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Kennedy


"Die Sphären der Algiebaner"

von Andreas Drechsler

Kapitel 8


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Logbuch der Kennedy, Sternzeit 21709.7, Lieutenant Commander Lemois: [15.09.2344 18:00:17]:
Wir befinden uns im Anflug auf die Kolonie auf Phad II und hoffen, dort eine oder mehrere Sphären zu finden, die wir suchen. Die Guramba war auf jeden Fall in diesem System, eine beinahe zerfallene Impulsspur ließ sich ihr zuordnen.
Lemois saß auf der Brücke aufrecht im Kommandosessel und überwachte die Annäherung an Phad II. Sie hatte Spencer bereits vor fünf Minuten über Intercom signalisiert, dass die Ankunft auf Phad kurz bevorstünde und auch eine Bestätigung von ihm erhalten. Trotzdem war er noch nicht auf der Brücke erschienen.
"Wir nähern uns dem Planeten", meldete Thalvan von seinem Platz an der Flugsteuerung.
"Schwenken Sie in einen Standard-Orbit ein. Lieutenant Terk, rufen Sie die Kolonie und beginnen Sie mit Sensorscans nach PJV." Terk hatte sich entschlossen, eine Doppelschicht einzulegen, ein Zeichen, welches Lemois mit großem Wohlwollen betrachtete. Endlich zeigte er mehr als nur vorgeschriebenen Einsatz.
"Verbindung steht, Ma'am. Sie können sprechen", meldete er.
Sie begann das Komm-Gespräch, obwohl Spencer noch immer nicht eingetroffen war. Sein Problem... "Hier spricht Lieutenant Commander Lemois von der U.S.S. Kennedy. Ich rufe die Phad-Kolonie!"
Auf dem Hauptschirm erschien ein noch relativ junger Mensch mit dynamischen Auftreten. Vielleicht war es ein Seelenverwandter von ihr, mutmaßte Lemois.
"Ich grüße sie. Ich bin Gouverneur Malcolm O‘Leary", stellte er sich vor. "Was können wir für Sie tun?"
"Gouverneur, ist es richtig, dass ein Schiff namens Guramba vor etwa zwei Tagen hier war?"
"Ja, das ist richtig, Commander", antwortete O‘Leary. "Ihr Anführer wollte eine Metallkugel oder so etwas gegen Nahrungsmittel und medizinische Versorgungsgüter eintauschen."
"Und?", fragte Lemois weiter.
"Wir haben ihnen klargemacht, dass wir mit ihnen nicht handeln werden. Als jedoch Dennen, unser größter Künstler, von dieser ‚Sphäre‘, wie auch er sie bezeichnete, hörte, bestand er darauf, den Austausch vorzunehmen."
"Haben Sie denn die Sphäre?", fragte Lemois, die ihre Aufregung nicht ganz verbergen konnte. Sollte sich wirklich Spencers Annahme als richtig herausstellen?
"Dennen hat sie. Er will sie für sein neues Kunstwerk verwenden", meinte O'Leary. "Ist mit ihr etwas nicht in Ordnung?"
"Sie wurde den Algiebanern gestohlen und wir sind hier, um sie zurückzufordern."
O‘Leary zeigte sich nicht im mindesten überrascht. "Ich hatte Dennen gewarnt. Sie müssen mit ihm sprechen. Und, Commander, er kann von Zeit zu Zeit recht ‚eigen‘ sein. Also seien sie darauf vorbereitet." O‘Leary lächelte.
"Das werde ich, Gouverneur." Lemois lächelte spontan zurück. "Vielen Dank für Ihre Auskünfte. Kennedy Ende."
Spencer, der während des letzten Drittels des Gespräches auf die Brücke gekommen war, aber unbemerkt oben am Turbolift stehen geblieben war, ging zu seinem Sessel.
"Ich bin ein wenig spät, Commander, ich entschuldige mich und sie alle dürfen jetzt auch einmal zehn Minuten zu spät sein, ohne dass ich etwas unternehmen kann", brummte er. Die Brückencrew konnte ihr Amüsement nicht verhehlen. Innerlich war Spencer natürlich verärgert über seinen eigenen Fehler, insbesondere angesichts der Inhalte seines zurückliegenden Gesprächs mit M‘Boya.
"Ich hatte noch eine Idee bezüglich unseres Warpantriebs, deshalb meine Verspätung", entschuldigte er sich. "Wie sieht‘s aus?"
"Haben Sie Ergebnisse, Mr. Terk?", fragte Lemois.

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