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Persönliches Logbuch, Commander Spencer, Sternzeit 21651.9: [25.08.2344 14:17:23]
In schätzungsweise zwanzig Stunden werden die Werftingenieure von Utopia Planitia ihre Arbeiten an der Kennedy abgeschlossen haben, die vornehmlich darin bestehen, die gesamte Software sowie einige kritische Hardwarekomponenten auszutauschen. Meine Befragung durch die Untersuchungskommission für die Vorfälle an Bord der Kennedy und auf Utopia ist vergleichsweise unspektakulär verlaufen.
"Hallo, Ina. Träumst du?"
"Was?" Eine geistesabwesend wirkende Karaplidis erhob sich aus ihrer versunkenen Position in einem der weichen, bequemen Sitzgelegenheiten im großen Kasino der Utopia Planitia-Werft. "Du bist schon zurück?", fragte sie Spencer nach einem Moment.
"Allerdings." Er schüttelte den Kopf. "Ich bin erstaunt, was die alles nicht von mir wissen wollten. Ich hol‘ mir eben meinen Kaffee. Soll ich dir was mitbringen?"
"Ja, gerne." Sie deutete auf ihre beinahe geleertes Trinkgefäß vor ihr auf dem Tisch. "Das Übliche, du weißt schon."
"Ist gut", bestätigte Spencer.
Auf dem Weg zu der großen Replikatorvorrichtung an der nächstgelegenen Wand bemerkte er, dass in einer weit entfernten Ecke des Raumes Hwang, DeFalco, M‘Boya und noch zwei andere Crewmitglieder der Kennedy, die ihm den Rücken zuwandten, um einen Tisch herum saßen und sich angeregt unterhielten. Er gab Hwang und DeFalco, die gerade zufällig aufsahen, durch ein Handzeichen zu verstehen, dass er sie gesehen hatte. Auf dem Rückweg zu Karaplidis hatte er geringe Mühe, beide Getränke durch das sich langsam füllende Kasino zu balancieren.
"Er ist schon wieder da. Das ging ja fix", stellte DeFalco halb selbstmurmelnd fest.
"Wer?", fragte Berger, einer der Personen, die Spencer nicht hatten sehen können.
"Spencer", antwortete DeFalco. "Er war doch gerade bei der Untersuchungskommission, die alles von ihm wegen Morretti und unserem Ärger in Giclas wissen wollten. Quak, quak, quak." Beide Hände DeFalcos vollführten begleitend abwechselnd die Geste eines sich öffnenden und schließenden Maules.
Hwang und Fähnrich Carpelli prusteten spontan los, Berger verschluckte sich zusätzlich an schätzungsweise siebzig Millilitern seines Altair-Wassers. Nur M‘Boya hatte sich etwas besser im Griff, für sie war DeFalco zu leicht berechenbar.
"Ja, ist doch wahr", bekräftigte DeFalco. "Die haben doch keinen Schimmer. Uns sollten sie fragen!"
"Das haben sie doch, praktisch", warf Berger ein. "Wir haben Spencer unsere Ergebnisse präsentiert und der hat sie weitergegeben."
DeFalco ließ sich nicht beirren. "Er hat aber kein Hintergrundwissen. Und die in der Kommission haben sowieso keine Ahnung. Sonst säßen sie nicht drin."
"Du siehst aber heute wieder alles negativ", urteilte Hwang und stieß ihm sanft ihren Ellbogen in die Rippen.
"Wer sieht alles negativ?", platzte der gerade eingetroffene Hellmann heraus. Carpelli und Berger rückten bereitwillig ein Stück weit auf, Hellmann ließ sich nieder und warf DeFalco ein PZAG zu, dass dieser nur dank seiner schnellen Reflexe rechtzeitig auffangen konnte.
"Rate mal, was das ist", forderte Hellmann.
"Computerdaten", meinte DeFalco, der einige flüchtige Blicke auf den PZAG-Inhalt geworfen hatte.
"Eine Kopie der zentralen Infektionsroutine aus dem Kernsynchronisierungs-Unterprogramm. Die habe ich gerade einem der Werftingenieure abgeluchst, bevor sie den gesamten Code ausschließlich dem Untersuchungsteam zur Verfügung stellen konnten. Da steht alles drin, was wir über Morretti lernen können."
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