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Kennedy


"Museumsstück"

von Andreas Drechsler

Kapitel 23


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DeFalco beobachtete den Anflug der Kennedy auf dem Aussichtsdeck der Station, als Spencer hinzutrat. "Ach hier bist du. Warum sagt der Computer dann, du wärest in deinem Quartier?"
"So wie‘s aussieht, hat unser blonder Kühlschrank dein Schiff heil zurückgebracht", brummte DeFalco, ohne auf Spencers Frage einzugehen.
Spencer räusperte sich deutlich. "Gerry... das habe ich jetzt nicht gehört. Du solltest dir deinen Kommunikator wieder anstecken und mich zum Konferenzraum begleiten. Bevor Commander Lemois" - er betonte Rang und Namen deutlich - "angedockt haben wird, möchte ich gerne noch einige Worte an euch richten." Er knurrte abschließend etwas Undefinierbares und verließ das Aussichtsdeck, gefolgt von DeFalco. Er sollte sich freuen, jetzt wo das TDF-Projekt endlich gestoppt war und sich nicht gleich schon wieder im Vorfeld über Lemois ärgern...

Im Konferenzraum waren bereits alle versammelt, alle aus der Testcrew der Kennedy.
"Danke, dass Sie sich alle herbemüht haben", begrüßte Spencer die Anwesenden mit einem langen Seitenblick auf DeFalco. "Um mit der erfreulichen Nachricht zu beginnen, wir sind mit sofortiger Wirkung raus aus dem Projekt und haben auch gleich einen neuen Auftrag. Die Sternenflotte hat aufgrund unserer Ergebnisse ein Machtwort gegen Martin gesprochen, und zwar binnen Minuten. Vermutlich haben einige Damen und Herren mit einem Mal kalte Füße bekommen. Das TDF-Projekt wird bis zur Bereitstellung eines neuen, besser geeigneten Testschiffs ausgesetzt, Martin ist gehalten, seine Arbeiten währenddessen gründlich zu überprüfen."
"Und der neue Auftrag...", deutete Hwang an.
"Wir sollen die Skate wieder im Epsilon Aurigae-System abliefern und dann schleunigst zu Außenposten 59 weiterfliegen. Warum, konnte mir Moravcik nicht sagen, nur das es dringend ist. Ich vermute, Paris hat unabhängig von den Untersuchungsergebnissen irgendwo interveniert, um uns hier rauszuholen."
"Außenposten 59? Der ist ziemlich nahe an der cardassianischen Grenze, wenn ich nicht irre", meinte Hwang.
"Dann kommen wir ja wieder nicht zu unserem dringend benötigten Dockaufenthalt. Ich will gar nicht wissen, welchen Ärger MacDonnell unterwegs mit dem Warpantrieb gehabt hatte!", fiel DeFalco ein.
"Ich weiß, Gerry, aber immer noch besser, als wenn die Kennedy die Rolle des Testschiffs übernehmen würde. Und sie liegen richtig mit ihrer Vermutung, Miss Hwang, ich habe nachgesehen, er liegt zweieinhalb Sektoren von der Grenze entfernt. Das hört sich nicht so gut an."
Direkt, als Spencer geendet hatte, erreichte ihn ein Kommunikatorsignal "Moravcik an Spencer!"
"Ja, Spencer hier!"
"Commander, ihr Schiff dockt gerade an Rampe 2."
"Vielen Dank. Informieren Sie Commander Lemois, dass wir in Kürze an Bord kommen werden."
"Moravcik Ende."
"Sie haben es gehört, sie können ihre Siebensachen zusammenpacken. Gerry, du koordinierst den Rücktransport der noch verbliebenen Ersatzteile. Reichen dir drei Stunden?"
"Mir reichen auch zwei", antwortete DeFalco. "Ich nehme gerne Stress in Kauf, wenn ich endlich hier verschwinden kann."
"Wir können's dir nachfühlen, glaube ich." Mit einem langsamen Kopfnicken deutete Spencer das Ende der Sitzung an.

Gute zwanzig Minuten später betrat Spencer zum ersten Mal wieder die Brücke der Kennedy. Es war das überhaupt erste Mal für ihn gewesen, diese seine Brücke nach längerer Zeit wieder zu betreten und er konnte sich noch gut daran erinnern, wie er sich gefühlt hatte, als ihm das gleiche zum allerersten Mal passiert war, auf seinem ersten Schiff, der Cousteau vor etwas weniger als einem Jahr.

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