. Spencer sah auf. "Wer ist da?"
"Thola. Sir, ich habe den Bericht."
"Kommen Sie rein." Er warf das PZAG, in dem er gerade gelesen hatte, auf den Tisch und nahm den Bericht Tholas in Empfang.
Thola besah sich mit hochgezogenen Augenbrauen den Titel des Buches, das Spencer auf den Tisch gelegt hatte. " ‚Das Schachspiel im 20. Jahrhundert‘?", las er verwundert.
"Ja", bestätigte Spencer. "Mein Spielstil wird allgemein als konservativ beschrieben. Das muss ich pflegen." Er überflog Tholas Daten und legte das PZAG zu dem anderen.

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