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"Karov, Bernhard, wie weit sind sie?", rief Bengasi mit leicht erhöhter Lautstärke quer über die Brücke. Spencer schrak hoch und bedachte zuerst Bengasi, dann Karov und Bernhard mit einem verstörten Blick. Dann besann er sich und lauschte der Antwort Karovs.
"Wir sind soweit, mehr oder weniger."
"Was soll das heißen?", fragte Bengasi drohend und erhob sich dabei aus seinem Stuhl. Bernhard fuhr an Karovs Stelle fort. "Wir können uns gefahrlos für eine Viertelstunde im Sturm aufhalten, vielleicht zwanzig Minuten. Alles unter der Voraussetzung, dass wir die Sensoren ausschließlich nach Energiesignaturen suchen lassen. Andernfalls wird sich die Zeit deutlich verringern, die wir im Sturm verbringen können."
"Das ist wegen der Abstimmung zwischen den Sensor- und den Schildfrequenzen?", fragte Spencer. Karov nickte.
"Und was ist, wenn der Reaktor der Viking ausgefallen ist?", fragte Bengasi. "Dann strahlt er keine Signatur ab und wir können lange suchen."
"Wenn ihr Reaktor vor neun Stunden ausgefallen ist, lebt jetzt bestimmt keiner mehr", stellte Spencer eiskalt fest und bedachte zu seiner eigenen Überraschung Bengasi mit einem ebensolchen Blick.
Bengasi zeigte eine steinerne Miene und verschränkte die Arme vor der Brust.
"Wie groß ist unser zeitlicher Spielraum?", wollte Spencer weiter wissen.
"Die zwanzig Minuten sind schon unser zeitlicher Spielraum, Captain", antwortete Karov geradezu entschuldigend.
"Und dann?"
"Die Strahlung beginnt unsere Hülle zu durchdringen und kontaminiert die außen liegenden Sektionen."
"Dann bereiten sie die Evakuierung dieser Sektionen vor, nur für den Fall, dass wir länger bleiben als erwartet. Und wenn weiter nichts ist, können wir einfliegen", entfuhr es Spencer in einem etwas zu heiter geratenen Ton. Karov wechselte wieder an ihre angestammte Station.
Austin wirkte leicht irritiert, als sie den Befehl bestätigte und ausführte. "30 Sekunden bis zum Rand des Plasmasturms."
"Strahlungsintensität steigt", vermeldete Bernhard. "Die visuellen Sensoren versagen, ich schalte den Hauptschirm auf Projektionssicht."
"Die Schutzschilde und sonstige Abwehrmaßnahmen sind in Funktion", fügte Karov hinzu.
"Der Funkverkehr wird schlechter", ließ sich Quentin vernehmen, der seit einiger Zeit nicht hatte von sich hören lassen.
Bengasi hatte wieder links vom Kommandosessel Aufstellung genommen. "Wie gut schirmen die Schilde ab?", fragte er.
"Genau wie berechnet", antwortete Bernhard. "Ich schalte die Sensoren für ihren Scan im Plasmasturm um."
"Einflug in den Plasmasturm", meldete Austin direkt im Anschluss.
"Alarmstufe Gelb", befahl Spencer.
Karov blickte einige Momente lang überrascht nach links und rechts, so wäre etwas, das sie erwartet hatte, ausgeblieben.
"Was ist, Lieutenant?", fragte Bengasi forsch.
"Eigentlich nichts, Commander. Ich hatte nur erwartet... dass die Lichter flackern", antwortete sie entschuldigend.
"Dass tun sie nur in Holofilmen", versetzte Bengasi unwillig. "Konzentrieren sie sich lieber auf ihren Dienst und halten sie den Traktorstrahl bereit."
"Ja, Commander", antwortete Karov leidend. Spencer schüttelte beinahe unmerklich den Kopf.
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