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Logbuch der Kennedy, Sternzeit 21705.4, Zweiter Offizier Hwang: [14.09.2344 04:14:01]
Nach einem Gespräch mit den Algiebanern hat sich ergeben, dass drei für ihre Nachkommen lebenswichtige Objekte gestohlen wurden. Wir haben ein unidentifiziertes Schiff ausgemacht, das vor zwanzig Tagen im Chort-System gesichtet wurde und befinden uns auf einem vermuteten Verfolgungskurs. Mehr über die Zusammenhänge wissen wir noch nicht bis jetzt.
Am liebsten hätte Hwang das gedämpfte Licht auf der Brücke wieder auf volle Stärke gedreht, um sich im Kampf gegen ihre Müdigkeit nicht so oft recken und strecken zu müssen. Seit drei Stunden jagten sie mit Warp 6 auf einem spekulativen Kurs durch den Raum, auf einem Kurs, den vor drei Wochen das verdächtige Schiff gehabt hatte, von dem sie immer noch nicht mehr wussten, als dass es zur richtigen Zeit am richtigen Ort gewesen sein könnte. Sie sah immer wieder verstohlen zu Fähnrich Manelides an der Einsatzleitung und wartete auf eine Antwort auf ihre sektorweite Suchmeldung, denn ohne eine Antwort würden sie das Schiff wahrscheinlich nie finden. Die Langstreckensensoren arbeiteten mit voller Reichweite, aber auch das half nicht. Sie erschrak, als die Einsatzleitungskonsole warnende Geräusche von sich gab.
"Lieutenant, die Langstreckensensoren sind überlastet. Die Sensorenwerte beginnen unscharf zu werden."
Hwang überlegte. Dass der Einsatz dieser Sensoren bei der Suche nach einem Schiff, das vor drei Wochen hier war und sich jetzt nicht mal mehr im gleichen Sektor befinden musste, überhaupt etwas brachte, war sehr unwahrscheinlich. "Schonen Sie die Sensoren und fahren sie ihre Leistung herunter, Fähnrich. Immer noch nichts auf den Anzeigen?"
"Nichts, Lieutenant."
Hwang versuchte, den Schreck, den sie gerade erhalten hatte, aus den Gliedern zu bekommen und sich mehr auf ihren Dienst zu konzentrieren. Ein Zischen hinter ihr zeigte an, dass sich die Turbolifttüren geöffnet hatten. Sie wandte sich um und sah DeFalco auf der Brücke stehen. Sie blickte ihn fragend an.
"Nichts besonderes, Kim. Ich liefere nur den Bericht für den Captain ab."
"Ah ja." Sie drehte sich wieder nach vorn und hörte ein leises, knurrendes "Mitten in der Nacht", von DeFalco, als er in Spencers Bereitschaftsraum verschwand, um das PZAG mit dem Bericht dort abzulegen. Ein leichtes Schmunzeln umspielte spontan ihre Lippen. Hätte er sich vorhin mit seinem Kommentar gegenüber Lemois zurückgehalten, hätte er sich die Überstunden jetzt sparen können. Auf der anderen Seite fragte sie sich, ob Lemois nicht in diesem speziellen Falle überreagiert hatte; ihr fielen spontan gleich mehrere Gelegenheiten ein, bei denen sich DeFalco bedeutend weiter aus dem Fenster gelehnt hatte, ohne dass Lemois oder gar Spencer Maßnahmen ergriffen hätten...
Ein weiteres Signal von der Einsatzleitung, nahezu zeitgleich mit DeFalcos Verschwinden im Turbolift unterbrach Hwangs Gedankengänge nur, sie erschreckte sich dieses Mal nicht.
"Ein Signal vom Planeten Ilecom VII, eine Antwort auf unsere Suchanfrage."
Hwang richtete sich schlagartig auf. "Auf den Schirm!"
"Hier spricht Föderationsattaché Lao Wu von Ilecom VII. Ich rufe die U.S.S. Kennedy!"
"Ich grüße Sie, Attaché. Ich bin Lieutenant Kim Hwang. Sie haben etwas für uns?"
"Hwang? Entschuldigen Sie meine Frage, aber sind Sie vielleicht mit Botschafter Hwang verwandt?"
Sie lächelte. "Das kann man sagen, Attaché. Er ist mein Vater." Ihr Vater, Botschafter der Föderation auf Tellur, war in Diplomatenkreisen bekannt und geachtet und der Attaché war nicht der erste, der sie nach ihm gefragt hat.
"Was haben Sie denn nun für uns, Attaché?" Hwang hatte nichts gegen Smalltalk, war sich aber der Dringlichkeit ihrer Mission durchaus bewusst.
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