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Kennedy


"Museumsstück"

von Andreas Drechsler

Kapitel 11


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"AL4 an Skate, berichten Sie!", forderte Moreno, der gerade einen Kanal zur Skate geöffnet hatte. Außer ihm befanden sich Martin, Spencer, DeFalco, Walker, Berger, Scott sowie Hernandez, ein Ingenieur aus Martins Stab, in der Kontrollzentrale der Basis. Es war kurz nach 14:00 am Nachmittag. Die Skate hatte gerade ein Flugmanöver mit Hwang am Steuer durchgeführt, um die Reaktion des experimentellen TDF-Systems auf einen plötzlichen Richtungswechsel zu erproben. Neben Hwang hielten sich Fähnrich Callaway und der bolianische Ingenieur aus Martins Stab, Tinoc, an Bord der Skate auf.
"Hwang hier. Das Manöver ist abgeschlossen. Wir halten unsere Position außerhalb des Asteroidengürtels. Es gab keine Probleme!", meldete Hwang über Funk.
"Wie war die mittlere Reaktionszeit?", fragte Martin.
"320 Millisekunden", antwortete Walker, die an einem Kontrollpult das Manöver überwacht hatte.
"Das ist zu hoch!", kritisierte Martin. "Überprüfen Sie die Daten!"
"Ja, Doktor." Walker machte sich an die Arbeit.
"Das kann ich erklären", mischte sich DeFalco ein. "Ich musste den sekundären Differentialkompensator wegen Energiefluktuationen vom Netz nehmen."
Bevor Martin darauf reagieren konnte, fragte Spencer: "Schon wieder Energiefluktuationen? Wir hatten doch Callaway beauftragt, sich darum zu kümmern."
"Die von vorhin hat Callaway auch im Griff. Das hier war wieder was anderes", antwortete DeFalco.
"Schluss jetzt! Rufen Sie ihren Callaway zurück, das wird Hernandez aus meinem Stab übernehmen." Martin gab Moreno ein Zeichen, auf das er sich um den Transport von Hernandez auf die Skate kümmerte.
DeFalco sah Spencer an, der nur mit den Schultern zuckte. "Spencer an Lieutenant Hwang und Fähnrich Callaway! Halten Sie sich bereit zum Rücktransport."
"Verstanden", antworteten Hwang und Callaway beinahe unisono über Funk.
DeFalco programmierte mit einer Hand die Transportkoordinaten und beamte die beiden von der Skate direkt in den Kontrollraum. Obwohl die Skate weiter als fünfunddreißigtausend Kilometer, also der üblichen Transporterreichweite, vom Planeten entfernt war, konnte dennoch ein Direkttransport erfolgen, da die beiden Shuttles nicht nur mit behelfsmäßigen Phaserkanonen, sondern auch mit Nottransportern ausgerüstet worden waren, die als Zwischenstationen und Verstärker fungierten.
"Captain." Das war Berger, der in den letzten zehn Minuten mit eifrigen Analysen beschäftigt war.
Spencer trat einige Schritte auf ihn zu, während zwei von Martins Ingenieuren den Raum betraten. "Was haben Sie?",
"Ich könnte die Energieeffizienz durch optimierte Verteilungsroutinen um einige Prozent erhöhen", antwortete Berger.
Martin, der dem Gespräch offensichtlich mit einem Ohr zugehört hatte, trat hinzu und fragte: "Was würde das an Reaktionszeit bringen?"
"Zwanzig Millisekunden. Vielleicht fünfundzwanzig, vor allen Dingen bei schnellen Reaktionen", antwortete Berger, der abwechselnd zu Spencer und zu Martin sah.
"In Ordnung. Führen Sie die notwendigen Veränderungen durch", stimmte Martin Bergers Vorschlag zu, ohne ihn genau zu prüfen. Spencer ging wieder zurück an seine ursprüngliche Station. Er vertraute Berger, schließlich hatte er allen seinen Leuten eingeschärft, keine Experimente zu wagen. Experimentieren tat Martin für seinen Geschmack bereits von sich aus zu viel...
"In zehn Minuten werden wir das Manöver wiederholen, dieses Mal mit Mr. Scott als Piloten. Und hoffentlich ohne Energieschwankungen", kündigte Martin mit erhobener Stimme an, nicht ganz frei von ironischen Untertönen.

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