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Kennedy


"Die Sphären der Algiebaner"

von Andreas Drechsler

Kapitel 16


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Logbuch der Kennedy, Commander Spencer, Nachtrag:
Ich habe das Außenteam von Alkaid zurückbeordert aufgrund einer neuen Wendung des Falles Shudar. Die Spurenlage scheint nicht übel, unser Zeitvorrat ist jedoch inzwischen auf knappe zehn Stunden geschrumpft.
Spencer holte widerstrebend ein bereitliegendes PZAG hervor, platzierte es auf seinem Schreibtisch, nahm einige rasche Einstellungen vor und programmierte den Transporter. Nach abschließender Kontrolle betrat er die Brücke.
"Fähnrich Manelides, halten Sie sich bereit, den Barolianer oder die Station nach PJV zu scannen, wenn deren Störfeld zusammenbrechen sollte", wies er an ohne innezuhalten.
"Ist das zu erwarten, Captain?", fragte Torrente, der den Kommandosessel für die Dauer der Besprechung bemannte, erstaunt.
"Besser, Sie fragen nicht, Lieutenant", gab Spencer einsilbig zurück.
Torrente fügte sich kommentarlos und Spencer verschwand mit unausgewogenen Schritten im Besprechungsraum. Kaum hatte er sich zu den bereits anwesenden DeFalco und Terk gesellt, stand bereits Lemois mit ihrem Außenteam im Gefolge in der Tür.
"Sie haben uns zurückgeholt? Warum so geheimnistuerisch, Captain?", erkundigte sie sich, ohne die Schwelle zum Besprechungsraum zu passieren. Das unbewusst vom Zutritt abgehaltene Außenteam suchte wenigstens durchgehenden Einblick zu erhalten, doch für vier Leute zur selben Zeit gab es angesichts des nur durchschnittlich breiten Zugangs nicht den Raum.
"Nicht so ungestüm, Commander, das werden sie gleich erfahren, wiegelte Spencer ab. "Nachdem sie Platz genommen haben. Und nicht drängeln bitte."
Lemois nahm Platz und zwang sich zur Ruhe, zusammen mit den übrigen Mitgliedern des Außenteams vervollständigte sie die Versammlung der Führungsoffiziere.
"Gehört Verschwiegenheit zu ihren Stärken?", begann Spencer ungewohnt.
"Eigentlich nur auf dienstliche Anweisung", antwortete Lemois vergnügt. "Zumindest, was mich betrifft."
"Die Anweisung zur Verschwiegenheit über folgendes Gespräch ist hiermit erteilt, an sie alle", fuhr Spencer humorlos fort. "Ich habe gerade aus einer ominösen, aber glaubhaften Quelle erfahren, dass Shudar als Informant des Geheimdienstes tätig war. Das sollten Sie bei ihren Ermittlungen nicht aus dem Auge verlieren, ohne es jedoch zu erwähnen."
Nicht nur Lemois und Hwang schauten Spencer aus weit aufgerissenen Augen an. "Shudar hat was mit den Geheimniskrämern zu tun?", fragte erstere.
Spencer nickte ruhig. "Das heißt, er kann als Informationshändler nicht der schlechteste gewesen sein und der Täterkreis ist weiter gefasst, als bisher anzunehmen war. Aus den Ergebnissen der nun folgenden Besprechung werde ich ein PZAG zusammenstellen und dem Geheimdienst zur Verfügung stellen. Nennen Sie bitte alle ihre Vermutungen, so dass ich sie aufnehmen kann."
Lemois schluckte betroffen, der Spaß an der Ermittlungsarbeit war ihr fürs Erste vergällt.
Hwangs Miene wiederum zeigte deutlich, was sie von Spencers merkwürdig monoton geratenem Tonfall und seiner sich darin wiederspiegelnden Einstellung zur Sache hielt. Auf der anderen Seite würde es ihr als Kommandantin auch nicht gefallen, wenn sich plötzlich jemand meldete, der vorgab, vom Geheimdienst zu sein und ihr Anweisungen erteilte.
Spencer gab Zeichen an Lemois, das Gespräch zu eröffnen.
"Eine grundsätzliche Sache vorweg, so zur Erinnerung", begann sie direkt. "Wir suchen eine Sphäre, nicht einen Mörder, auch wenn letzteres vertrauter erscheint und man sich verpflichtet fühlt. Daran muss den Mörder fangen und nicht wir!"
Spencer und auch Hwang tauschten ein Schmunzeln, da Lemois‘ Worte zweifelsfrei in erster Linie nicht den Anwesenden golten. Ersterer führte ungewöhnlich viele Berührungen der an seinem Platz angebrachten Bedienelemente des Computers durch, auffällig war dabei, dass die akustischen Rückmeldungen von Beginn an abgestellt waren.

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