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Logbuch der Cousteau, Sternzeit 21135.8: Commander Spencer: [18.02.2344 16:52:02]
Nach Abschluss der Erforschung des Wanderplaneten NBD 495,121 fliegen wir zurück zu Sternenbasis 53, um neue Befehle entgegen zu nehmen. Schiff und Mannschaft in bester Verfassung. Keine besonderen Vorkommnisse.
"Miss Hwang, setzen Sie Kurs auf Sternenbasis 53, Warp 5!"
"Aye, Sir!"
Commander Spencer lehnte sich in seinem Sessel zurück und betrachtete den Hauptschirm mit den vorbeigleitenden ‚Sternen‘ wie sie bei Warpgeschwindigkeit immer auftraten. Dass dies keine Sterne, sondern unzählige, weit entfernte Sonnensysteme waren, wusste er wie alle anderen auf dem Schiff. Und doch faszinierte ihn dieses Ereignis immer wieder, wenn das Schiff mit Warpgeschwindigkeit flog.
Das Intercom piepte: "Astrophysik an Captain!" Spencer schloss, dass es nur der 3. Wissenschaftsoffizier, Fähnrich Berger, sein konnte, denn er war der einzige, der sich für gewöhnlich mit dem Titel seiner Unterabteilung meldete.
"Ja, hier Spencer. Was gibt's?"
"Sir, alle Analysen von NBD sind abgeschlossen. Nichts besonderes zu melden."
"Ja, danke Mr. Berger!" Spencer schaltete das Intercom aus und lehnte sich zurück. Er dachte über die Cousteau nach, über das halbe Jahr bisher auf diesem Schiff der Oberth-Klasse. Dieser Schiffstyp bildete schon seit vielen Jahren eine breite Basis und führt viele Transport- und Erforschungsaufträge durch, veraltete aber so nach und nach, obwohl laufend Verbesserungen vorgenommen wurden. Nach einem halben Jahr eher langweiliger Transporte von Gütern und Menschen, die ihm aber zuerst gar nicht langweilig erschienen, da er gerade sein erstes Kommando übernommen hatte, bekam er den Auftrag, den Wanderplaneten NBD 495,121 zu erforschen, der gerade diesen Sektor durchquerte. Sie entdeckten eine neue "härteste" Metall-Legierung und einen neuen Rekord im Durchmesser eines Wanderplaneten (1123 km). Wanderplaneten sind Planeten, die sich bei der Entstehung eines neuen Sternes unter bestimmten Bedingungen abtrennen können und ziellos durch den Raum treiben.
Er drehte sich um und warf einen kurzen Blick auf die Brückencrew, die ihrer üblichen Arbeit nachging. Er selbst saß in seinem Kommandosessel vor dem Hauptschirm, rechts neben ihm bediente Lt. Kim Hwang die Flugkontrollen. Links hinter ihm war das Kommunikationspult, an dem der gamma-hydranische Kommunikationsoffizier H'Korr saß und rechts hinten war die große, viertelkreisförmige Wissenschaftsstation, an der im Moment sein Erster Offizier, Lt. Cmdr. Thola, seines Zeichens Leitender Wissenschaftsoffizier, im Moment einige Analysen oder Berichte bearbeitete. Dahinter gab es an der Rückwand zwei weitere Computerstationen, die aber im Moment unbesetzt waren. Hinter Lt. H'Korr in der Ecke befand sich der Eingang zum Besprechungsraum und an der Rückwand der zum Turbolift. Es gab keine feste taktische Station, keine Ingenieurskonsole oder andere Stationen auf der Brücke, da das Schiff hauptsächlich für Transporte oder wissenschaftliche Expeditionen vorgesehen war und nicht für das Austragen von Feindseligkeiten. Waffen und Schilde konnten von der Flugsteuerung bedient werden und wenn es wirklich nötig war, konnten einige Teile der Wissenschaftsstation so rekonfiguriert werden, dass sie taktische oder Maschinenkontrollen ermöglichten.
Die Tatsache, dass die Cousteau inzwischen knapp sechzig Jahre alt, der letzte Umbau bereits vier Jahre her und die Sternenflotte im Moment mehr mit der Entwicklung neuer Schiffe beschäftigt war, als mit der Umrüstung alter, hatte zur Folge, dass bei der letzten Überholung nur diese Sparversion einer Brücke eingebaut worden war.
Spencer bereute dennoch nicht, das Kommando übernommen zu haben, obwohl er sich gelegentlich fragte, ob er nicht besser auf den Utopia Planitia-Flottenwerften geblieben wäre, als ihm die Cousteau angeboten worden war. Aber hatte sich damals an die Zeit zurückerinnert, als er noch Zweiter Offizier auf der Enterprise-B gewesen war, bis diese außer Dienst gestellt wurde und sich daraufhin entschlossen, wieder im Weltraum zu arbeiten.
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