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Logbuch der Kennedy, Commander Spencer, Nachtrag:
Wir sind im Besitz einer der gesuchten Sphären, nachdem wir die, die der Künstler Dennen getauscht hatte, gegen ein Faksimile ausgewechselt hatten. Leider wurde bei diesem Vorgang das Kunstwerk, an dem er momentan arbeitete, stark beschädigt. Wir werden uns nun auf dem Weg nach Zeta Bootis machen, um die nächste Station auf der vermuteten Route der Guramba aufzusuchen.
Spencer erlaubte sich den kurzen Genuss, den Vorfall in lakonischen Worten ins Logbuch einzutragen. Er hatte für Kunst nichts übrig und erinnerte sich, wie entgeistert Hwang und M'Boya waren, als sie feststellten, dass er eines der beiden offensichtlich berühmten Bilder, deren Replikate in der Offiziersmesse hingen, nicht kannte. Auf der anderen Seite war auf dem Planeten jetzt genau das passiert, was nicht hätte passieren dürfen und von dem M‘Boya vorhin gesprochen hatte. Er musste jetzt rasch entscheiden, was zu tun war, und zwar noch bevor das Außenteam mit Lemois auf der Brücke eintraf.
"Wir verlassen den Orbit, Mr. Thalvan", ordnete er hastig an. "Nehmen Sie Kurs auf Zeta Bootis und beschleunigen Sie auf Warp 6, wenn bereit." Gleichzeitig beorderte er über Rufautomatik Hwang und M‘Boya auf die Brücke.
"Wir sind auf Warp 6, Sir. Flugzeit bis Zeta Bootis knapp neununddreißig Stunden", meldete Thalvan unsicher. Er war noch nie gut mit Spencers Eigenart klargekommen, den Beschleunigungszeitpunkt dem Flugoffizier selbst zu überlassen, eine Eigenart, die er an den Tag legte, wenn seine Gedanken anderweitig beschäftigt waren. In diesem Falle kam noch die zweite, gravierende Fehlleistung DeFalcos und Hellmanns innerhalb weniger Stunden, ein schwer berechenbarer Erster Offizier und ein einfach zu stoisch wirkender Captain hinzu...
Das Außenteam kehrte auf die Brücke zurück, ihnen war das Ausmaß der Enttäuschung mehr als deutlich anzusehen. Insbesondere Hellmann und DeFalco schlichen förmlich aus dem Turbolift.
"Wir gehen in den Besprechungsraum", bestimmte Spencer, noch bevor jemand anders die Chance hatte, sich zu äußern. "Mr. Rodriguez, Sie übernehmen."
Hwang und M‘Boya ließen nicht lange auf sich warten, ihre Anwesenheit komplettierte die Führungsriege, die nun gebannt, still und nachdenklich der Worte harrte, die Spencer zu sagen hatte.
"Ich muss wohl nicht explizit sagen, warum wir hier zusammengekommen sind", begann er mürrisch, aber dennoch vernehmlich. Die Spuren einer generellen Unzufriedenheit höheren Grades in seinem Tonfall erschienen einigen Anwesenden mitunter überraschend und er verfehlte seine Wirkung nicht, waren doch alle einen für gewöhnlich unemotional sprechenden und Neutralität wahrenden Spencer gewohnt. Er fuhr fort, nach einer Kunstpause.
"Jeder der zurückliegenden Fehler ist für sich betrachtet, entschuldbar, ich mache auch niemandem von ihnen einen Vorwurf. Nur, was ich verhindern möchte, dass sich das häuft." Er musterte DeFalco und Hellmann für einen Moment, die beide nicht imstande waren, seinem Blick standzuhalten. "Ich darf dazu einen Ausspruch von James Kirk zitieren: ‚Das erste Mal kann es ein Unglücksfall gewesen sein, das zweite Mal ein Zufall - aber ein drittes Mal lässt dann auch Ihren Captain wie einen Idioten aussehen.‘ Ich schlage vor, wir versuchen, dies nach Kräften zu vermeiden."
Lemois lag ein ‚Reichlich spät, Captain‘ auf den Lippen, sie besann sich aber.
"Ich kann mir gut vorstellen, was Sie alle nun denken, über sich selbst, über andere und auch über uns alle... trotzdem: Wir sind eine Crew und müssen entsprechend handeln! Das kann ich nicht anordnen, das kann niemand, sie müssen es einfach tun. Sie und ihre... Mitarbeiter. Ich verwende dieses Wort bewusst. Sie sollen schließlich miteinander arbeiten und nicht umgekehrt, unabhängig von Rang und Funktion."
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