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Kennedy


"Gegen Willen und Vernunft"

von Andreas Drechsler

Kapitel 10


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Der am Boden liegende Bengasi wollte sich erheben, unterließ es aber auf eine warnende Geste Bengtssons hin.

Spencer war zusammen mit Karov in den Maschinenraum gekommen und hatte sich von Bengtsson den Gang der Ereignisse kurz berichten lassen. Karov befragte gerade die übrigen Ingenieure nach ihren Versionen.
"Befehlsverweigerung, Meuterei, Schlägereien...", begann Spencer und sah Bengtsson durchdringend an. "Eigentlich sollte ich Sie auch einbuchten", brummte er.
"Wieso?", fragte Bengtsson verwundert.
"Das gerade war ein tätlicher Angriff auf einen vorgesetzten Offizier", informierte ihn Spencer.
"Und was heißt das jetzt?", fragte er nun, eine Spur vorsichtiger.
Spencer schüttelte ratlos den Kopf. Herr der Situation war er bei weitem noch nicht. "Das weiß ich noch nicht. Das weiß ich wirklich nicht. Machen Sie weiter, Lieutenant."
"Ja, Sir", bestätigte Bengtsson vergnügt.
Spencer winkte Karov herbei, sie begleiteten Bengasi auf seinem Weg in die Arrestzelle.
"Was ist Ihnen eigentlich eingefallen, Commander, eine solche Aktion zu starten?", fragte Spencer, nachdem sie den Turbolift betreten hatten und einige Decks abwärts fuhren.
Bengasi ignorierte ihn und wandte sich an Karov. "Sehen Sie nicht, was hier läuft? Weshalb folgen Sie jemandem, der nicht die richtigen Entscheidungen zu treffen weiß?"
Spencer tippte Bengasi auf die Schulter. "Bengasi, ich rede mit Ihnen."
"Was ist?", fuhr Bengasi, der Spencer weiterhin standhaft ignorierte, Karov an.
"Beantworten Sie die Frage des Captains, Commander. Es ist besser so", empfahl sie ihm in freundlichem, aber bestimmtem Ton.
"Alles Blindgänger um mich herum", ereiferte sich Bengasi mit einer großen Geste. "Sehen das Offensichtliche nicht."
"Halten Sie ihre Hände ruhig und unten, Commander. Aussteigen", knurrte Spencer. Der Lift hatte angehalten, Bengasi setzte sich widerstrebend in Bewegung.
Spencer und Karov wechselten einen genervten Blick.
"Ich würde gerne eines wissen, Commander", versuchte Karov nun ihr Glück. "Warum haben Sie gegen alle Prinzipien der Sternenflotte verstoßen und die gesamte Brückencrew gegen ihren Willen mit da hineingezogen? Sie waren für mich immer ein Vorbild."
Auf diese Worte wusste Bengasi keine Antwort, Spencer konnte sich ein zufriedenes Grinsen nicht verkneifen. Karov wusste genau, wie sie Bengasi treffen konnte.
"Wir sind da", verkündete Spencer überflüssigerweise, als sie sich dem Zellentrakt näherten. Einer von Karovs Sicherheitsleuten hatte bereits Position als Wächter bezogen, Spencer nickte anerkennend, unbemerkt von Karov jedoch, die jetzt ihre ganze Aufmerksamkeit Bengasi widmete, solange, bis ein schützendes Sicherheitskraftfeld sie voneinander trennte.

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