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Kennedy


"Museumsstück"

von Andreas Drechsler

Kapitel 17


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Logbuch der Kennedy, Sternzeit 21804.2, Lieutenant Commander Lemois: [20.10.2344 08:05:34]
Wir warten nun geschlagene zehn Stunden an der Position der Skate und nichts ist passiert. Lieutenant MacDonnell konnte durch einige Veränderungen am EPS unseren Energieoutput dem der Skate fast genau anpassen, auf die vordere Sensorenphalanx müssen wir jedoch noch einige Stunden warten.
"Gibt es was Neues?", fragte sie Torrente. "Sonst gehe ich jetzt schlafen." Sie musste bei dem Gedanken an einen langen, erholsamen Schlaf nach den vergangenen Ereignissen unwillkürlich ein Gähnen unterdrücken.
Torrente sah auf. "Nichts, Commander. Wir hatten in den letzten Stunden zwei Fehlalarme aufgrund von Sensorungenauigkeiten, das war alles. Schlafen Sie gut."
"Danke, Mr. Torrente", verabschiedete sich Lemois. Sie wollte gerade den Turbolift betreten, als eine Brückenkonsole warnende Signale von sich gab. Sie machte sofort auf dem Absatz kehrt, sagte aber nichts.
Torrente stand auf, schaute sich aber nicht um. "Haben Sie etwas?", fragte er Fähnrich Manelides an der Einsatzleitung.
"Die Sensoren empfangen ein schwaches Echo. Richtung 241.122", antwortete dieser.
"Wieder ein Fehlalarm?" fragte Lemois.
"Ich glaube nicht", antwortete Manelides.
Lemois, die sich bereits auf Erholung eingestellt hatte, war plötzlich wieder hellwach. "Ich übernehme, Mr. Torrente. Rufen Sie Terk, Karov und MacDonnell auf die Brücke! Auf den Schirm!"
"Ja, Commander." Torrente scheuchte Manelides von der Einsatzleitung weg, der sich daraufhin an Terminal II zur Unterstützung niederließ.
"Vergrößern!" Das war wieder Lemois, die im Kommandosessel Platz genommen hatte.
Auf einen Tastendruck Torrentes wurde aus dem beinahe unsichtbaren Punkt auf dem Hauptschirm ein klar erkennbares, kleineres Schiff mit dunkelgrauer Außenhaut. Karov und MacDonnell betraten eilfertig die Brücke und lösten ihre Vertreter ab.
"Taktische Analyse!", war Lemois nächstes Kommando, noch während Karov zu ihrer Station unterwegs war. "Wann sind wir in Traktorstrahlreichweite?"
"Sie sind recht weit von unserer Position ins System eingetreten, wohl um ganz auf Nummer Sicher zu gehen. Im Moment haben sie angehalten. Sie vergewissern sich, ob sie die Sicherheitssysteme ausgeschaltet haben", berichtete Torrente.
"Wie haben die das bewerkstelligt?", fragte Lemois überrascht.
"Keine Ahnung. Vielleicht kennen sie die Sicherheitscodes oder sie haben das System geknackt", spekulierte Torrente. "Ein Beremar-Feld ist es jedenfalls nicht, ich habe das Schiff klar und deutlich auf den Sensoren."
Auch Terk betrat die Brücke und löste Torrente ab, der sich wie Manelides in Bereitschaft hielt. Lemois bedachte Terk mit einem kritischen Blick, er war wie bereits des Öfteren einige Minuten zu spät gewesen, sie hatte jetzt aber andere Sorgen, als ihn deswegen zurechtzuweisen.
"Was ist mit der taktischen Analyse?", fragte sie Karov, energischer als zuvor.
"Das Schiff ist ein kleineres Modell, ein modifizierter Klasse 9-Frachter", antwortete sie. "Er hat zusätzliche Schildgeneratoren und Phaserkanonen, soweit ich das ohne genaue Sensordaten erkennen kann. Sie haben wieder Fahrt aufgenommen und werden in etwa eineinhalb Minuten in unserer Reichweite sein."
"Okay. Halten Sie den Traktorstrahl in Bereitschaft. Fahren Sie die Transporter ebenfalls hoch, aber so, dass sie es nicht rechtzeitig bemerken können."
"Ich kümmere mich darum", bestätigte MacDonnell.
"Haben Sie was von der Reflection bemerkt?", wollte Lemois wissen.
"Nichts, Commander. Sie verbergen sich erfolgreich", antwortete Terk.
"Dreißig Sekunden noch", ließ sich Karov vernehmen. Unbemerkt von den anderen aktivierte sie die Energiezuleitung zur vorderen Phaserbank.

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