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Kennedy


"Die Sphären der Algiebaner"

von Andreas Drechsler

Kapitel 18


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Logbuch der Kennedy, Sternzeit 21717.5, Commander Spencer: [18.09.2344 14:31:12]:
Wir haben die letzte gesuchte Sphäre von der Torvalds erhalten und fliegen mit höchstmöglicher Geschwindigkeit zum Chort-System, zur Zeit Warp 7.2. Um allerdings rechtzeitig dort anzukommen, müssen wir innerhalb der nächsten halben Stunde mindestens Warp 8 erreichen, stabil und dauerhaft.
"Hallo, Captain", begrüßte DeFalco ihn nach seinem Eintreffen im Maschinenraum. "Deine Rechnereien von gerade waren gar nicht mal so übel. Sie schmecken den Systemen recht gut, zumindest in der Simulation ."
"Wie weit seid ihr?"
"Warp 7.7 könnte drin sein mit ein bisschen Feinarbeit."
"Na dann zeig‘ mal", forderte Spencer.
DeFalco geleitete ihn zum zentralen Kontrollpult und zeigte ihm zusammen mit MacDonnell die gewünschten Informationen.
"Das mit der Warpfeldausdehnung hat also funktioniert", stellte Spencer erfreut fest. "Was habt ihr schon alles probiert?"
"Alles bis auf die Reorientierung des Dilithiumkristalls", versicherte DeFalco mit einem Augenzwinkern. "Mehr können wir aus unseren Schrottsystemen nicht rausquetschen."
"Außer natürlich", ergänzte MacDonnell, "wir rejustieren die direkte Energiezuleitung."
DeFalco schüttelte energisch den Kopf. "Das hatten wir doch schon: Unser ist Energiefluss zu unregelmäßig. Die Schwankungen liegen immer noch knapp unterhalb der Grenzwerte oder auch oberhalb."
"Immer noch?", wunderte sich Spencer.
"Ja, immer noch", schnappte DeFalco ärgerlich. "Wir finden die Störquelle nicht! Irgendwas pulst hier durchs EPS, ich habe keine Ahnung was!"
"Dafür sind die Systeme jetzt soweit, dass sie die Schwankungen vertragen, ohne auszusteigen", ergänzte MacDonnell.
Spencer zuckte die Achseln. Immer diese Merkwürdigkeiten auf seinem Schiff... "Können wir 7.7 risikolos im Echtbetrieb fahren?"
"Ich denke", erwiderte DeFalco. "Sollen wir, auch wenn es Energie frisst?"
Spencer nickte wortlos und nachdenklich. DeFalco gab die Information an die Maschinenkontrolle auf der Brücke weiter, an der Walker und Chen im Moment die Schiffssysteme im Echtbetrieb überwachten. Das Surren des Warpreaktors intensivierte sich sofort.
MacDonnell hatte gerade dem Simulationsmodus die aktuellen Betriebsparameter eingespeist und wollte schon fortfahren, als DeFalco sie zurückhielt.
"Irgendwas stimmt nicht", murmelte er.
"Was?", wollte Spencer wissen.
"Die Lichtsäule da hinten." DeFalco zeigte auf den farblich oszillierenden Reaktorkern. "Der Rhythmus stimmt nicht."
"Klar", warf MacDonnell belehrend mit verzogenem Gesicht ein. "Wir waren noch nie so schnell mit diesen Systemen."
"Nein, nein", erwiderte DeFalco energisch. "Das meine ich nicht." Er vollführte einige rasche Abfragen an der einzig im Echtbetrieb verbliebenen Station.
"Und?", fragte MacDonnell scharf.
"Sag‘ ich doch!", rief DeFalco triumphierend. "Ein mittleres Ungleichgewicht in der Phasenvarianz des Plasmastroms. Ich gleiche es aus."
"Was du alles hörst...", wunderte sich Spencer.
"Sei froh, sonst hätten wir bald einige Probleme gehabt!", erwiderte DeFalco.
"Ich bin auch froh", gab Spencer zurück. "Noch viel froher wäre ich, wenn wir endlich Warp 8 kriegen würden."
"Wie wäre es mit einer Änderung der Zykluszeiten der Plasmainjektoren?", überlegte MacDonnell.
"Der Computer hat doch die Zeit berechnet. Warum das wieder ändern?", wollte DeFalco wissen.
"Er kennt unser System nicht mit den Macken", entgegnete MacDonnell. "Wir sollten es versuchen!"

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