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Logbuch der Kennedy, Sternzeit 21769.6, Lieutenant Commander Lemois: [07.10.2344 16:05:46]
Seit fünf Stunden fliegen wir mit der Skate im Schlepptau in Richtung des Alpha Lalande-Systems. Unsere Geschwindigkeit bleibt weiter konstant bei Warp 5, die Wissenschaftsabteilung geht einigen seltsamen Energiefluktuationen auf der Skate auf den Grund, die wahrscheinlich aber nur aufgrund des Alters des Schiffes verursacht werden.
Vor fünf Minuten hatte Lemois die zweite Schicht von Spencer übernommen und ihren üblichen Logbucheintrag verfasst, nachdem sie sich einen Überblick über die aktuellen Geschehnisse verschafft hatte.
Spencer hatte am Morgen während seiner Schicht den Großteil der Routinearbeiten erledigt, so dass ihr jetzt nicht viel zu tun blieb. Sie erlaubte es sich, die relative Ruhe zu genießen, die im Moment auf der Brücke herrschte. Relativ nur deswegen, weil sie auf ihrem Sichtschirm am Platz des Ersten Offiziers ständig die aktuellen Betriebsdaten des Traktorstrahls darstellen ließ. Das Ankopplungsmanöver mit der Skate war ihr nicht geheuer und so hielt sie sich vorsichtshalber bereit, um Überraschungen vorzubeugen und gegebenenfalls rasch reagieren zu können. Im Moment bewegte sich zwar alles innerhalb normaler Grenzen, doch das konnte sich bekanntermaßen jederzeit ändern...
Nach dem Ende der Algiebaner-Mission war im Allgemeinen an Bord endlich das eingekehrt, was wohl gewöhnlich als Routine bezeichnet wurde, wenngleich sich dieses Gefühl sich bei ihr speziell aus verschiedenen Gründen bis jetzt noch nicht eingestellt hatte.
Obwohl, so sehr verschiedenartig waren die Gründe an sich gar nicht. Spencer war zum Beispiel einer der wenigen Captains der Sternenflotte, der von sich aus die Morgenwache übernahm. Obwohl sie an sich gerne lange schlief, war dennoch eine Umgewöhnung vonnöten gewesen, weil sie auf der Saratoga, ihrem letzten Posten, selten zu ihrem morgendlichen Schlaf gekommen war.
Manchmal, wenn er Lust dazu hatte oder ihm einfach danach war, so wie heute, erledigte er während seiner Schicht sämtliche anfallenden Aufgaben des Tages, sowohl die des Captains als auch die des Ersten Offiziers, so dass ihr während ihrer Schicht nicht mehr allzu viel zu tun blieb, von Fall zu Fall aber auch musste sie beide Schichten übernehmen und hatte die ganze Arbeit für sich alleine, an den Tagen nämlich, wenn Spencer sich mehr im Maschinenraum aufhielt, als auf der Brücke. Sie konnte sich nie vorher sicher sein, wie der nächste Tag verlaufen würde. Langweilig war es ihr bei weitem nicht, aber das hätte sie gerne für etwas Gewöhnung im täglichen Dienst eingetauscht und das, obwohl sie Gewöhnung an und für sich verabscheute.
Plötzlich gab die Einsatzleitungsstation einige fiepende Geräusche von sich, Lemois‘ Aufmerksamkeit war sofort wieder voll präsent. "Was ist, Fähnrich?", wollte sie wissen.
"Ma‘am, die Sensoren orten auf einmal drei Lebenszeichen auf der Skate", berichtete Rodriguez, der Terk auf Vorschlag Lemois‘ an ungewohnter Position vertrat und deswegen sehr unsicher klang. "Nein, jetzt sind es wieder zwei", korrigierte er sich nach nochmaligem Hinschauen.
Lemois Augen weiteten sich, sie fühlte, dass irgendetwas passiert wäre, konnte es aber nicht weiter präzisieren. Sie schüttelte das leichte Unwohlsein ab und konzentrierte sich auf das Problem.
"Führen Sie eine Ebene 4 Diagnose der Sensoren durch!", ordnete sie an.
"Aye, Ma‘am." Rodriguez machte sich an die Arbeit und meldete dreißig Sekunden später: "Alles in Ordnung. Der Computer zeigt keine Fehlfunktion."
"Commander Lemois an Lieutenant Terk!"
"Lieutenant Terk an Bord der Skate", antwortete er über ihren Kommunikator.
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