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Kennedy


"Museumsstück"

von Andreas Drechsler

Kapitel 6


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Logbuch der Kennedy, Sternzeit 21769.8, Commander Spencer: [07.10.2344 17:55:24]
Ein Teil des Außenteams ist unverrichteter Dinge wieder auf die Kennedy zurückgekehrt. Commander Lemois und Fähnrich Wardorff werden im Moment in der Krankenstation behandelt, ein Wissenschaftsteam auf der Skate soll den Verbleib Leytons klären.
Spencer hatte den Eintrag gerade in sein PZAG fertig diktiert, als sich die Türen zur Krankenstation vor ihm öffneten. Er sah Lemois und Wardorff, die gerade von M‘Boya und ihrem Pflegerteam behandelt wurden.
"Wie sieht's aus, Doktor?", fragte Spencer.
M'Boya drehte sich um. "Ah, Captain. Commander Lemois hat schwerwiegende Verbrennungen an ihren Händen erlitten und leidet an einem Phaserschock. Mit ein bisschen Hautregeneration ist es da nicht getan, aber sie wird wieder vollständig gesund. Fähnrich Wardorffs Knie ist ebenfalls bald wieder einsatzbereit."
Lemois versuchte, sich aufzurichten, ein schwieriges Unterfangen, da sie ihre Hände nicht belasten konnte. "Captain, ich...", begann sie, doch M'Boya, die mit Spencer auf sie zuging, unterbrach sie: "Bleiben Sie ruhig liegen, Commander. Und stellen Sie sich gleich darauf ein, dies noch für einige Zeit zu tun. Ihre Hände müssen heilen und sie müssen sich ausruhen." Sie klang keineswegs bestimmend, sondern überwiegend freundlich.
Resigniert ließ sich Lemois wieder zurückfallen. M'Boya ging zu Fähnrich Wardorff, nahm bei ihm einige Analysen vor und ließ Spencer mit Lemois allein.
"Das war gute Arbeit, Commander. Sie hätten sich aber nicht so in Gefahr bringen müssen." Spencer hatte einen Kurzbericht von Karov angefordert, nachdem Hellmann und zwei weitere Wissenschaftler zur Skate hinüber gebeamt waren.
"Haben Sie ihn?", fragte sie, ohne auf Spencers Worte einzugehen.
Spencer schüttelte den Kopf. "Nachdem sie auf ihn gefeuert hatten, ist er in den Turboschacht gefallen, wo er verschwand. Warum sich die Lifttür geöffnet hatte, obwohl keine Kabine bereitstand, und wo er sich jetzt befindet, wird gerade untersucht."
Lemois schaute auf ihre Hände. Der Hautregenerator hatte zwar die Oberfläche zum überwiegenden Teil wiederherstellen können, doch wegen den beschädigten Nerven- und Blutbahnen hatte sie für den Moment nur rudimentäres Tastgefühl und Griffsicherheit wiedererlangt. "Vielleicht sollte ich mich bei Karov bedanken. Ich habe da großes Glück gehabt", murmelte sie vor sich hin.
"Das können Sie laut sagen, Commander", meinte Spencer mit einem verkniffenen Gesichtsausdruck, indem er einen ihrer Lieblingsausdrücke benutzte. "Wie lange muss ich eigentlich auf Sie verzichten?"
"M'Boya will mich bis morgen zur Beobachtung hier behalten und dann noch einige Tage vom Dienst befreien", antwortete Lemois. "Sie übertreibt es, wie ich finde."
"Bis wir im Lalande-System eingetroffen sind, kommen wir gut ohne Sie aus. Nutzen Sie die Zeit, erholen Sie sich und ruhen sie sich aus. Doktor M'Boya weiß schon was sie sagt, oder?" Er sprach den letzen Satz absichtlich lauter aus.
"Worauf Sie sich verlassen können, Captain", antwortete sie scherzhaft empört, ohne von ihren Untersuchungen abzulassen.
"Da hören Sie es, Commander."
"Ich füge mich ja, Captain, ungern..." Sie deutete ein versöhnliches Lächeln an.
"Ich werde dann mal sehen, was die auf der Skate inzwischen herausgefunden haben. Gute Besserung", verabschiedete sich Spencer.
"Danke, Sir." Lemois drehte sich um, um ein wenig zu schlafen.
Am Ausgang der Krankenstation kam ihm Hwang entgegen.
"Auf Krankenbesuch?", fragte Spencer, der, wie Hwang feststellte, unüblicherweise recht passabel gelaunt war.

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