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Kennedy


"Die Sphären der Algiebaner"

von Andreas Drechsler

Kapitel 12


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Logbuch der Kennedy, Sternzeit 21715.1, Commander Spencer: [17.09.2344 17:17:23]:
Wir sind ins Gamma Bootis-System eingeflogen, in dem wir mit den Bewohnern des Planeten Nashira in Kontakt treten werden, um herauszufinden, ob sich eine der gesuchten Sphären auf ihrem Planeten befindet. Die Kurzstreckensensoren sind zum großen Teil wieder einsatzfähig.
"Rufen Sie Nashira, Mr. Torrente und scannen Sie nach PJV!", ordnete Spencer an.
"Sie können sprechen, Sir!"
"Hier spricht Captain Robert Spencer von der U.S.S. Kennedy. Ich rufe den Planeten Nashira!"
"Verwalter Benunna von Nashira III", meldete sich ein Nashiraner. "Ich grüße Sie, Captain Spencer. Womit können wir dienen?" Oberflächlich betrachtet sah er größtenteils humanoid aus, doch Spencer und die anderen wussten, dass er ohne Probleme unter wie auch über Wasser leben konnte und die dazu notwendigen Organe besaß. Einzig seine geschuppte Haut war beim genauen Hinsehen auffällig.
"Verwalter Benunna, wir sind auf der Suche nach metallischen Sphären, die etwa vor...", Spencer überlegte und rechnete schnell nach, "... sieben oder acht Tagen von einer Gruppe Sammler auf einem Schiff namens Guramba vielleicht hier eingetauscht wurden."
"Lassen Sie mich überlegen. War das eine Silizium/Duraniumsphäre?", fragte Benunna zurück.
"Ja, genau. Wissen Sie etwas darüber?"
"Wir haben eine dieser Sphären. Sie befindet sich jetzt in der Unterwasserstadt Cor, in einem Park als Dekoration. Warum suchen Sie sie?"
Spencer erklärte ihm kurz die Geschichte und betonte, dass die Algiebaner sie sehr dringend zurückhaben müssen.
"Ich verstehe, Captain. Ich werde das Nötige veranlassen, dass sie die Kugel entschädigungslos wieder mitnehmen können. Wir wollen auf keinen Fall unrechtmäßig Diebesgut behalten. Sie befindet sich auf folgenden Koordinaten etwa fünfzig Meter tief unter dem Meer."
"Ich habe die Koordinaten empfangen und kann dort auch eine entsprechende Menge PJV orten", bestätigte Torrente. "Die Sensoren werden allerdings durch Interferenzen behindert."
"Vielen Dank, Verwalter", sagte Lemois. "Wir müssen die Sphäre selber mitnehmen, da wir sie nicht beamen können. Wäre es möglich, dass wir uns zuerst auf die Oberfläche beamen und dann von da aus zum Ziel befördert werden?"
"Das läßt sich einrichten", erwiderte Benunna. "Ein Transportmittel für wie viele Personen?"
"Für fünf Personen, wenn es Ihnen keine Probleme bereitet."
"Für fünf Personen", wiederholte Benunna. "In Ordnung. Wir erwarten Sie hier und stellen Ihnen Taucheranzüge zur Verfügung." Er übermittelte wieder einige Koordinaten.
"Alles klar, danke. Spencer Ende."
Der tiefblaue Planet namens Nashira erschien wieder auf dem Hauptschirm und wurde größer und größer.
"Das wäre die nächste Sphäre", frohlockte Lemois. "Bin ich froh, dass Sie Recht hatten." Sie legte etwas Spitzbübisches in ihren Blick.
Spencer fragte sich, welchen Zweck Lemois mit dieser durchaus interpretationsfähigen Aussage verfolgen mochte und erwiderte nichts. "Gehen Sie in Standard-Orbit, Mr. Dekker. Commander Lemois, Sie stellen ein Außenteam zusammen. Es scheint, als müssten sie in die Tiefe gehen."
"Ja, Captain." Lemois verhehlte ihre klammheimliche Freude darüber, dass Spencers spontaner Versuch einer Retourkutsche gerade ihr Ziel relativ deutlich verfehlt hatte, nicht. "Lieutenants DeFalco, Karov, Hellmann, Fähnrich N'Kono, melden Sie sich im Transporterraum 1!"
Einen Einsatz unter Wasser hatte sie in ihrer Dienstzeit noch nie erlebt und war demzufolge unsicher darüber, was sie erwarten würde. Die Besprechung mit N‘Kono hatte sie zwar darauf eingestimmt, aber keinesfalls ausreichend vorbereitet. Ein Zeichen unnötiger Schwäche, ein vermeidbarer Fehler ihrerseits in der momentanen Situation war sicherlich das Letzte, was die Kennedy und ihre Crew brauchte.

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