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"Auf den ersten Blick ist alles normal, ich würde jedoch gerne einige Folgeuntersuchungen durchführen", antwortete Wynn.
"Tun Sie alles, was in ihrer Macht steht, für ihre Patienten", beschwor Spencer die Pfleger. "Aber das muss ich ihnen wohl nicht extra sagen", schränkte er im selben Moment unsicher ein und verließ die Krankenstation. Bevor er die Türschwelle überschritt, wandte er seinen Kopf noch einmal um und sah, dass Austin mit gequältem Gesichtsausdruck die Folgeuntersuchungen Wynns über sich ergehen ließ während Chell sich, so gut er konnte, um Özhan und den Jungen kümmerte.
Direkt nach Eintreffen auf der Brücke wurde Spencer von den drängenden Fragen der Brückenoffiziere überfallen, Karov hatte anscheinend bereits die eine oder andere Andeutung über die Mission fallen lassen. Spencer schilderte in wenigen Sätzen die Verletzung von Doktor Özhan, die Rettung des Jungen und das Fehlen des Medikaments. Danach forderte er einen raschen Lagebericht über den Schiffszustand.
Erst auf den zweiten Blick fiel ihm die Abwesenheit von Bengasi auf. Karov, die die Krankenstation mit ihm zusammen verlassen hatte, saß dagegen an ihrer Station. Es musste etwas bedeuten, er hatte jetzt aber andere Sorgen.
"Der Antrieb funktioniert bis Warp 4, der Traktorstrahl auch?", wiederholte Spencer die Informationen, die er erhalten hatte. Bernhard nickte bestätigend.
"Koppeln Sie die Viking an und nehmen Sie Kurs auf Sternenbasis 53. Warp 4 und beschleunigen!" Spencer hatte seine Gestik bei diesen Worten nicht ganz unter Kontrolle, besonders seine rechte Hand beschrieb einige Irrwege in der Luft.
Karov und Hrovat, Austins Vertretung, bestätigten seine Anweisungen.
"Fähnrich Quentin, informieren Sie die Sternenbasis über unsere... Ergebnisse. Fragen Sie an, ob sie uns ein Schiff mit dem fehlenden Medikament entgegenschicken können."
Auch Quentin nickte bestätigend.
Spencer wagte es nun, sich entspannt zurückzulehnen, die Anspannung, unter der er in der letzten Stunde gestanden hatte, wich schlagartig und ließ ihn mit einem stetig wachsenden, pochenden Kopfschmerz zurück. Er stellte eine Frage, die er die ganze Zeit hatte stellen wollen: "Wo ist eigentlich Commander Bengasi?"
Austin war froh, die Untersuchungen auf der Krankenstation endlich überstanden zu haben, sie hatte Wynn zufolge keine bleibenden Nachwirkungen der kurzzeitigen Strahlendosis zu befürchten. Freuen konnte sie sich aber nicht so recht über diese Tatsache angesichts des Schicksals Özhans und des Jungen, sie betrat bedrückt sie den Turbolift zur Brücke und war überrascht, Bengasi in diesem anzutreffen.
"Commander?"
"Ich komme gerade aus dem Maschinenraum. Lieutenant Bengtsson ganz ist meiner Meinung", antwortete Bengasi alles- und nichts sagend.
"Und was ist Ihre Meinung, wenn man fragen darf?" Austin versuchte ihrerseits ein Lächeln und einen Augenaufschlag in Richtung Bengasis, beides gelang ihr nur halbherzig.
Er sprach weiter und obwohl er mit ihr sprach, war es, als nähme er sie überhaupt nicht wahr. "Ich möchte Ihnen übrigens danken, Fähnrich. Dafür, dass sie die fruchtlose Diskussion zwischen Spencer und mir vorhin unterbrochen haben."
Er schien erleichtert, dass sich die Lifttüren vor ihm öffneten und verließ stur geradeaus blickend den Turbolift. Austin konnte ihm nur folgen.
"Probleme im Maschinenraum, Commander?", erkundigte sich Spencer.
"Keine, die Mr. Bengtsson nicht im Griff hätte", antwortete Bengasi ohne jede Betonung in der Stimme. "Die Transporter allerdings sind bis zur voraussichtlichen Ankunft auf der Basis nicht reparabel."
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