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Kennedy


"Die Sphären der Algiebaner"

von Andreas Drechsler

Kapitel 1


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"Über seine Arbeitsweise, seine Auftraggeber...", freute sich Hwang. "Das sollten wir nutzen! Oder wollt ihr nicht wissen, wer oder was hinter allem steckt?"
"Sicher", stimmte Hellmann zu. "Und Spencer hat nichts dagegen?"
"Der sowieso nicht", brummte DeFalco. "Lemois allenfalls."
"Ach was", erwiderte Hwang. "Die ist mindestens so neugierig wie wir alle. Und zur Not... überzeuge ich sie." Ein unmerkliches Zwinkern ihrerseits drückte die Freude aus, die sie empfinden würde, würde sie sich Lemois‘ eigener Waffen bedienen.
DeFalco grinste sie breit an. "Hat ja wirklich Vorteile, dass du jetzt zur Führungsetage gehörst", stellte er fest.

"Danke, Andy. Erzähl‘ doch mal." Karaplidis sprach die Neugier förmlich aus den Augen, nachdem sie ihr Getränk in Empfang genommen hatte.
"Es war ziemlich merkwürdig. Ich habe unser aller Ergebnisse vorgetragen, bekam allerdings kaum Rückfragen. Dabei hatte ich ihnen genug rote Fäden präsentiert. Der Vorsitzende, ein Captain W'Chenk..."
"W'Chenk?!", unterbrach Karaplidis verwundert. "Die haben W'Chenk die Leitung übertragen?"
"Müsste ich ihn kennen?", fragte Spencer zurück.
Sie schüttelte den Kopf begleitet von einem entschuldigenden Lächeln. "Captain W'Chenk hat dieses Jahr bereits zwei saftige Fehlschläge mit seinen Untersuchungen gehabt. Er war auf Rangifer II, um die Hintergründe für die Lieferung von gefälschten Shuttle-Bauteilen zu recherchieren und hat danach einen angeblichen cardassianischen Agenten im Konstruktionsbüro in San Francisco gejagt. Im ersten Fall ist er die Sache zu lax angegangen und im zweiten hat er sie so gravierend überschätzt, dass man ihn abgezogen hat, bevor er jeden verdächtigt hätte. Am Schluss stellte sich heraus, dass zwar ein vermutlich cardassianischer Agent vor Ort war, allerdings nur haufenweise falsche Spuren gelegt hat. W'Chenk wäre jeder einzelnen Spur bis zum Ende nachgegangen. Ich hätte jetzt vermutet, er wäre längst abgesägt."
"Das passt. Niemand aus der Kommission machte wirklich den Eindruck, als würde er vehement versuchen, die Hintermänner Morrettis oder den letztendlichen Sinn seiner Aktionen ausfindig zu machen." Spencer winkte ab und spülte einen Teil seiner wachsenden Verärgerung mit mehreren Schlucken Kaffee hinunter. "Möchte mal wissen, warum."
"Und jetzt erzähle ich dir mal was Neues", begann Karaplidis. "Wir liegen mit der Kennedy exakt im Zeitplan. Morgen könnt ihr fliegen, dein Schiff ist dann wie neu."
"Das tut gut zu hören", versicherte Spencer mit echter Erleichterung.
"Und wenn sie tadellos laufen sollte, dann holen wir nacheinander alle Schiffe wieder her, die in den letzten drei Monaten hier waren und geben ihnen neue Software. Wer weiß, wo Morretti überall noch seine Progrämmchen verteilt hat."
"Na, Mahlzeit", kommentierte Spencer trocken.

"Was mich die ganze Zeit beschäftigt", warf M‘Boya ein und unterbrach damit eine Debatte zwischen DeFalco, Hellmann und Berger über den anzunehmenden Wirkungskreis Morrettis. "Hatten wir eigentlich wirklich niemanden an Bord, der uns sabotiert hat?", fragte sie, einen gezielten Themenwechsel herbeiführend.
"Können wir nicht mit letzter Sicherheit sagen", antwortete Hellmann zögernd. Die übrigen sagten nichts, schließlich waren die gesagten Worte der letzten Konferenz auf dem Rückweg ins Sol-System nicht so einfach aus der Welt zu schaffen.
Der erste, der sich wieder regte, war der M‘Boya gegenübersitzende DeFalco. Er erhob sich und winkte jemand entferntem zu. Als sich M‘Boya umwandte, nahm sie wahr, dass gerade Karov, MacDonnell und noch ein Crewmitglied, dass sie nicht kannte, hereingekommen waren und sich in der Nähe des Eingangs platzierten. Etwas enttäuscht ließ sich DeFalco wieder fallen, innerlich hatte er gehofft, wenigstens Karov würde sich zu ihnen setzen. Rasch suchte er das Gespräch wieder aufzunehmen. "Wie schlägt sich eigentlich Walker im Maschinenraum?", fragte er Hellmann.

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