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"Ich danke Ihnen. Was gäbe es denn zu tun?" Die Aussicht auf ‚einfache‘ Arbeit, auf Probleme, die sich durch logisches Nachdenken lösen lassen und die nicht die Gesellschaft von mehr oder weniger freundlich gestimmten Personen erforderte, erfüllte Spencer mit etwas wie Sicherheit und Zuversicht.
Bengtsson überlegte, er war wohl nicht darauf vorbereitet, seinen neuen Kommandanten gleich als Ingenieur einzusetzen.
"Hm." Er kratzte sich an seinem Drei-Tage Bart. "Ich habe im Moment alle bei den Impulstriebwerken. Vielleicht könnten Sie die Warptriebwerke ein wenig fein justieren. Achten Sie bitte besonders auf die Plasmainjektoren. Wir hatten da öfter leichte Funktionsstörungen."
"Aber ja." Spencer war erfreut. "Die Kontrollen befinden sich auf Deck 17, soviel weiß ich. Welche Sektion ist es genau?"
"Deck 17 stimmt, Sir. Es ist Sektion 8J", antwortete Bengtsson ohne eine Miene zu verziehen.
"Danke, Lieutenant", verabschiedete sich Spencer und machte sich auf den Weg zu der angegebenen Sektion. Bengtsson sah ihm mit einem kalten Blick nach, ihm war scheinbar nicht sonderlich wohl bei dem Gedanken, Spencer an ‚seinen‘ Warpmaschinen hantieren zu lassen.
Spencer war währenddessen auf den Weg zur angegebenen Sektion und machte sich an die Arbeit. Er empfand es beinahe als Erholung, die nächste Zeit allein mit sich und den Kontrollen des Warpantriebs zu sein, besonderes Augenmerk richtete auf die Plasmainjektoren und korrigierte dort einige Grundeinstellungen, die er als mitverantwortlich für die von Bengtsson geschilderten Probleme erachtete.
Nachdem er nach zwei Stunden harter Arbeit den Antrieb immerhin soweit hatte, dass seiner Meinung nach Warp 5 ohne Probleme gehalten werden konnte, entschied er sich, es vorerst dabei zu belassen und sich in seinem Bereitschaftsraum um die unausweichlichen Formalien einer Kommandoübernahme zu kümmern, denen er bisher noch gar keine Aufmerksamkeit gewidmet hatte.
"Captain auf der Brücke!", rief dieses Mal Austin vom Steuerpult. Karov war nicht anwesend, die taktische Station unbesetzt.
Spencer verharrte kurz, er erwartete für zweite Ankunft auf der Brücke eine neuerliche, unkontrollierbare Gefühlswelle, wurde aber positiv überrascht, als diese ausblieb. Nur ein leichtes, nicht weiter bestimmbares Unbehagen war zu spüren. "Vielen Dank, Fähnrich. In Zukunft können wir allerdings auf diesen Ausruf verzichten, denke ich."
Austin starrte kurz ungläubig, sagte aber nur. "Ja, Sir."
Bengasi wollte sich erheben, um seinen Platz zu räumen, Spencer winkte ab. "Bleiben Sie ruhig sitzen, Commander. Ich bin nebenan, die Routinearbeit erledigen."
Bengasi nickte und schaute wieder auf den Hauptschirm, wobei er ein kurzes hämisches Grinsen zeigte, kurz genug, so dass es niemand bemerkte.
Ohne Bengasi eines weiteren Blickes zu würdigen betrat Spencer den Bereitschaftsraum des Captains, eine Annehmlichkeit, auf die er in der letzten Zeit an Bord der Cousteau hatte verzichten müssen.
Nachdem er den Raum betreten hatte, kniff er die Augen ein, zwei Mal zusammen und öffnete sie dann wieder, um festzustellen, ob ihm seine Sinne einen Streich spielen wollten. Der Raum war fast vollständig leer, ein Schreibtisch und mehrere Stühle waren die einzigen Einrichtungsgegenstände, sogar das obligatorische Computerterminal fehlte.
Er ließ sich betont entspannt auf dem einen Stuhl hinter dem Tisch nieder, er wollte unter allen Umständen vermeiden, sich aufzuregen, denn es war für ihn klar, dass Absicht dahinter steckte. Bengasi hatte sich wohl in Erwartung des permanenten Kommandos bereits häuslich eingerichtet und den Raum dann vollständig ausgeräumt, als er von Spencers plötzlicher Abkommandierung erfahren hatte.
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